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 YIU, Band 6: Der Inquisitor und seine Beute

Serie: YIU, Band 6
Autoren: J.M. Vee, Téhy
Illustratoren: Stambecco, Vax
Übersetzer: Tanja Krämling
Verlag: Splitter Verlag

Cover
Gesamt +++++
Anspruch
Aufmachung
Bildqualität
Brutalität
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Das Jahr 2121: Yui ist eine der besten Auftragskillerinnen der Koalition der drei Hauptreligionen der heiligen Ökumene. Um Geld für ihren kleinen Bruder zu sammeln, nimmt sie die schwersten und grausamsten Aufträge an, die ihr ihre Meister erteilen. Dabei ist sie nicht mehr als ein Werkzeug, das gefühllos und präzise nur die geplanten Missionen befolgen muss. Erdacht und konzipiert wurden alle Aufträge von Eggor Eden Afschillen, Stratege und Inquisitor der Ökumene. Yiu hasst ihn dafür, dass er sich die Grausamkeiten ausdenkt, die sie ausführen muss aber wie es das Schicksal so will, wird sie nach einem Auftrag kontaktiert und ihr eine neue Mission anvertraut. Das Ziel: der Inquisitor selbst. Er hat Kontakt zu Gegnern der Ökumene aufgenommen und sein Überlaufen wird befürchtet. Grund genug, ihm Yiu auf den Hals zu hetzen. Aber die Sache hat einen Haken: Eggor hat in einem Memo-Tech wichtige Geheimnisse gespeichert und versteckt. Geheimnisse, die auf keinen Fall verloren gehen dürfen. Yius Auftrag ist es, das Memo-Tech zu bergen. Kein leichtes Unterfangen, denn Eggor hat Yius Erscheinen geplant. Was die junge Frau erst während ihrer Misson erfährt ist, dass sich beide schon einmal begegneten. Vor Jahren bildete der Inquisitor als Ausbilder E. die jungen Auftragskillerinnen aus, unter ihnen auch Yiu. Wie soll sie dem Mann begegnen, der sie zu dem Monster machte, das sie heute ist?

Yius Welt ist düster, brutal und exotisch. Wer schon mal einen der Comics von Téhy, Vax und J.M. Vee aufgeschlagen hat, der wird die Mischung aus Religion, Gewalt und Sex kennen. Dabei sollte man die Geschichten nicht unterschätzen: Die düstere Welt mit ihrer kalten Heldin ist hervorragend erdacht, steckt voller Details und birgt erstaunlich viel Tiefsinn. Selbst die kurzen, abgeschlossenen Episoden aus Yius frühen Jahren können auf ihren wenigen Seiten eine unglaubliche Bandbreite an Emotionen und Eindrücken liefern. Zudem erkennt man hier den sehr schwarzen Humor der Künstler, der sich hier am Ende in bitterstem Zynismus offenbart.
Die Zeichnungen sind wie in den anderen Bändern äußerst gelungen. Detaillierte Settings, die Yius Welt mit Leben erfüllen, Mimik, die einem einen Eindruck vom Seelenleben der Charaktere vermittelt, und eine gute Mischung aus blutigen Details und dem Wegblenden von allzu brutalen Schlachtfesten. Gelungen ist auch die Colorierung der Seiten, von dem kühlen Blau auf See über das triste Innere im Mutter-Heli bis zu den intensiven Tönen im Feuerschein.

Die gute Verarbeitung des Verlags mit Hardcover und schwerem Papier rundet den Gesamteindruck noch ab. Yiu ist ein düsteres Juwel des Splitter Verlags für alle Fans der harten Sci-Fi. Im sechsten Band ihrer Abenteuer erfährt man etwas mehr von ihren Anfängen und dem, was ihre Seele langsam zerstört. Brutal und unbarmherzig, aber sehr lesenswert.

Susanne Fischer



Hardcover | Erschienen: 23. September 2009 | ISBN: 9783868690286 | Originaltitel: Yiu: Premières Missions: L'Inquisiteur et la Proie | Preis: 12,80 Euro | 48 Seiten | Sprache: Deutsch

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