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 Die Kaste der Meta-Barone: Die Waffen des Meta-Barons


Cover
Gesamt ++---
Anspruch
Aufmachung
Brutalität
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung


Der letzte der Meta-Barone hat geschworen, niemals einen Sohn zu zeugen. Namenlos will das grausame Ritual des Vatermords, der vor der Initiation zum Meta-Baron steht, nicht mehr durchführen. Seine Allmacht soll mit seinem Tod der Vergessenheit anheim fallen. Doch eines Tages sieht sich Namenlos seines Gedächtnisses beraubt. Nur sein Ziel, das Herz des Universums und der Omnigraal, den er dort hinbringen muss, sind ihm geblieben. Mit seinem treuen Roboter Onko trifft er dort auf acht weise, uralte Entitäten, die ihm sein Gedächtnis zurückgeben und dem Meta-Baron absolute, unendliche Macht versprechen. Dafür muss er nur vier Aufgaben bewältigen, die noch niemand vor ihm meisterte.
So macht sich Namenlos mit seinem Meta-Schiff und Onko auf den Weg, sich Mächten zu stellen, die das gesamte Universum vernichten können, in seiner Hand jedoch zu Werkzeugen werden, die auf ewig unbesiegbar machen.

In der langen Reihe der Veröffentlichungen hat "Die Waffen des Meta-Barons" eine Sonderstellung. Nicht nur die extrem lange Entstehungszeit von fast einem Jahrzehnt, auch die Zusammenstellung zweier völlig unterschiedlicher Artworks in einem Band lassen dieses Abenteuer als Unikum erscheinen. Chronologisch ans Ende der langen Veröffentlichungsreihe über den Incal und die Meta-Barone gehörend, erscheint es in Deutschland einige Wochen vor dem vierten Doppelband, der den Protagonisten der "Waffen des Meta-Barons" überhaupt erst vorstellt.

Fans des großen und unvergleichlichen Jodorowsky werden nicht zögern diesen Band zu erwerben, für sie gehört jedes Album in die eigene Sammlung. Wer aber von den Meta-Baronen wenig gelesen hat und die jüngst neu aufgelegten Doppelbände nicht kennt, sollte Abstand von einem Kauf nehmen. Die Geschichte - obzwar eigenständig - wirkt abstrus und wenig überzeugend auf Neulinge, vielleicht sogar abschreckend.
Denn was Jodorowsky hier zusammengesponnen hat, ist nicht auf dem Niveau seiner sonstigen Ergüsse über die Meta-Barone. Es ist eine teilweise schwülstige, manchmal arg vorhersehbare Story über einen Heros, dem Selbstzweifel ebenso fremd sind wie Skrupel oder gar eine wie auch immer geartete Moral. Sinn macht dieses Abenteuer nicht, es wirkt wie ein Alptraum nach einer durchzechten Nacht.

Über allem aber ragt die Frage, ob zwei Künstler, die unterschiedlicher nicht sein können, einen in sich geschlossenen Band geschaffen haben? Das Fazit ist eindeutig, sie haben es nicht vermocht!
Sind die Bilder von Travis Charest detailverliebt, fast fotorealistisch und elegant, weisen die Zeichnungen von Zoran Janjetov harte Linien, einfache Hintergründe und fast X-Men-artige Züge auf.
Stellt der erstere den Meta-Baron als verletzlich, menschlich und emotionsgeladen dar, gerät bei letzterem dieser Held zu einem Comic-Abziehbild ähnlich Superman - keine Mimik, kein Ausdruck, kein Gefühl. Verliert sich Charest in wunderschönen Hintergründen und fast steril wirkenden Szenarien, schafft es Janjetov, Action pur darzustellen und eine Dynamik in die Bilder zu zaubern, die ihresgleichen sucht.
Die Zusammenschau mag zwar von künstlerischem Standpunkt aus höchst interessant sein und der Vergleich sogar richtig spannend, dem Comic-Leser aber gerät die Geschichte dadurch völlig aus dem Blick. Zwei gänzlich unterschiedliche Helden kämpfen da gegen das Böse, zwei differierende Welten werden visualisiert.

Schade, die Idee war glänzend, die Wahl des Illustrators perfekt. Doch Charest hat es nicht vermocht, sein Werk zu vollenden, zu perfektionistisch war seine Herangehensweise. Und Janjetov, für sich genommen ebenso genial wie sein Vorgänger, knüpft nicht an die Illustrationen an, sondern schafft ein eigenes Artwork, das zum ersteren eine so gewaltige Distanz aufbaut wie nur möglich.
Der Leser steht verzweifelt vor diesem Album, sucht nach den genialen Augenblicken, den einzigartigen Momenten, dem Ideenreichtum des Szenaristen und Autors Jodorowsky.

Der Splitter Verlag hat zwar in puncto Druckqualität, Layout und Preis alles richtig gemacht, kann aber nicht verbergen, dass "Die Waffen des Meta-Barons" allenfalls vom künstlerischen Standpunkt aus interessant ist, keinesfalls aber das Niveau der Doppelbände über die Meta-Barone erreicht.
Fans müssen dieses Wagnis erwerben, alle anderen sollten um diesen Band einen weiten Bogen machen.

Stefan Erlemann



Hardcover | Erschienen: 01. April 2009 | ISBN: 9783868690163 | Originaltitel: Les armes du Méta-Baron | Preis: 14,80 Euro | 64 Seiten | Sprache: Deutsch

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