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 Meister des Schreckens, Folge 6: Das Bildnis des Dorian Gray


Cover
Gesamt ++++-
Anspruch
Aufmachung
Brutalität
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Ton


Dorian Gray ist ein wohlhabender, gutaussehender junger Mann, der in der High Society von London hoch angesehen ist. Eines Tages lässt er sich von dem befreundeten Künstler Basil Hallward portraitieren. Bei dieser Gelegenheit lernt er dessen exzentrischen Freund Lord Henry Worron kennen, der anwesend ist, als Basils Nichte Rebecca den Wunsch äußert, dass Dorian ewig so jung und schön bleiben möge wie auf diesem Bild, damit sie heiraten könnten, wenn sie einmal alt genug dafür sei. Dorian wiederholt diesen Wunsch, denn was niemand weiß, ist, dass die Katzenstatue, die neben dem Gemälde steht, das Artefakt einer dämonischen Gottheit ist, die den Wunsch der Menschen umgehend erfüllt. Dorian Gray bleibt jung und schön, während das Gemälde an seiner Statt altert. Doch der Charakter Grays verkommt mehr und mehr, und so zeichnet das Portrait bald das Antlitz eines machthungrigen, liederlichen Mannes, der nur auf seinen Vorteil bedacht ist. Und das Gemälde fordert unerbittlich seinen Preis?

Bereits die ersten Minuten fesseln den Hörer mit einem packenden Soundtrack, der episch durch die Boxen wummert. Die Stimme von Klaus-Dieter Klebsch lässt in Kombination mit den einsetzenden Geräuschen bereits die ersten Bilder plastisch vor dem geistigen Auge entstehen und eröffnet die Geschichte, wie es ein Hollywood-Blockbuster nicht besser hätte machen können. Ascan von Bargen schuf aus dem Roman von Oscar Wilde ein spannendes und temporeiches Hörspiel, das durch die professionelle Inszenierung und die versierten Synchronsprecher zu einem echten Highlight innerhalb des umfangreichen Programms der Verlagsgruppe Hermann wird. Mit Abstand ist das Hörspiel aber das Beste der Gruselreihe "Meister des Schreckens" und präsentiert dem Hörer einen echten Klassiker der Weltliteratur. Mit Florian Halm wurde die optimale Besetzung von Dorian Gray gefunden; der Synchronsprecher leiht üblicherweise Jude Law oder Colin Farrell seine Stimme. Peter Weis spricht den gelangweilten und exzentrischen Lord Henry Worron ebenso glaubhaft wie Klaus Dittmann den Künstler Basil Hallward. Die Namen bekannter Schauspieler und Sprecher reichen bis in die kleinsten Nebenrollen. Helmut Krauss beispielsweise spricht einen Kutscher, während Volker Brandt als Khaled nur in der Vergangenheitsszene am Beginn zu hören ist. Des Weiteren bereichern Wolfgang Bahro, Roswitha Benda, Gisela Fritsch, Peter Groeger, Christian Rode und viele andere mehr dieses äußerst stimmungsvolle Hörerlebnis. Nur bei den Effekten bietet die Produktion das normale Datenbankrepertoire. Der Kampflärm in der Eröffnungssequenz besteht aus dem üblichen Säbelgeklapper und den Gewehrschüssen aus der Konserve und wirkt bisweilen etwas lieblos. Dieser Umstand indes trübt den guten Gesamteindruck aber nur wenig, so dass "Das Bildnis des Dorian Gray" ein Gruselhörspiel par excellence darstellt, das uneingeschränkt empfohlen werden kann.

Das Bookletcover zeigt die Zwiespältigkeit des Dorian Gray. Inhaltlich hätte der Einleger etwas mehr Gehalt haben dürfen - beispielsweise Vitae von Ascan von Bargen und Oscar Wilde, oder auch Fotos der Sprecher.

Fazit:
Ein Klassiker der Weltliteratur als Hörspiel, so packend inszeniert wie ein Film made in Hollywood. Die hochkarätigen Synchronsprecher tun ihr Übriges, um das Hörvergnügen perfekt zu machen.

Florian Hilleberg



CD | CD-Anzahl: 2 | Erschienen: 01. März 2009 | FSK: 16 | ISBN: 9783867141352 | Laufzeit: 116 Minuten | Preis: 11,95 Euro

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