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 Yiu - Die Apokalypse, Band 1: In der Hölle

Yiu - Die Apokalypse, Band 1

Serie: Yiu - Die Apokalypse, Band 1
Autoren: Téhy, J. M. Vee
Illustratoren: Guenet, Renéaume
Übersetzer: Tanja Krämling
Verlag: Splitter Verlag

Cover
Gesamt +++--
Anspruch
Aufmachung
Brutalität
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung


"Öffnet die Augen. Es stand alles geschrieben. Die Litanei des Elends. Der Zusammenbruch der letzten Reiche. Das Entsetzen." Mit diesen bedeutungsschwangeren Worten und dem Bild eines explodierenden Kirchturms beginnt "In der Hölle", der erste Band der siebenbändigen Comicreihe "YIU - Die Apokalypse". Wie der Titel schon ahnen lässt, spielt diese Geschichte im selben Universum wie die 2007/08 gleichfalls im Splitter-Verlag erschienene Reihe "Yiu".

Nachdem auf den ersten zwanzig Seiten in knappen Worten die weltgeschichtliche Entwicklung zwischen den Jahren 2021 und 2166 dargestellt wird, begleitet der Leser auf den folgenden fünfzig Seiten eine namenlose Auftragskillerin bei ihrem Auftrag, die Führungspersönlichkeiten zweier Weltreligionen zu eliminieren.
Für das Verständnis der Geschichte ist es (bislang) auch nicht notwendig, die Reihe "Yiu" gelesen zu haben.

"YIU - Die Apokalypse" - soviel wird dem Leser bereits bei der Lektüre von Band Eins klar - ist eine extrem düstere und brutale Reihe. Die Protagonistin ist bei der Erfüllung ihrer Aufgaben keinesfalls zimperlich, und dieser Umstand wird auch graphisch entsprechend umgesetzt. Unschön fällt die Verwendung weidlich strapazierter Klischees bei der Konzeption des Plots auf: Der fettleibige Führer des Buddhismus wird von der Protagonistin in seinem Hammam ermordet, als er gerade eine jungfräuliche Hure empfängt. Nicht gerade originell, aber eine willkommene Gelegenheit zur Darstellung perverser Religionsführer und viel nackter Haut. Allerdings ist nicht alles schlecht und klischeehaft. Zwar lässt sich der weitere Plotverlauf noch nicht vorausahnen, doch enthält das Setting durchaus ansprechende Elemente, die den Leser wissen lassen wollen, wie es nach dem Ende dieses Bandes weitergeht.

Vom technischen Standpunkt kann "YIU - Die Apokalypse" überzeugen. Zeichenstil und deren Kolorierung spiegeln sehr gut die Stimmung der Geschichte wieder, die vorherrschende Rot-Tönung verstärkt den Eindruck der Grausamkeit der Welt. Die Texte dagegen wirken etwas arg gekünstelt, zudem trüben diverse Satzfehler den Genuss. Ebenfalls unverständlich ist, warum das Bibelzitat auf Seite sieben in englischer Sprache belassen wurde, zumal der Comic im Original französisch ist.

Die Lektüre von "In der Hölle" hinterlässt beim Leser einen zwiegespaltenen Eindruck. Gerade über Inhalt und Qualität des Plots lässt sich auch am Ende von Band Eins noch nicht sehr viel sagen, sodass man erst Band Zwei für ein präziseres Urteil abwarten muss. Das Endzeit-Setting übt aufgrund seiner Düsternis und der guten optischen Darstellung einen gewissen Reiz aus, unangenehm fallen jedoch die Verwendung ziemlich abgedroschener Klischees und die etwas karge Handlung auf. Aus diesen Gründen schafft es der erste Band von "YIU - Die Apokalypse" leider nicht über eine durchschnittliche Bewertung hinaus. Die Anlagen für eine Steigerung sind jedoch ohne weiteres gegeben.

Markus Goedecke



Hardcover | Erschienen: 01. März 2009 | ISBN: 9783940864994 | Preis: 14,80 Euro | 72 Seiten | Sprache: Deutsch

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