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 Das Ein-Euro-Kochbuch

202 Ein-Euro-Gerichte für sparsame Genießer


Cover
Gesamt +++--
Anspruch
Aufmachung
Bildqualität
Preis - Leistungs - Verhältnis


Die wenigsten Hobbyköche können ständig Hummer, Kaviar und Rinderfilet kredenzen. Ganz im Gegenteil: Oftmals versucht man beim Einkauf, Sonderangebote zu entdecken und Lebensmittel nach Günstigkeit auszuwählen, die einen, weil sie sparsam sein wollen, andere, weil sie es müssen. Aus diesem Grund hat der Leopold Stocker Verlag das "1-Euro-Kochbuch" der Autorin Eisabeth Degenhart herausgebracht, das helfen soll, leckere und zugleich günstige Mahlzeiten auf den Tisch zu zaubern.

Das Inhaltsverzeichnis verspricht eine annehmbare Vielfalt an unterschiedlichen Gerichten, sodass es einem auch bei regelmäßiger Nutzung des Kochbuches nicht langweilig werden sollte. Den Auftakt bilden die Suppen wie Erbsensuppe oder Gerstensuppe. Mit Wirsingkohleintopf, Gemüsegulasch und ähnlichem geht es im Kapitel über Eintöpfe weiter. Kartoffel- und Nudelgerichte sowie Rezepte mit Knödeln, Polenta und Reis knüpfen dort an: Von Kartoffeln mit Brokkoli über Spaghetti mit Zwiebelsauce bis hin zu gebackenen Reisbällchen reicht die Auswahl. Aufläufe und Überbackenes sowie Nocken und Spätzle bilden eigene Kapitel mit vergleichsweise wenigen Vorschlägen. Ein größeres Kapitel dagegen ist das folgende, in dem es um Zünftiges und Traditionelles geht. Das Hauptaugenmerk liegt auf deftigen Zutaten, ob Speck, Zwiebeln, Innereien oder Pilze. Zuletzt sorgen zwei Kapitel für den süßen Abschluss. Zum einen gibt es Vorschläge für süße Leckereien, die ebenso als Hauptgericht dienen können, etwa Topfenknödel oder Kirschauflauf, zum anderen liefert das Buch auch Rezepte für Nachtische in der typischen Portion, die man nach einem guten Essen gerade noch so verträgt, ohne zu platzen. Hier darf sich der Leser auf Orangencreme, Erdbeertörtchen und Zwiebackschale freuen.

Schon der abgebildete Euro auf dem Cover lässt keinen Zweifel daran, dass dieses Buch beim Sparen helfen will. In Zeiten von Wirtschaftskrisen sicherlich eine sinnvolle Idee; aber kann das Buch halten, was es verspricht, nämlich Vielseitigkeit und Raffinesse für wenig Geld? Zudem soll der Leser durch die schnell zubereiteten Speisen auch Zeit sparen können.
Was die Zeit angeht, stimmt das Verkaufsargument nur teilweise. Zwar bietet das Kochbuch viele Vorschläge, die sich in einer halben Stunde oder noch schneller zubereiten lassen - andererseits gibt es aber auch genügend Rezepte, für die man locker eine Stunde oder aber eine stundenlange Wartezeit mit einrechnen muss.
Die ganz raffinierten Ideen bei den Rezepten bleiben leider aus. Das mag zum Teil sicherlich an den Kosten ausgefallener Zutaten liegen, aber viele Gerichte orientieren sich dann doch zu sehr an solider Hausmannskost; gewürzt wird oft nur mit Salz und Pfeffer. Das wird nicht jeden Geschmack treffen; vor allem experimentierfreudige Hobbyköche könnten sich mit der zugegeben recht umfangreichen Auswahl an Rezepten dennoch schnell langweilen.
Nicht jedes Gericht hat eine Abbildung anzubieten; die vorhandenen Fotografien sind nett und appetitlich angerichtet.

Wer jeden Cent zweimal umdrehen will oder muss, sollte einen Blick in "Das Ein-Euro-Kochbuch" riskieren, denn hier findet man viele Rezeptideen, die sich mit günstigen Einkäufen bewerkstelligen lassen. Hobbyköche, die nicht nur Wert auf kostengünstige, sondern auch auf kreative Gerichte legen, werden nur teilweise Gefallen an den oft soliden, bodenständigen Rezepten finden.

Tina Klinkner



Hardcover | Erschienen: 1. Februar 2009 | ISBN: 9783702012175 | Preis: 9,95 Euro | 143 Seiten | Sprache: Deutsch

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