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 Batman: Arkham Asylum

Ein düsteres Haus in einer finsteren Welt

Serie: Batman
Autoren: Grant Morrison
Illustratoren: Dave McKean
Übersetzer: Christian Heiß
Verlag: Panini Comics

Cover
Gesamt +++++
Anspruch
Aufmachung
Bildqualität
Brutalität
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Im Arkham Asylum, der berühmt-berüchtigten Irrenanstalt von Gotham City, gab es eine Revolte. Die gefährlichsten Kriminellen der Stadt sind ausgebrochen und haben die Anstalt besetzt. Das Personal nahmen sie als Geiseln. Neben einigen Forderungen, die vor allem zu ihrem Geisteszustand passen, wollen die Insassen vor allem eins: Batman. Gothams dunkler Ritter im Fledermauskostüm soll nach Arkham kommen und sich den Insassen stellen. Dann, aber auch nur dann, werden sie ihre Geiseln gehen lassen.
Um das Leben der unschuldigen Mitarbeiter nicht weiter zu gefährden, willig Batman ein. Wenn auch mit einem sehr mulmigen Gefühl, denn manchmal ist er sich nicht sicher, wie verrückt man sein muss, um sich ein Kostüm überzustülpen und auf Verbrecherjagd zu gehen.
In Arkham hält der Joker, der zum Rädelsführer der Insassen wurde, sein Versprechen und lässt die Geiseln frei. Nur einige der Mitarbeiter wollen das Gelände nicht verlassen, darunter Ruth Adams, die ansässige Psychologin, Auf Jokers Wunsch hin soll sie Batman analysieren – bevor die Insassen Jagd auf den Mann machen wollen, der sie nach Arkham brachte.

In einer parallelen Handlung wird die Geschichte des Amadeus Arkham verfolgt, der Gründer der Arkham Anstalt. Nach dem Tod seiner wahnsinnigen Mutter beschließt er, das Familienanwesen in ein Sanatorium umzuwandeln, um den Geisteskranken zu helfen. Aber Arkham ist von Anfang an ein Ort der Alpträume – die dazu noch alle wahr zu werden scheinen. Mit seinen Entscheidungen soll Amadeus Arkham den Grundstein für einen Ruf legen, den das Arkham Sanatorium mit seinen grausigen neuen Insassen nur zu gut verteidigen kann.

„Arkham Asylum“ ist eines dieser berühmten Comics, die zeigen, dass auch Superheldengeschichten ein erwachsenes und anspruchsvolles Publikum ansprechen können.
Zum einen wäre da die Handlung, die auf zwei Ebenen erzählt, was Arkham aus seinen Insassen macht – Monster – und davon handelt, dass man sich nur schwer der Düsternis dieses Ortes entziehen kann.
Gleichzeitig beleuchtet der Comic eine neue Seite von Batman. Hier ist er verletzlich, seelisch wie körperlich, gereizt, unsicher und wirklich in die Enge getrieben. Strahlende Helden findet man hier nicht. Der Joker dagegen strahlt in seinem Wahnsinn geradezu. Hier wurde ein unberechenbarer Charakter geschaffen, der wirklich Angst machen kann, der Gefahr aussendet und dabei doch einen makaberen Sinn für Humor zeigt.
Auch zeigt Grant Morrison die enge Beziehung zwischen Joker und Batman. Der Joker kennt Batman, wahrscheinlich braucht er ihn sogar – und er kann ihn perfekt manipulieren. Sei es durch die Drohungen gegen die Geiseln – oder mit den kleinen Sticheleien über Robin und eine mögliche Homosexualität Batmans.

All das ist harter Stoff für Fans von bunten Superheldenbildern. So setzt Zeichner Dave McKean dem auch seine ganz eigene Bilderwelt entgegen. Diese ist wirklich anders, als „gewöhnliche“ Comics. Häufig werden Collagen verwendet, die Hintergründe mit einbezogen, mit der Größe der Panels gespielt. Auch die Zeichnungen wirken irreal, haben etwas Traumhaftes und Nicht-Greifbares. Einzig die Mitarbeiter von Arkham werden deutlich gezeigt, die anderen Charakter – besonders Batman – sind häufig nicht mehr als Schatten oder Schemen.
Auch die Texte werden in diesen Kontext einbezogen. So hat Batman grundsätzlich schwarze Sprechblasen, der Joker frei schwebende, blutrote Schrift für seine Worte. Passende Unterstreichungen der Persönlichkeiten der Charaktere.

Das ist sicher nicht immer leicht zu lesen, an einigen Stellen wirkt die Geschichte sogar etwas anstrengend. Doch die Mischung, die Morrison und McKean da geschaffen haben, hat immer noch eine enorme Wirkung und weiß zu faszinieren – wenn man bereit ist, sich auf die Geschichte einzulassen.
Auch wenn vorne im Comic die Handlung als „Passionsspiel“ bezeichnet wird, der Vergleich zu „Alice im Wunderland“, auf das sich auch mehrmals bezogen wird, ist passender.
Man irrt mit Batman durch eine irreale, dunkle Welt voller Gefahren und fragt sich, ob es nach dem Alptraum noch ein Erwachen gibt.

Wer dunkle, innovative Comickunst mag, der wird mit „Arkham Asylum“ ein wahres Meisterwerk vorfinden. Düster, brutal – genial.

Susanne Fischer



Softcover | Erschienen: 1. Januar [Value3] | ISBN: 9783866078246 | Originaltitel: Batman: Arkham Asylum | Preis: 14,95 Euro | 132 Seiten | Sprache: Deutsch

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