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 Fallout: New Vegas


Cover
Gesamt +++++
Action
Anspruch
Bedienung
Bildqualität
Brutalität
Extras
Glück
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Strategie
Ton
Wer schon "Fallout 3" kennt, der weiß, wie ein Spiel aussehen muss, das einen monatelang zu fesseln vermag. Doch jeder, der Action-Adventures gern spielt und selbst bis jetzt noch nicht in den Genuss eines Fallout-Erlebnisses gekommen ist, sollte spätestens in den neuen Teil "Fallout: New Vegas" reingeschaut haben. Obsidian Entertainment hat wieder mal ein Spiel geschaffen, das nicht nur erneut eine gewaltige Spielwelt mit atemberaubender Atmosphäre schafft, sondern auch all seine Vorgänger übertrifft.

Die Geschichte nach dem Atomkrieg

Die Story von "Fallout: New Vegas" spielt in einer Zeit nach einem verheerenden Atomkrieg, der die Erdoberfläche in eine Staubwüste verwandelt hat. Einige Menschen konnten sich jedoch in Bunkern, sogenannten Vaults, verstecken und besiedelten nach einiger Zeit wieder das Land. Aus der frischgebackenen Anarchie sprossen zahlreiche Fraktionen empor, die nun teilweise zusammenarbeiten oder sich gegenseitig bekriegen. Eine der einflussreichsten Fraktionen ist die RNK, eine militärische Organisation, die versucht, die Ordnung wiederherzustellen. Ort des Geschehens ist das Gebiet um das ehemalige Las Vegas (nun: "New Vegas") im Bundestaat Nevada. Nachdem die RNK den Hoover-Damm als eine primäre Energiequelle eingenommen hatte, versucht sie diesen nun gegen "Caesar's Legion" zu verteidigen. Dabei handelt es sich um eine wachsende dunkle Organisation von Sklaventreibern, deren Ziel es ist, den Damm zurückzuerobern. Der Held des Spiels erwacht als zusammengeschossener Kurier gänzlich unheroisch in einem Doktorzimmer und erfährt, dass er Opfer eines Überfalls geworden ist. Hier beginnt die eigentliche Mission: Natürlich möchte man herausfinden, wer die Täter waren und den Grund für das Verbrechen erfahren. Um dies zu tun, begibt sich der Spieler auf eine Reise von einem Ort namens Goodsprings bis nach New Vegas, während der Spieler zunehmend eine entscheidende Rolle unter den Fraktionen einnimmt.

Typische Fallout-Atmosphäre

Begonnen wird im Spiel mit der Charaktererstellung, bei dem vom Aussehen bis zu den besonderen Fertigkeiten alles festgelegt wird. Diese wird zum Beispiel durch gelungen implementierte Psychotests spielerisch umgesetzt und ist sehr viel kürzer als im Vorgänger, sodass man sich relativ schnell in die wilde Außenwelt begeben kann. Die gelungene Nachkriegsatmosphäre des Spiels knüpft an Fallout 3 an und zieht sich durch das gesamte Spiel. So stößt man auf verseuchtes Ödland, verwüstete Häuser und verlassene Vaults. Auch die Innenausstattung der einzelnen Gebäude wirkt zurückgelassen und beängstigend, sodass hygienische Sanitäranlagen eher die Ausnahme bleiben. Doch nicht nur grafisch erzeugt "Fallout: New Vegas" eine ganz eigene Atmosphäre. Dialoge, Missionen und hinterlassene Nachrichten in Computerterminals sind von schwarzem Humor geprägt. Die Liebe zum Detail zeigt sich auch in zahlreichen Minispielen, wie das eigens für Fallout konzipierte strategische Kartenspiel "Karawan", mit dem man etwas Geld verzocken kann. Weitere Minispiele wie Schlösser knacken und Computerterminals hacken sind bereits aus "Fallout 3" bekannt und sorgen für zusätzliche Abwechslung.

Große Spielwiese mit vielen Spielgefährten

Die Welt von "Fallout: New Vegas" ist zwar nicht dicht besiedelt, was für die Zeit nach einem Atomkrieg auch authentisch ist, bietet aber eine unglaublich große Entdeckungsfläche mit abwechslungsreichen Gegenden, Dörfern und Städten. Diese liegen verstreut innerhalb der Wüstenlandschaft. Je nachdem, wo man sich befindet, gibt es fast immer die Möglichkeit mit den Personen zu interagieren oder irgendwelche Kreaturen und Unholde zu jagen. So gesehen machen die einzelnen Gebiete einen belebten Eindruck, sofern man nicht selbst für Totenstille gesorgt hat. Zahlreiche begehbare Bunker, Höhlen und Gebäude erweitern die äußere Spielwelt um ein Vielfaches und sorgen für eine gewaltige Anzahl an Stunden, die man als Entdecker unterwegs ist. Um die gewaltigen Distanzen jedoch nicht jedes Mal bewältigen zu müssen, gibt es, wie im Vorgänger auch, die Schnellreisefunktion, mit der man bequem per Karte jeden besuchten Ort bereisen kann.

