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 Söldner, Band 1: Das Lied von Anoroer

Söldner Band 1

Serie: Söldner, Band 1
Autoren: Fabrice David
Illustratoren: Eric Bourgier
Übersetzer: Tanja Krämling
Verlag: Splitter Verlag

Cover
Gesamt ++++-
Anspruch
Aufmachung
Brutalität
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung


Der Splitter Verlag hat sich auf die Fahnen geschrieben, den deutschen Comic-Markt zu beleben und veröffentlicht sehr regelmäßig hochwertige Comicalben. Mit "Söldner" ging im Januar 2009 eine frankobelgische Comicproduktion an den Start, die ein klassisches Fantasysetting nutzt.

Es sieht nicht gut aus im Königreich der Söhne der Erde, bestehend aus den drei Provinzen Arkanor, Anoroer und Veriel. Der königlichen Blutlinie mangelt es an frischem Blut und dem greisen Herrscher Garantiel von Anoroer fehlt ein adäquater Nachfolger. Sein Sohn ist zweifelsfrei ein guter Krieger, doch er hat eine Schwäche für seine Schwester - die ein Kind von ihm erwartet. Aus diesem Grund soll sie den Waffenmeister Kiriel heiraten und mit ihm in die Unruheprovinz Veriel gehen, um dort im Auftrag des Herrschers ein Auge auf die Abtrünnigen zu haben. Doch dazu soll es nie kommen, denn das frisch vermählte Paar und die Begleitgarde geraten in einen tödlichen Hinterhalt. Die Vorzeichen stehen auf Krieg ...

Die von Fabrice David und Eric Bourgier mit viel Liebe und Sorgfalt erschaffene Welt zeichnet ein düsteres Bild vom Leben der Charaktere. Hart arbeitende Menschen auf den Feldern, ausgelassene Feierlichkeiten für die Höhergestellten und dazwischen eine Kriegerkaste. Männer, die kämpfen können - Ritterlichkeit wie aus dem Mittelalter bekannt sucht man hier jedoch vergebens. Die Einführung in die Welt von "Söldner" fällt auch vergleichsweise spartanisch aus. Der Leser erhält eingangs einige Informationen, allerdings sind diese sehr vage und geben nur geringen Einblick. Schnell wird ersichtlich, dass der Kontinent in verschiedene Ländereien aufgeteilt ist. Hier gibt es natürlich Reibungspunkte - ein ganz zentrales Element der Geschichte. Doch im Hintergrund geschieht noch mehr. Es gibt die unheimlichen Drekkar, eine unheimliche Mischung aus Menschen und Drachen. Die vielen sehr ähnlich klingenden Namen von Menschen und Ländern erschweren den Einstieg in die Lektüre ein wenig, wirken aber zu keinem Zeitpunkt aufgesetzt oder unglaubwürdig. Die Geschichte wird zügig vorangetrieben, beschränkt sich im ersten Band der fünfteiligen Reihe aber im Wesentlichen auf eine grundlegende Einführung der Charaktere.

Die Zeichnungen sind sehr gelungen und ausgesprochen realistisch. Auf die explizite Darstellung von Gewalt wurde in weiten Teilen des Comics verzichtet, aber auch die Szenen, in denen es etwas mehr zur Sache geht, wirken nicht unästhetisch oder effektheischend. Die Farbwahl beschränkt sich auf Braun- und Sepia-Töne, was mit der Zeit etwas ermüdet, aber der Handlung durchaus gut zu Gesicht steht.

Es ist noch nicht ganz klar, welchen Weg Fabrice David und Eric Bourgier mit "Söldner" beschreiten wollen. Freunde von actionreicher, heroischer Fantasy können auf jeden Fall zugreifen. Wer hingegen eine gut aufgestellte Geschichte mit glaubhaften Charakteren und einer soliden, gut nachvollziehbaren Geschichte sucht, der muss abwarten, wie sich "Söldner" entwickelt. Im ersten Band, "Das Lied von Anoroer", bleiben noch viele Fragen offen, was natürlich auch Lust auf den zweiten Teil macht.

Ralf Strohbach



Hardcover | Erschienen: 01. Januar 2009 | ISBN: 9783940864970 | Originaltitel: Le Chant D`Anoroer | Preis: 13,80 Euro | 59 Seiten | Sprache: Deutsch

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