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 Detektiv Conan: Detektiv Conan Band 22


Cover
Gesamt +++--
Anspruch
Aufmachung
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung


Heiji Hattori und seine Freundin Kazuha reisen als Hochzeitsgäste nach Tokio. Die beiden und die Moris nebst ihrem Gast Conan verbringen eine Nacht im Anwesen der Morizonos.
Ein Schrei hallt durch die Nacht und Conan und Heiji eilen zu einem versperrten Raum. Sie brechen die Tür auf und finden den Butler des Hauses erstochen auf dem Fußboden. Für diesen Mord in einem verschlossenen Raum kommen nur die Braut, der Hausherr, zwei seiner Kinder und ein Angestellter in Betracht. Doch es finden sich keine Beweise und Heiji und Conan greifen zu einem Trick.

Im zweiten Fall scheinen die Täter nach einem Drehbuch ihr Verbrechen zu begehen. Und zwar nach einem Manuskript, das Conans Vater, der berühmte Kriminalschriftsteller Yusaku Kudo, verfasst hat und das ihm vor langer Zeit bei einem Banküberfall gestohlen wurde.
Die Frage ist, ob Conan den Täter rechtzeitig aufhalten kann.

Im dritten Fall tötet ein Serienmörder scheinbar wahllos junge blonde Frauen, die er in einem bestimmten Strandhotel anspricht. Dort sind auch Ran, Conan und Sonoko abgestiegen. Und Sonoko scheint das nächste Opfer des Täters zu sein. Mehrere Mordanschläge werden auf sie verübt und Conan sucht verzweifelt nach dem Mörder.

Gosho Aoyama produziert seit einigen Jahren monatlich einen Manga-Comic mit seinem Helden Conan. In diesem, nunmehr zweiundzwanzigsten Abenteuer des Detektivs, der durch ein Gift vom sechzehnjährigen Oberschüler zum siebenjährigen Grundschüler wurde, stehen drei schwierige Kriminalfälle für Conan und den miträtselnden Leser bereit.
In Fall Eins zeigt uns Aoyama wieder sein ganzes Können. Seine Zeichnungen variieren gekonnt und vermitteln Emotionen und Dramatik par excellence. Er vermag in wenigen Bildern und Texten die Charaktere einzuführen und ihre Beweggründe offen zu legen.
Das Geheimnis und seine Aufklärung treten fast in den Hintergrund ob des tragischen Schicksals, das den Taten zu Grunde liegt. Mitgefühl und Ohnmacht lassen im Leser ein tiefes Gefühl für die Menschen und ihre moralischen Vorstellungen entstehen.
Tief verfestigt Aoyama quasi "im Vorbeigehen" seine Grundwerte menschlichen Daseins. Unvermutet ernst vermittelt er diese Werte im Gewand eines Mangas. Immer wieder konterkariert Aoyama den Hintergrund seiner Geschichten mit albernen Einlagen und Slapstick-artigen Szenen. Diese Mischung ist mit feinem Humor und leiser Ironie untermalt und findet seinen Ausdruck in den zahlreichen Varianten der Zeichenkunst Aoyamas.
So wechseln Bilder mit ruhigen Landschaften, Bilder voller Action und Dramatik und komplexe Skizzen der Tathergänge ab und setzen manga-typische Überzeichnungen von Augen, Gliedmaßen, Mimik und Gestik eher spärlich ein.
Immer wieder werden Gedanken der Protagonisten durch in den Hintergrund gezeichnete Bildteile vermittelt und Sequenzen, die Vergangenes in die Geschichte einblenden, werden grafisch durch Einsatz von Grauflächen und Schraffierung hervorgehoben.
Leider sind die Fälle Zwei und Drei von anderer Qualität. Zwar sind sie grafisch ebenfalls hervorragend gemacht und auch der Text weiß zu gefallen, aber die Grundlage der Ermittlung, also die Morde und ihre Motive, sind hahnebüchener Unsinn. In beiden Fällen ist die Tat nicht nachvollziehbar. Das schwächt den Eindruck, den Aoyama erzielen möchte, erheblich.
Die schlimmste Sünde begeht er im dritten Fall. Erst vermittelt er, dass ein Triebtäter am Werke ist und Frauen aufschlitzt, dann lässt er ihn in Aoyama-typischer Manier komplizierteste Tathergänge konstruieren und durchführen und zum Schluss wieder als reinen Treibtäter agieren. Das passt leider nicht zusammen.

Fazit: Dieses Manga wartet mit einem komplexen und überzeugenden ersten Fall auf. In Perfektion werden sämtliche Details zu einem Manga-Kunstwerk komponiert. Dies lohnt den Kauf mit Sicherheit. Die Fälle Zwei und Drei schwächeln bei der Motiv-Frage und bieten allenfalls mittleres Niveau.

Das im Anhang zu findende Lexikon der Meisterdetektive wartet in Folge 22 mit Shozo Totsukawa auf, einem in ganz Japan tätigen Kriminalkommissar, dessen Fälle meist im Zug spielen oder zumindest mit dem Schienenverkehr zu tun haben. Erdacht hat ihn Kyotara Nishimura.


Stefan Erlemann



Taschenbuch | Erschienen: 01. Januar 2004 | ISBN: 3898854035 | Preis: 5 Euro

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