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 Besser kochen mit Jamie


Cover
Gesamt ++++-
Anspruch
Aufmachung
Bildqualität
Preis - Leistungs - Verhältnis
Jamie Olivers bis dato siebtes Kochbuch ist vom Autor als eine Art Einführung in die Geheimnisse der Kochkunst anzusehen. „Dies ist mein siebtes Buch, aber ich werde das Gefühl nicht los, es hätte mein erstes sein sollen. Denn ich möchte Sie auf eine kleine Entdeckungsreise zu den Grundlagen des guten Essens, des Einkaufens und des Kochens mit erstklassigen Zutaten mitnehmen.“ Oliver, der als Inhaber mehrerer Restaurants und vor allem als Fernsehkoch auf sich aufmerksam gemacht hat, versucht dem Leser dieses Buches einen Grundkurs zu geben, nach dem dann jeder Hobbykoch die Grundlagen der guten Küche beherrschen sollte. Er vergleicht die in diesem Buch vermittelten Fertigkeiten, Informationen zu Nahrungsmitteln und Rezepte mit der Einführung, die Auszubildende in seinen Restaurants durchlaufen müssen.

Dass dieser Einführungskurs nicht in einem oder zwei Tagen absolviert werden kann, zeigt schon das Gewicht und die Dicke des Buches. Auf 448 Hochglanzseiten präsentiert Jamie Oliver Informationen zu Nahrungsmitteln, Schnitttechniken, Tipps zur Aufbewahrung von Speisen und natürlich jede Menge Rezepte. „Besser Kochen mit Jamie“ beginnt mit einer dreiseitigen Einführung, in der Oliver dem Leser aufzeigt, was ihn dazu bewogen hat, dieses Buch zu schreiben, und welchen Stellenwert gutes Essen und auserwählte Zutaten für ihn haben. Bevor mit dem eigentlichen „Grundlagenkurs Kochen“ begonnen wird, wird auf einer Seite noch das „Fifteen“, so heißt Olivers Restaurant in London, vorgestellt. Blättert der Leser eine Seite weiter, beginnt die Thematik, die für den Leser kaufentscheidend sein sollte: Informationen, Tipps und Wissenswertes rund ums Kochen. Nach einigen „Bemerkungen zu Essen und Wein“ sowie Hinweisen zum richtigen „Spitzenequipment“, zum Beispiel Küchenmaschinen, richtige Messer, Salatschleudern oder Schneidebretter, stößt der Leser auf die erste Rezeptkategorie. Der erste Gang in Olivers Buch widmet sich dem Salat. Darauf folgen die nächsten Kategorien: Pasta, Gnocchi und Risotto, Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte, Gemüse und schließlich die Desserts. Am Ende des Buches gibt der Autor noch einige Tipps zur Sicherheit in der Küche, widmet sich auf zwei Seiten Gewürzen und Kräutern und stellt ein Register ans Ende.

Den Anspruch, einen Einführungskurs zu liefern, hat das Buch zumindest dann verfehlt, wenn dieser Einführungskurs für jedermann gedacht ist. Denkt man beispielsweise an den Mitte 30-jährigen Junggesellen, der sich von Backofen- und Mikrowellenessen ernährt, so wird schnell klar, dass dieser von Olivers Buch nur wenig bis nichts lernen wird. Rezepte wie „in der Pfanne gebratenes Rumpsteak mit Rotweinbutter und Olivenöl-Kartoffelpüree“ oder „mein schwarzer Kabeljau mit gedämpften Pak choi und Gurke“ klingen für jemanden, der nur sehr wenig Erfahrung mit dem Kochen hat, erst einmal zu abschreckend. Für Personen, die die Hürde „Nudeln mit roter Sauce“ bereits erfolgreich genommen haben, hat das Buch jedoch einiges zu bieten. Der Aufbau des Buches ist gut gelungen. Jamie Oliver stellt jeder Rezeptkategorie einige Seiten mit wichtigen Grundinformationen voran. Vor dem Abschnitt „Fisch und Meeresfrüchte“ stellt er beispielsweise die verschiedenen Fischarten vor und beschreibt, was welche Fischart auszeichnet. Des Weiteren gibt er Tipps, wie und wo man frischen Fisch am besten einkauft. Schließlich, bevor die Rezepte beginnen, zeigt er noch auf, wie man Fischfilets am besten zubereitet und auf welche Dinge der Hobbykoch besonderes Augenmerk legen sollte. Der Autor erklärt hier sachlich und ohne komplizierte Fachsprache, worauf es ankommt und was zu beachten ist. Diese sehr gute Art der Vorbereitung findet sich vor jeder Kategorie wieder und zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch. Die meisten Seiten nehmen, wie von einem Kochbuch erwartet, die Rezepte ein. Auf jeweils einer Doppelseite bekommt der interessierte Hobbykoch alle nötigen Informationen, die er für die Entscheidung, das Rezept nachzukochen, benötigt. In nahezu allen Fällen ist auf der einen Seite ein Foto des Gerichts zu sehen, auf der anderen das eigentliche Rezept. Neben der Personenanzahl findet der Leser am Seitenrand jeweils eine Zutatenliste, die so auch direkt als Einkaufszettel abgeschrieben werden kann. Oliver achtet auf ausgewählte Zutaten. Oft findet sich das Wort „Bio“ in seiner Liste wieder. Trotz dessen sind die Zutaten nicht so ausgefallen, sodass man sie in fast jedem gut sortierten Supermarkt kaufen kann. Der Rezepttext selbst ist sehr verständlich geschrieben und wirft meist keine Fragen auf. Ein negativer Kritikpunkt ist an dieser Stelle, dass eine Schwierigkeitsangabe, wie sie in einigen anderen Kochbüchern oft abgedruckt ist, fehlt. Denn die Rezepte in „Besser Kochen mit Jamie“ erscheinen zunächst oft sehr einfach, stellen sich in der Zubereitung jedoch oft als schwieriger und langwieriger heraus, als gedacht. Die Art der Rezepte, die in diesem Buch präsentiert werden, ist eher Sterneküche als Hausmannskost. So finden sich reichlich Rezepte, die eher für besondere Anlässe als für den täglichen Bedarf geeignet sind.

Während das Buch, wie schon erwähnt, für völlig unerfahrene Köche eher nicht geeignet ist, bietet es interessierten Hobbyköchen mit etwas höheren Ansprüchen jede Menge Tipps, Tricks und neue Möglichkeiten, den Gaumen zu kitzeln. Ein kleiner Geheimtipp zum Schluss: Am Ende des Buches befindet sich ein Rezept mit dem Namen „Kinderleichter Käsekuchen mit Vanille“, ein Rezept für einen Kuchen, der völlig zu Recht auf der Karte der Jamie-Oliver-Restaurants seinen Platz gefunden hat.

Das Buch ist für Köche, die ihren Horizont erweitern und auch einmal „sternenah“ kochen möchten, sehr empfehlenswert.

Daniel Lund



Hardcover | Erschienen: 10. Januar 2007 | ISBN: 9783831010318 | Preis: 26,90 Euro | 448 Seiten | Sprache: Deutsch

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