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 Anne - Die Hörspielserie, Folge 7: Anne in Avonlea - Eine weitere verwandte Seele


Cover
Gesamt +++++
Anspruch
Aufmachung
Brutalität
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Ton


Gleich zwei aufregende neue Bekanntschaften kann Anne in diesem Sommer schließen: Als sie und Diana im Wald vom Weg abkommen, treffen sie auf das abgelegene Haus der gleichsam geheimnisvollen wie seltsamen Miss Lavendar Lewis, die sich nach dem Ende einer tragischen Liebesgeschichte vor über zwanzig Jahren in die Einsamkeit der Wälder zurückgezogen hat. Anne spürt recht schnell, dass Miss Lavendar eine wahrhaft verwandte Seele ist, die sich ebenso ihren Fantasien hinzugeben vermag wie sie selbst.
Einen völlig anderen Schlag Mensch lernen Anne und ihre Busenfreundin kennen, als eine berühmte Romanautorin nach Prince Edward Island kommt und die jungen Frauen die Gelegenheit bekommen, diese zu treffen. Anne plant mit Feuereifer, wie sie einen möglichst großen Eindruck bei ihrer Lieblingsschriftstellerin hinterlassen kann. Dies gelingt ihr dann dauch, aber zu ihrem eigenen Entsetzen auf vollkommen andere Weise als erhofft.

Die Einleitung macht es bereits deutlich: Anders als in den beiden vorangegangenen Folgen der Hörspielreihe, die den zweiten Roman der Anne-Reihe ("Anne in Avonlea") adaptieren, steht diesmal nicht Annes Dasein als Dorfschullehrerin des verschlafenen Nestchens Avonlea im Vordergrund, sondern ihre privaten Erlebnisse und - wie könnte es auch anders sein - ihre Missgeschicke. Anne wäre eben nicht Anne, wenn sie sich nicht selbst immer wieder in abstruse Situation bringen würde. So gehört das in "Eine weitere verwandte Seele" geschilderte Intermezzo auf dem Dachfirst der Farm der ältlichen Kopp-Schwestern mit Sicherheit zu den peinlichsten Ereignissen in Annes Leben - der Hörer amüsiert sich köstlich!

Zumindest, wenn er auf den romantischen, humorvollen Charme der auf den Büchern von Lucy Maud Montgomery basierenden Erzählung steht. Anne Shirleys Geschichte ist nunmal bereits ein volles Jahrhundert alt und demzufolge in einem kleinen Städtchen auf einer Insel vor Kanada Ende des 19. Jahrhunderts angesiedelt. Da geht es um Dorf-Verschönerungsvereine, klatschhafte Nachbarinnen, Kinderstreiche und Heile-Welt-Nostalgie.

Mit viel Gefühl - und ohne Pathos - hat Marc Gruppe die Romane Montgomerys trefflich für eine Hörspiel-Adaption bearbeitet und auch noch gekonnt so eingeteilt, dass man nicht das Gefühl bekommt, am Ende der Folge mitten in der Handlung zu stecken. Wer dem Charme von Anne Shirley freilich verfallen ist, der will trotzdem unbedingt wissen, wie es weiter geht.
Immerhin macht es einfach Spaß, den gut aufgelegten Sprechern - allen voran Marie Bierstedt, Dagmar von Kurmin und Regina Lemnitz - zuzuhören und in die verträumte Welt von Avonlea abzutauchen. Die treffend gewählte Hintergrundmusik und die passende, dezente Geräuschkulisse erleichtern dies sogar noch.

Fast siebzig Minuten lang folgt man den amüsanten Erlebnissen der Charaktere, die sowohl ganz junge Zuhörer als auch ein älteres Publikum ansprechen, wenn das Zielpublikum sicherlich überwiegend weiblich sein dürfte. Wenn man am Ende der Folge angelangt, wundert man sich nicht mehr, weshalb Titania Medien bereits mehrere Jahre in Folge als "bestes Hörspiel-Label" ausgezeichnet wurde.

Christian Handel



CD | CD-Anzahl: 1 | Erschienen: 01. September 2008 | ISBN: 9783785736357 | Laufzeit: 67 Minuten | Originaltitel: Anne in Avonlea | Preis: 8,95 Euro

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