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 Der geheime Zirkel, Band 3: Kartiks Schicksal

Der geheime Zirkel


Cover
Gesamt ++++-
Anspruch
Aufmachung
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung


Endlich ist es soweit: Die Trilogie "Der geheime Zirkel" der amerikanischen Autorin Libba Bray findet mit dem umfangreichen Roman "Kartiks Schicksal" seinen Abschluss. Auf immerhin opulente 863 Seiten bringt es der dritte und letzte Teil um das Mädchen Gemma und ihre Freundinnen.

Nach all den Aufregungen und Erlebnissen, die Gemma, Felicity und Ann in London, Spence und dem Magischen Reich erlebt haben, kommt ihnen die Realität grau und langweilig vor. Gemma muss sich auf den Debütantinnenball vorbereiten, bei dem sie vor der Queen persönlich knicksen soll, Felicity darf sich in der feinen Londoner Gesellschaft nicht mehr so rebellisch benehmen, da sonst ihr Erbe auf dem Spiel steht, und Ann sieht bangend einer Zukunft als Gouvernante zweier verzogener Gören entgegen.
Etwas Ablenkung von diesem tristen Alltag könnte das Magische Reich bieten, doch Gemma will es einfach nicht mehr gelingen, das Tor dorthin kraft ihrer Gedanken zu öffnen. Als es auf der Spence-Akademie, dem Mädcheninternat, das die Freundinnen besuchen, zu Restaurierungsarbeiten am alten Turm kommt, wird von den Arbeitern ein seltsamer Stein freigelegt. Und siehe da: Tatsächlich entdecken die Mädchen bei diesem Stein einen anderen Eingang zum Magischen Reich. Doch seit Gemma die Magie an sich gebunden hat, verändern sich die Dinge dort. Pippa lebt jetzt mit einer Gruppe von Mädchen in einem baufälligen Turm, die Völker des Reiches beharren auf ihre Forderungen, einen Teil der Magie zu erhalten, und Gemma muss sich allein gegen alles und jeden durchsetzen. Langsam kommen ihr Zweifel, was wohl der beste Weg für sie, die Magie und das Magische Reich wäre. Schließlich will sie weder ihre Freundinnen noch die Völker des Magischen Reiches enttäuschen. Auch ihre Gefühle zu Kartik bringen sie mehr und mehr durcheinander. Wird Gemma sich richtig entscheiden, obwohl kaum noch unterschieden werden kann, wer gut und wer böse, was falsch und was richtig ist?

Die Ausgangslage für diesen dritten und abschließenden Teil der "Der geheime Zirkel"-Trilogie war perfekt: Autorin Libba Bray entwickelte einige Charaktere, die voller Komplexität und Authentizität steckten und gleichzeitig dem Leser schnell ans Herz wuchsen, allen voran Gemma als Ich-Erzählerin. Hinzu kam ein lebendiger Schreibstil, durch den die zwei vorangegangenen Bücher wahre Pageturner wurden. Und zuletzt gelang es Bray, eine Geschichte zu erzählen, die spannend und lustig, traurig und fantasievoll, kitschig und realistisch zugleich war.
Mit "Kartiks Schicksal" knüpft sie in vielerlei Hinsicht an die Vorgängerbände an; an den zweiten Teil, "Circes Rückkehr", reicht dieses Buch jedoch nicht heran. Inhaltlich geht ein Band nahtlos in den anderen über, Erinnerungslücken werden durch sorgfältig platzierte Wiederholungen der bisherigen Ereignisse geschlossen, die verschiedenen Handlungsstränge kontinuierlich fortgeführt. Allerdings macht sich das voluminöse Ausmaß dieses dritten Bandes hin und wieder bemerkbar. Die 863 Seiten sind zwar im Großen und Ganzen mit unterhaltsamen Geschehnissen gefüllt, teilweise ist der Fortgang jedoch sehr kleinschrittig in viele kürzere Szenen eingeteilt, und es machen sich Ermüdungserscheinungen bemerkbar. Straffungen und ein gewisses Maß an Kürzungen hätten dem Roman gut getan, um das sehr hohe Niveau des zweiten Bandes zu halten. Es wird einfach zu viel hineingepackt, zu viel gewollt und dabei zu sehr außer Acht gelassen, dass das rechte Maß an Quantität und Qualität bewahrt werden sollte.
Nichtsdestotrotz liest sich "Kartiks Schicksal" spannend und unterhaltsam. Gemma steht diesmal noch mehr im Mittelpunkt, und auch wenn die Gründe für ihr Handeln nicht so nachzuvollziehen sind wie in den ersten beiden Bänden, gelingt es Bray, ihre Protagonistin doch plausibel und glaubwürdig darzustellen. Das Ganze verfasst sie wie bisher in einem süffigen, eloquenten und sehr ansprechenden Stil, in dem immer wieder ein trockener, angenehmer Humor aufblitzt.
Optisch wurde der Roman seinen Vorgängern bestens angepasst, sodass die Trilogie einen farblich hübschen Blickfang im Bücherregal bildet.

"Kartiks Schicksal" ist der würdige Abschluss einer spannenden Trilogie, die einen tollen Mix aus Fantasy, Mädchenroman, historischem Zeitbild und süffigem Schreibstil bildet und die absolut empfohlen werden kann.

Tina Klinkner



Taschenbuch | Erschienen: 01. November 2008 | ISBN: 9783423713276 | Originaltitel: The Sweet Far Thing | Preis: 14,95 Euro | 863 Seiten | Sprache: Deutsch

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