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 SinBad, Band 2: In den Klauen des Djinn

Serie: SinBad, Band 2
Autoren: Audrey Alwett, Christophe Arleston
Illustratoren: Pierre Alary
Übersetzer: Martin Budde
Verlag: Splitter Verlag

Cover
Gesamt ++++-
Anspruch
Aufmachung
Bildqualität
Brutalität
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Achtung: Das Abenteuer "In den Klauen des Djinn" verrät notwendigerweise wichtige Details aus "Der Krater von Alexandria", dem ersten Teil der Serie "SinBad". Der Leser, der sich die Spannung auf dieses Abenteuer nicht nehmen lassen will, sollte die folgende Inhaltsangabe nicht lesen.

SinBad ist der Zaubererin Turabah nur knapp entkommen. Er ahnt nicht, dass die mörderischste Dienerin der boshaften Tubarah ihm immer noch auf den Fersen ist und vor Mordlust nur so geifert. Es ist die Löwin Azna, die durch einen Fluch von Turabah nur bei Gefahr ihre Gestalt von Löwin zur Frau und umgekehrt wechseln kann. Als sie SinBad stellt, reißt sie ihren Rachen auf, um dem Befehl Turabahs Genüge zu tun und den diebischen Seefahrer zu töten. Doch SinBad gelingt es ein zweites Mal, Azna zu betören und gibt ihr einen Kuss. Daraufhin wird die Löwin zur Frau. SinBad hat unwissentlich den Fluch gebrochen. Zwar ist er nun eine unerbittliche Gegnerin losgeworden, doch lässt ihn die junge Frau mit der Hoffnung auf ewige Liebe keinen Schritt mehr ohne sie machen.
SinBad aber ist auf der Suche nach seinen Eltern und dem Geheimnis seiner Herkunft und kann diese Löwenfrau überhaupt nicht brauchen. Viel zu auffällig in Löwengestalt und nicht minder Aufsehen erregend als nackte, weiße Frau, sieht er sich vor noch mehr Problemen als zuvor. Würde er ahnen, dass Turabah schäumend vor Wut bereits von der Fahnenflucht Aznas weiß und sogar die Pest aussendet, um alle zu töten, die ihr nicht gefällig sind und SinBad an sie ausliefern, er würde schnellstens aus der Stadt fliehen. So aber macht er sich zur Residenz des Kalifen von Bagdad auf, um seine Herkunft endlich offenzulegen.

Nach dem furiosen und sehr actiongeladenen Auftakt in "Der Krater von Alexandria" - übrigens ein Kelch und kein geologisches Phänomen - sind Leser wie Fangemeinde des grandiosen Szenaristen Arleston ("Lanfeust der Sterne", "Lanfeust von Troy", "Die Schiffbrüchigen von Ythaq", "Elixier", "Morea") und des Illustrators Alary, in Erwartung eines weiteren Glanzstücks äußerst gespannt auf den zweiten Teil.
"In den Klauen des Djinn" kann den Spannungsbogen leider nicht ganz einhalten, das Vorgängeralbum nicht übertreffen. Zu sehr fehlt Turabahs Ekelhaftigkeit, zu wenig kann Azna überzeugen. Auch grafisch ist die Löwin weitaus besser gelungen als die Frau, die SinBad nicht mehr von der Seite weicht. Auch der Seefahrer selbst bekommt wenig Gelegenheit, zu glänzen und seine wahren Talente zu zeigen.

Doch eine Enttäuschung ist das zweite Album dennoch nicht. Es erzählt nur ein wenig ruhiger die Geschichte der Suche SinBads und verliert sich ein wenig in den Streitigkeiten des Djinn mit dem Kalifen. Kann der Djinn mit seiner ausgesuchten Boshaftigkeit noch glänzen, bleibt der Kalif blass und wenig überzeugend.
Grafisch gelingt es Alary den Wechsel im Erzählton Arlestons perfekt zu begleiten. Seine Bilder sind wundervoll ausgearbeitet, detailreich, spannungsgeladen und geben die innere Pein SinBads genial wieder. Farbenfroh und märchenhaft vermittelt der Illustrator das Bild einer geheimnisvollen, magischen Welt, in der SinBad als einziger ein ehrenhaftes Ziel hat. Ausgerechnet der Dieb und Betrüger, notorische Verführer und unstete Geist vermag der Geschichte Tiefgang und Form zu geben. Was Turabah in ihrer ziellosen Grausamkeit, der Djinn in seiner ruhelosen Boshaftigkeit, der Kalif in seiner ewigen Angst vor Tod und Machtverlust und Azna in ihrer Zerrissenheit zwischen Liebe und Verachtung dem Seefahrer gegenüber nicht vermögen, nämlich die Geschichte zu strukturieren, gelingt Arlestons SinBad fast spielend - nicht zuletzt natürlich dank der genialen Zeichnungen Alarys.

Wer den ersten Teil verschlungen hat, muss auch "In den Klauen des Djinn" lesen - und nur dann, den ohne das erste Album ist Teil zwei sinnlos und unverständlich!

Stefan Erlemann

Probe



Hardcover | Erschienen: 26. November 2009 | ISBN: 9783940864826 | Originaltitel: Sinbad: La griffe du Génie | Preis: 13,80 Euro | 53 Seiten | Sprache: Deutsch

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