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 Die Königin des Feuers

Autoren: Barbara Erskine
Übersetzer: Ursula Wulfekamp
Verlag: Heyne

Cover
Gesamt +++--
Anspruch
Aufmachung
Brutalität
Gefühl
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Es begann alles mit Cartimandua. Sie war es, die Vivs bis dahin stabile Welt ins Wanken brachte. Dabei hatte Viv sie doch nur als Hauptforschungsobjekt ihrer geschichtlichen Ausarbeitung über die frühe keltische Geschichte auserkoren. Aber bereits der Titel ihrer Arbeit „Cartimandua, die erste britische Königin“ versetzt ihren Kollegen und Mentor Hugh Graham, ebenfalls Geschichtsforscher der pankeltischen Geschichte, in Rage. Auch er schreibt nämlich gerade an einem Werk über diese Zeit. Er spricht Vivs Arbeit jeglichen wissenschaftlichen Anspruch ab und bezeichnet sie als ausgedachten Blödsinn auf dem Niveau eines historischen Romans. Doch gerade diese harte Kritik und die Aussicht, nicht mehr lange ihrem Broterwerb nachgehen zu können, erwecken Vivs Widerstand. Niemand ahnt allerdings, wer Vivs Muse ist, die sie dazu bringt, so überzeugt über eine Zeit zu schreiben, über die man bestenfalls spekulieren kann. Nur Viv ahnt es - weiß es: Cartimandua selbst erscheint ihr und diktiert Viv ihre Geschichte. Sie macht sie zum Sprachrohr einer längst vergessenen Zeit. Doch weshalb kann Viv diese Stimme hören? Alles hat seinen Anfang genommen als sie zum ersten Mal die unheimliche Cartimandua-Fibel von Hugh Graham in Händen gehalten hat. Bald schon fragt sich die Historikerin, ob neben Cartimandua noch andere Gestalten aus der Vergangenheit erweckt wurden. Um dies erfahren, bleibt ihr nur eins. Sie muss Cartimandua zuhören und sie ihre Geschichte erzählen lassen ohne Rücksicht auf die Konsequenzen in Vivs eignener Zeit.

„Die Königin des Feuers“ ist ein historischer Roman von Barbara Erskine. Auf den ersten Blick mag man daran zweifeln, denn die Rahmenhandlung spielt in der heutigen Zeit und die Konsequenzen der Vergangenheit materialisieren sich ebenfalls in der Gegenwart. Hauptbestandteil des Buches ist jedoch die Geschichte von Cartimandua, die den Kelten angehörte, während die Römer sich anschickten, Britannien einzunehmen. An sich ist das eine spannende Geschichte, die für reichlich Verwicklungen sorgt. Aber Autorin Barbara Erskine reicht dies nicht. Sie verknüpft diese Handlung mit einer weiteren Geschichte, die in unserer heutiger Zeit spielt und die durch das hereinbrechen der Vergangenheit total durcheinander gebracht wird.

Während die historischen Ereignisse interessant sind und einen schönen Einblick in die Geschichte der Kelten und Römer gibt, entwickelt sich die in der heutigen Zeit stattfindende Handlung als übertrieben dramatisch. Die Geschehnisse der Vergangenheit werden nämlich in der heutigen Zeit noch einmal potenziert und stellen ein unendlich verworrenes Echo der vorangegangenen Ereignisse dar. Daher kann es passieren, dass der Leser zwar unbedingt wissen möchte, was in der Vergangenheit passiert, aber nach und nach von der aktuellen Handlung abgeschreckt wird, weil sie unheimlich, dramatisch und hoffnungslos verworren wirkt.

Sehr schade, denn damit wird „Die Königin des Feuers“ zu einem der Bücher, in denen weniger vielleicht mehr gewesen wäre.

Sandra Seckler



Taschenbuch | Erschienen: 1. September 2009 | ISBN: 9783453406599 | Originaltitel: Daughters of Fire | Preis: 9,95 Euro | 862 Seiten | Sprache: Deutsch

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