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 Baker Street, Band 1: Sherlock Holmes fürchtet sich vor gar nichts

Serie: Baker Street, Band 1
Autoren: Pierre Veys
Illustratoren: Nicolas Barral
Übersetzer: Martin Surmann
Verlag: Piredda Verlag

Cover
Gesamt +++++
Anspruch
Aufmachung
Bildqualität
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Sherlock Holmes ist der genialste Detektiv aller Zeiten. Findet zumindest er selbst. Doktor Watson ist davon weniger überzeugt, zollt den oft skurrilen Schlussfolgerungen seines Freundes jedoch den nötigen Respekt - weiß er doch, dass Sherlock höchst unangenehm werden kann, wenn er nicht genügend gelobt wird.
Auch in seinem neuesten Fall begleitet ihn der Doktor selbstverständlich. Doch was Sherlock da von sich gibt, scheint höchst unwahrscheinlich. Ein alter Lord ist von seinem Kahn in die Themse gefallen. Niemand war in unmittelbarer Nähe, niemand hat ihn gestoßen, kein naheliegender Grund scheint in Sicht, wie er über die Reling seines eigenen Kahns gehen konnte. Doch Holmes hat einen genialen Einfall und beeindruckt einmal mehr seine Zuhörer - auch wenn Watson sehr skeptisch ist, ob wirklich der Sandsack eines Atmosphärenballons die Ursache für den Sturz des alten Lords ist. Aber Holmes sonnt sich in der Anerkennung seiner Zuhörer - bis die Frau des Lords in die Clubräume stürmt.

"Sherlock Holmes fürchtet sich vor gar nichts", der erste Band der Reihe "Baker Street" von Illustrator Nicolas Barral und Szenarist Pierre Veys, belebt einen Mythos der englischen Kriminalliteratur auf eine Art und Weise wieder, dass man aus dem Staunen nicht mehr heraus kommt.
Holmes ist ein eitler Geck, der sich gerne reden hört, der genial und verrückt zugleich ist und der einzig seinen Ruhm im Blick hat. Watson ist ein witziger Trinker, der auf Holmes aufpasst, seine Launen und Marotten erträgt und wenig von der Kombinationsgabe seines Freundes hält. Lestrat ist ein Depp, vor dem sich Holmes und Watson sogar im Schrank verstecken; Mrs. Hudson eine robuste, bärbeißige Hauswirtin, deren Küche mehr als eiserne Mägen verlangt, und Professor Moriarty ist ebenso wie Holmes genial und eitel - verrückt und manisch hat er seinen Gegner im Blick und versucht diesen zu übertölpeln.

Das Ganze wird so irre komisch präsentiert, dass man aus dem Lachen kaum herauskommt. Die Fälle, ebenso genial wie absurd konstruiert, dienen einzig dem Ziel, Holmes in Szene zu setzten - respektive ihn lächerlich zu machen - und Watson Gelegenheit zu geben, seinen Freund das eine ums andere Mal zu übertrumpfen.

Die Kurzgeschichten im ersten Band sind ebenso genial geschrieben wie wundervoll illustriert. Ausgezeichnet mit einer Medaille der französischen "Sherlock Holmes Gesellschaft", ist "Baker Street" eine Wiederbelebung, Hommage und Neuinterpretation zugleich, die mehr als nur unterhält - sie begeistert schlicht! Warum es allerdings elf Jahre gedauert hat, bis dieses fantastische Album seinen Weg von Frankreich bis nach Deutschland gefunden hat, ist ein absolutes Rätsel!

Ein winziger Wermutstropfen ist die in verwendete Schriftart in den gelb gehaltenen Textblöcken, die als Bericht von Doktor Watson firmieren - sie ist zwar einer Schreibschrift nachempfunden, die von einem starken Charakter zeugt, doch leider ist ziemlich unleserlich und für Brillenträger ein Gräuel.

Stefan Erlemann



Hardcover | Erschienen: 15. März 2010 | ISBN: 9783941279353 | Originaltitel: Sherlock Holmes n'a peur de rien | Preis: 13 Euro | 48 Seiten | Sprache: Deutsch

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