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 Totentanz Berlin


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Gesamt +++++
Anspruch
Aufmachung
Bildqualität
Preis - Leistungs - Verhältnis


War es Vaterlandsliebe und Pflichttreue, die Jugendliche in den letzten Tagen des Dritten Reiches in den Krieg ziehen ließ? Oder der Glaube an einen "Endsieg" oder an ein Abenteuer?
"Totentanz Berlin" ist der Tatsachenbericht eines jungen deutschen Soldaten, der am 29. März 1945, gerade 17 Jahre alt geworden, zum Wehrdienst eingezogen wurde. Er kämpfte in den letzten Tagen des Dritten Reiches an der Oderfront und war beim Kampf in Berlin dabei. Der Autor, Helmut Altner, schrieb seine Erlebnisse nach der Rückkehr aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft Ende 1946 auf. Anfang 1947 erschienen die Berichte unter dem Titel "Totentanz Berlin". Die Erstauflage war schnell vergriffen, eine Neuauflage gab es jedoch nicht.
Erst jetzt, über sechzig Jahre später, wurde das Buch wieder aufgelegt, nachdem ein amerikanischer Offizier es in den sechziger Jahren wiederentdeckte, seine Bedeutung erkannte, den Autor in Paris fand und mit ihm zusammen an der Neuauflage arbeitete.

Das Vorwort beschreibt zuerst die Entstehungsgeschichte des Buches. In dreizehn Kapiteln schildert der Autor Einberufung, Ausbildung und Einsatz an der Front, sowjetischen Großeinsatz und Rückzug, die Kämpfe in Berlin, zum Beispiel in den U-Bahn-Tunneln, die letzten Tage, der Ausbruch nach dem Westen und das Ende des Krieges.
Angefügt sind vier Anlagen mit Quellen. Ein Orts- und Personenregister fügt sich an. Bebildert ist das Buch mit Karten, die die Kampfeinsätze dokumentieren und die subjektiven Erfahrungen des Jungen mit den Ereignissen verbinden, in die er damals naturgemäß als einfacher Soldat keine Einsicht haben konnte. So ergibt sich ein großes Gesamtbild.

Die Sprache des jungen Soldaten ist einfach, die Texte sind gut lesbar und verständlich. Dennoch lassen die Berichte an Genauigkeit der Kriegsbeschreibungen nicht zu wünschen übrig, um eine schonungslose Lage in den letzten Kriegstagen des Dritten Reiches aufzuzeigen. Besonders die Sinnlosigkeit, mit der viele junge Leute in den letzten Kriegswochen unter der Anleitung von erfahrenen Wehrmachts- und SS-Angehörigen geopfert wurden, dürfte die Lektüre für einen jungen Menschen heute lohnenswert machen. Spannend zu lesen ist dieser Kriegsbericht ohnehin. Deshalb kann man diesen Augenzeugenbericht heutigen, besonders natürlich jungen Lesern nur empfehlen. Auch als Schullektüre ist er wegen der authentischen Eindrücke gut geeignet, aber dazu mit seinen mehr als dreihundert Seiten wahrscheinlich etwas zu dick.

Ein sehr zu empfehlender Augenzeugenbericht eines jungen Soldaten, der schonungslos und authentisch über die letzten Kriegstage des Dritten Reiches Zeugnis ablegt.

Nele Kohrs



Hardcover | Erschienen: 01. März 2009 | ISBN: 9783868550184 | Preis: 19,80 Euro | 368 Seiten | Sprache: Deutsch

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