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 Lucky Luke, Band 21: Lucky Luke: Vetternwirtschaft

Serie: Lucky Luke, Band 21
Autoren: René Goscinny, Morris
Verlag: Egmont Manga & Anime

Cover
Gesamt ++---
Anspruch
Aufmachung
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Joe, William, Frank und Averell Dalton hausen in einer Bruchbude am Rande der Prärie. Die Steckbriefe ihrer berühmten Vettern hängen an der Holzwand. Tausende von Dollar Belohnung war es der Justiz wert, sie einzufangen. Doch das ist Vergangenheit. Dank Lucky Luke gibt es diese vier grausamen und im "Wilden Westen" berühmten Daltons nicht mehr. Ihre Vettern hingegen nimmt niemand ernst. Für sie werden nicht mal fünf Dollar gezahlt.
Das wollen die vier Brüder ändern. Sie beschließen, berühmt und berüchtigt zu werden. Doch die ersten Gehversuche als erfolgreiche Verbrecher fallen ins Wasser. Immer ist es Lucky Luke, der verhindert, dass die Vier zu Ruhm gelangen.

Die Daltons beschließen, Lucky Luke zu töten. Der aber überredet die Brüder, ihn in ihre Bande aufzunehmen und verspricht, ihnen zu helfen. Er ist der Meinung, dass er so das Schlimmste verhindern kann. Nach anfänglichen Niederlagen klappt alles plötzlich "wie am Schnürchen". Bank auf Bank wird erfolgreich ausgeraubt und die Extrablätter der Zeitung liegen kaum fünf Minuten nach dem Überfall in ihren Händen. Ob das mit rechten Dingen zugeht? Erst als die Daltons eine Bank ohne die Begleitung und "Hilfe" Lucky Lukes ausrauben wollen, erleben sie ihr blaues Wunder.

Der Band "Vetternwirtschaft" erzählt die Anfänge der langen Gauner-Karriere der Dalton-Brüder. Anfangs völlig unbekannt, werden sie im Laufe der Jahre zu ständigen Begleitern der Lucky Luke Bände und werden meist am Ende ins Gefängnis zurückgebracht. Doch aller Anfang ist schwer.
Die gewohnt detailreichen und mit Pointen gespickten Zeichnungen von Desmond Morris sind über jede Kritik erhaben. Ähnlich kann man dem Text Goscinnys eine hohe Qualität anerkennen.

Doch es hapert in diesem Abenteuer an der Idee und der Umsetzung. Die bis aufs Haar gleich aussehenden Vettern sind schon wenig originell. Aber die weitere Entwicklung der Geschichte entbehrt fast völlig des gewohnten Witzes. Sind die Brüder am Anfang absolute Stümper, entwickeln sie sich zu wahren Meisterschützen. Sogar Averell, der ewig verfressene größte der vier Brüder, ist hier ein fähiger Schütze. Das haben die Autoren am Ende der Geschichte und vor allem in späteren Alben geflissentlich vergessen. Die Rolle des Trottels passt einfach besser zu ihm.

Die Art und Weise, wie sich die Daltons von Lucky Luke hereinlegen lassen, entbehrt leider jedweder Originalität. Das die Daltons ziemlich blöd sind, ist bekannt und wird in vielen Alben immer wieder nett in Szene gesetzt, aber derart hirnrissig sieht man sie selten agieren.

Mühsam zieht sich die Geschichte hin und Seite um Seite fällt den Autoren nicht der zündende Witz ein, den die Leser von ihnen gewohnt sind. Zu viele Klischees und Charaktere bevölkern dieses Amerika der Pionierzeit, um als Parodie durchzugehen.
So endet die Geschichte ebenso uninspiriert wie sie begonnen hat und dem Leser steht die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben.
Das soll ein "Lucky Luke Abenteuer" gewesen sein?

Fazit: Leider kann ich diesen Band nicht empfehlen. Es gibt dutzende Alben dieser Reihe, die besser sind, fast keins aber, das schlechter ist.
Der Kauf lohnt im Zusammenhang der neuen Gesamtausgabe nur, weil mehrere Alben in einem Band zusammengefasst werden. So wird also auch dieses Album weiterhin eine hohe Auflage erreichen - zumindest eine höhere, als es verdient hat.

Stefan Erlemann



Softcover | Erschienen: 1. Januar 1987 | ISBN: 3770401328 | Preis: 10 Euro | 48 Seiten | Sprache: Deutsch

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