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 Die Toten 1

[09.10.-12.10.2009]


Cover
Gesamt +++--
Anspruch
Aufmachung
Bildqualität
Brutalität
Gefühl
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
"Die Elben", "Die Zwerge", "Die Goblins", "Die Orks" ... und jetzt "Die Toten". Doch was auf den ersten Blick wie eine neue Weiterführung der Geschichte um die Fantasy-Wesen aus dem "Herr der Ringe" aussehen mag, hat in Wirklichkeit nichts damit zu tun, lediglich die Namensgebung orientiert sich an der Erfolgsstory.

In "Die Toten" finden sich drei Comics, die allesamt in Deutschland spielen. Nicht nur hier, sondern überall auf der Welt ist eine Pandemie ausgebrochen, bei der jeder, der von einem Opfer gebissen wird, sich ebenfalls in einen der wandelnden Toten verwandelt. Innerhalb von wenigen Tagen ist die Welt nicht mehr das, was sie einmal war und es gibt nur noch ein vorrangiges Ziel: Überleben.

Zu Beginn begleitet der Leser Sebastian und Gabi bei ihrer Suche nach einer Unterkunft. Sie treffen auf Rainer, der in einer Kirche wohnt, jede Menge Vorräte gesammelt hat und fest daran glaubt, dass innerhalb von ein paar Wochen alles wieder gut werden wird. Aber natürlich ist das nur der Anfang seines wirklich tragischen Schicksals. Diese Geschichte ist als Einstieg gut geeignet, weil dem Leser verschiedene Ansichten von unterschiedlichen Menschen zu dem Zombie-Thema präsentiert wird. So kann man sich als Leser ein gutes Bild davon machen, was passiert ist. Die Zeichnungen sind farbig, erinnern aber eher an einen Comic für Kinder. Lediglich die Szenen, in denen wirklich geprügelt, gebissen und zerstückelt wird, stechen etwas hervor, wirken aber für ein Horror-Comic immer noch zu "weichgespült".

Danach führt die Reise nach Bayern. Zuerst direkt aufs Land, danach in die Landeshauptstadt München. Sepp lebt mit seinem Bruder und seinem Vater im Süden Deutschlands auf einem Bauernhof. Letzterer hat in einer Fernsehsendung endlich eine neue Frau gefunden und nachdem die Seuche ausgebrochen ist, sollen Sepp und sein Bruder Schorsch schnellstmöglich zu ihrem Vater in die Schweiz kommen. Auf der Reise verlieren die beiden jedoch so einiges, zum Beispiel Gepäck, die Kühe oder im tragischsten Fall, ihr Leben. Der Zeichner und Autor Boris Kiselicki hat hier eine Mischung aus hinterwäldlerischem Humor mit dem Zombiehorror vermischt. Die Sprache ist komplett im bayrischen Dialekt verfasst und wirkt alleine dadurch sehr ländlich. Die beiden jungen Männer, die gar nicht unbedarfter sein könnten, verstärken diesen Eindruck. Dieser Comic ist komplett in Schwarzweiß gehalten, was gerade die Zombie-Szenen unterstreicht. Störend ist allerdings, dass die Schrift oft viel zu klein geraten und schwer zu lesen ist.

In Frankfurt am Main sind zwei Jugendliche auf ihrem letzten großen Drogentrip. Sie laufen mit Waffen durch die Gegend und ballern alles nieder, was ihnen in die Quere kommt. Solange sie nur genügend guten Stoff in den Adern haben, scheren sie sich nicht um die Zombies, ganz im Gegenteil ...
Die abschließende Geschichte ist zeichnerisch deutlich die beste. Es gibt großartige Schatten- und Lichtspiele, alles ist in einem Sepia-Ton gehalten und nur das rostrote Blut sticht hervor. Eine echte Handlung gibt es allerdings nicht, es steht die reine Gewalt, die mit den Zombies Einzug in das Leben erhalten hat, im Vordergrund.

Insgesamt ist "Die Toten" nicht der großartige Auftakt, den man sich für die Serie gewünscht hätte. Durch die Kürze der einzelnen Geschichten, gewinnen die Charaktere kaum an Tiefe und nur einer von drei Comics ist zeichnerisch wirklich einwandfrei gelungen (Frankfurt am Main). Das reißerisch brutale Cover verspricht deutlich mehr, als der zweiundsiebzig Seiten starke Band bieten kann.

Bine Endruteit



Hardcover | Erschienen: 1. Juli 2010 | ISBN: 978-3928387934 | Preis: 14,00 Euro | 72 Seiten | Sprache: Deutsch

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