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 3 Wünsche für Mopsmann


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Anspruch
Aufmachung
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung


Mopsmann hat verschlafen. Und es bessert seine Stimmung kaum, als er bemerkt, dass kein Müsli mehr im Schrank steht. Und als er dann feststellen muss, dass auch kein Kaffee mehr da ist, scheint dieser Tag zu den schlimmsten zu zählen, die er je erlebt hat. Bis er nach draußen geht, um die Zeitung hereinzuholen. Es regnet und sie liegt vor der Tür auf dem Boden. Klatschnass.
So deprimiert war Mopsmann noch nie. Missmutig sitzt er in seinem Sessel und überlegt, warum er überhaupt aufgestanden ist. Dieser Tag ist schwarz, tiefschwarz. Da schwebt plötzlich eine bunte Fee im Zimmer, malt die Welt in den buntesten Farben, fabuliert von herrlichen Ereignissen und träumt dem völlig konsternierten Mopsmann vor, wie sein Tag aussehen kann, wenn er nur will. Denn sie bietet ihm drei Wünsche an. Drei Wünsche, die seinen Tag, ja, sein ganzes Leben verändern können. Doch was soll sich Mopsmann wünschen?

Lange, allzu lange haben die Fans von Sebastian Meschenmoser auf das vierte Bilderbuch des Ausnahmekünstlers gewartet. Nach den drei wunderschönen, herrlich komischen, unvergesslichen Büchern "Fliegen lernen", "Herr Eichhorn und der erste Schnee" und "Herr Eichhorn und der Mond" nun also der seltsame Titel "3 Wünsche für Mopsmann".

Leider sind die Zeichnungen nicht mehr so herrlich unkonventionell, fast skizzenhaft und verwirrend unfertig. Meschenmoser setzt nun eher auf akkurate Ausarbeitung seines Helden, eines vermenschlichten Hundes, eines Mopses. Sehr viel Wert legend auf dessen missmutigen Gesichtsausdruck, vernachlässigt er jedoch alle weiteren Details dieses Szenarios. Die Umgebung des Mopses ist ihm nur einige Striche Wert, die Fee gerät zu einem bunten Etwas, das eher abschreckt als gefällt. Auch wenn dies erwünscht ist, denn es kommt in diesem Bilderbuch auf die Reaktion des Hundes auf diese knallbunte Fee an, blättert man doch ein wenig enttäuscht durch das Buch. Außer dem Hund, der absolut genial gezeichnet und charakterisiert ist, bietet der Autor nur wenig. Auch die Pointe kommt weit weniger überraschend, als erwartet. Was der Hund aus seinen Wünschen macht, ist in letzter Konsequenz eine klare Folge seines Charakters und eben keine Überraschung - allenfalls für die Fee, mehr kann hier nicht verraten werden.

Vor allem aber ist dieses Bilderbuch, im Gegensatz zu seinen drei Vorgängern, definitiv nicht für Kinder geeignet. Ihnen entgeht der subversive Witz von Meschenmoser, sie stehen entgeistert vor dem letzten Bild und verstehen nur Bahnhof. Nein, dieses Bilderbuch ist eine kleine Fingerübung des Autors für Erwachsene. Die aber sind eher enttäuscht. Das Buch ist zu kurz, zu offensichtlich und zu blutleer, um nachhaltig zu begeistern. Die Freude ist allenfalls von sehr kurzer Dauer, legt man es zur Seit und wird es nicht mehr oft hervorholen - der Inhalt ist bekannt und bietet keine weiteren Überraschungen.
Konnte man zum Beispiel in "Herr Eichhorn und der erste Schnee" auch nach dem zehnten Betrachten noch Einzelheiten bewundern und erstaunt betrachten, die einem so noch nicht aufgefallen waren, ist "3 Wünsche für Mopsmann" aller Geheimnisse beraubt, wenn man es einmal gelesen hat. Und nur die begnadeten Zeichnungen des Hundes allein retten das Buch auch nicht.

Stefan Erlemann



Hardcover | Erschienen: 01. Juli 2008 | ISBN: 9783480225040 | Preis: 9,95 Euro | 48 Seiten | Sprache: Deutsch

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