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 Detektiv Conan: Detektiv Conan Band 16


Cover
Gesamt ++++-
Anspruch
Aufmachung
Brutalität
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung


Im Anwesen der Nagatos, einer prachtvollen Villa, feiert Dosan Nagato, Präsident der Nagato-Group im engsten Familienkreis seinen Geburtstag. Auch Conan, Kogoro, Ran und Heiji Hattori nehmen an der Feier teil.
Doch die Feier endet jäh, als eine Gestalt, dessen Haupt mit einem blutgetränkten Verband umhüllt ist, eine tödliche Warnung ausstößt. Als die Party-Gäste der Gestalt nach draußen folgen, sehen sie den grausam auf den Zinnen eines eisernen Zaunes aufgespießten Körper des Schwiegersohnes Mitsuaki. Der Verdacht fällt sofort auf den Sohn Dosan Nagatos, Hideomi, der seit einem Brandunfall vor einigen Jahren einen Gesichtsverband trägt. Nur seine Braut, Miyuki Hyuga, glaubt an seine Unschuld.
Im zweiten Fall scheint ein Gespenst in der Teitan-Grundschule des Nachts die Gänge unsicher zu machen. Conan und seine Freunde lassen sich in der nächsten Nacht im Schulgebäude einschließen, um der Sache auf den Grund zu gehen.
Im dritten Fall kündigt der weltweit gesuchte Meisterdieb "1412" einen Raub an. In der wertvollen Ausstellung im Baker-Museum ist auch Sonokos Familienschatz ausgestellt: Die "Black Star", eine kostbare Perle.
Auf dem Dach des Baker-Museum kommt es zum "Show Down" zwischen Conan und "1412", doch der Dieb, von den Zeitungen auch "Kaito Kid" genannt, entkommt, nicht ohne jedoch anzukündigen, dass er die "Black Star" stehlen wird und zwar, wenn er sich an Bord der "Queen Sallybeth" befindet, die am 19. April im Yokohama-Hafen ausläuft. Conan und die Polizei sind gewarnt, aber wird der Dieb dennoch erfolgreich sein?

Wieder vereint dieser sechzehnte Band der Manga-Reihe um Conan, den geschrumpften Meisterdetektiv Shinichi, sehr unterschiedliche Fälle. Fall Eins ist eine brillante Studie einer tragischen Rache und unglücklichen Liebe, Fall Zwei kompletter Blödsinn, der Kritik nicht wert und Fall Drei eine humoreske Einlage, die aus dem üblichen Krimi-Ratespiel herausfällt und gesondert betrachtet werden muss.
Die Tragödie, die den Hintergrund zu Fall Eins bildet, ist genial ersonnen und zeichnerisch wie textlich grandios in Szene gesetzt. Die Vergangenheit wirft lange Schatten in die Gegenwart und lässt das Opfer zum Täter werden. Diese Wandlung vom Opfer, dem grausam mitgespielt wurde und das auf Gerechtigkeit nicht hoffen kann, zum kaltblütig planenden und ausführenden Täter ist typisch für Aoyama. Er legt das Motiv weit in die Vergangenheit, macht die Opfer der Morde zu den eigentlichen, skrupellosen Tätern der Vergangenheit und vermittelt mit minimalistischen Mitteln einen derart tiefgreifenden Zusammenbruch des Mörders, dass einem Schauder über den Rücken laufen.
Über Fall Zwei decke ich den Mantel des Schweigens, er ist weder witzig noch logisch, eine reine Fingerübung für Aoyama, der gelegentlich auch etwas für Sechsjährige bieten möchte - das passt nur leider nicht zwischen die anderen Kriminalfälle.
Im dritten Fall wird ein neues Szenario entworfen. Ein Meisterdieb kündigt seinen Raub an und der Fall wird zum Duell zwischen Conan und dem Dieb. Der Fall hat keinen psychologischen Hintergrund und erhebt nicht den hohen Anspruch des ersten Falles, aber er ist witzig und ironisch, glänzt zeichnerisch und spart nicht mit kuriosen und effektvollen Einfällen. Er ist eine nette Zugabe zu den ansonsten tragisch endenden Mordfällen, weiß er doch ohne Leiche und grässliche Tatortbilder zu unterhalten. Dabei ist er logisch und korrekt erdacht und hervorragend ins Genre Manga umgesetzt.

Fazit: Der sechzehnte Band ist eine Kaufempfehlung wert. Fall Eins ist ein Musterbeispiel für die Fähigkeit des Autors, Humor mit Tragödie zu verbinden und Moral und Psychologie in Perfektion vorzuführen. Der Rest fällt ab, Fall Drei ist eine interessante intellektuelle Übung, nicht mehr, aber auch nicht weniger - wenn Aoyama doch nur die "Kriminalfälle" des Kinderquartetts wegließe.

Im Anhang findet sich Folge Sechzehn des Lexikons der Meisterdetektive. Mitsuhiko Asami, Held der Bücher Yasuo Uchida. Die Bücher sind die bekanntesten und meistverkauften der japanischen Krimiliteratur. Diese Folge ist sehr interessant, offenbart sie doch einen starken Einfluss dieses Autors und seines Detektivs auf die Conan-Reihe.

Stefan Erlemann



Taschenbuch | Erschienen: 01. August 2003 | ISBN: 3898853977 | Preis: 5 Euro | 192 Seiten

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