Einfache Hauptstory mit komplexen Nebenmissionen

Die Hauptmission des Spiels ist insgesamt wenig komplex, womit die Story relativ übersichtlich wirkt. Ein paar Überraschungen sind zwar eingebaut, jedoch gibt es keine filmreifen Wendungen. Der eigentliche Spielspaß liegt bei "Fallout: New Vegas" in den zahlreichen Nebenmissionen, welche viele Verzweigungen untereinander aufweisen. Allein ein entdeckter Ort am Rande der Landschaft kann den Spieler stundenlang beschäftigen. Das wirklich Besondere ist jedoch, dass jede Mission durch verschiedene Wege gemeistert werden kann. In einer recht lustigen Nebenmission zu Beginn des Spiels muss man beispielsweise einer Gruppe von sogenannten "Guhlen" helfen zum Mond zu fliegen. Statt den Raketenstart reibungslos verlaufen zu lassen, kann man durch Manipulation der Raketensteuerung optional dafür sorgen, dass die Besatzung nie ankommen wird. Die Entscheidungsfreiheit besteht nicht nur am Ende, sondern zieht sich manchmal durch den gesamten Missionsverlauf. So kommt es vor, dass man Aufgaben von verschiedenen Auftraggebern und Fraktionen unterschiedlich bewältigen kann, was moralische Konsequenzen mit sich bringt. Wenn der Spieler beispielsweise der RNK hilft, eine Gruppe von Unruhestiftern zu beseitigen, steigt der Beliebtheitsgrad des Zockers bei dieser Fraktion. Dieser Grad bestimmt beispielsweise, ob Anhänger der Fraktion einen freundlich mit Worten begrüßen oder aber mit einer Ladung Blei. So erhält man beispielsweise auch Vergünstigungen beim Handel. Diese Freiheit macht die Welt und Geschichte in "Fallout: New Vegas" zu einem beeindruckenden dynamischen System. Doch die Entscheidungen, die man trifft, sind innerhalb der düsteren Welt von Fallout weder "richtig" oder "falsch". Jede Entscheidung hat ihre Vor- und Nachteile. Insgesamt gibt es vier mögliche Enden der Hauptstory (durch den jeweiligen Beitritt zu den vier Hauptfraktionen).

Gegenstandsvielfalt und der Hardcore-Modus

Im Spiel gibt es eine unfassbare Vielzahl an Waffen, Rüstungen, Munition, Medikamenten und unzähligen anderen Dingen, die man finden und verwenden kann. Diebstahl ist eine abwechslungsreiche Option, um an teure Gegenstände zu gelangen. Natürlich kann man sein Inventar auch bei vielen Händlern verscherbeln oder kaufen. Dieses lässt sich neben vielen anderen Dingen wie der Weltkarte, den Missionen und dem Status des eigenen Helden im sogenannten "PipBoy" erfassen. Die Items sind zwar in diesem Gerät nach ihren groben Klassen geordnet, jedoch lassen sie sich innerhalb der Klassen nicht sortieren, was das Suchen manchmal erschwert. Es ist sogar möglich Waffen, Rüstungen, Munition und Nahrung auf Werkbänken und Feuerstellen selbst herzustellen. Das ist vor allem nützlich, um seltene Gegenstände zu kreieren. Im Normalfall werden diese Features jedoch kaum gebraucht. In "Fallout: New Vegas" gibt es jedoch für Veteranen einen sogenannten "Hardcore-Modus". In diesem muss der Charakter auf Schlaf, Wasser und Essen achten, um nicht draufzugehen. In diesem Fall muss man die Herstellungsfähigkeiten viel mehr in Anspruch nehmen. Der Hardcore-Modus ist ebenfalls durch andere Besonderheiten charakterisiert. Beispielweise besitzt Munition zusätzliches Gewicht, und die Lebensenergie lässt sich mit medizinischer Intervention nicht sofort zurückgewinnen. Dieser Modus ist besonders interessant für geübte Spieler und sorgt für einen ausreichenden Schwierigkeitsgrad.

Tolle Kampfaktion mit Taktik-Potenzial

Ein wesentlicher Bestandteil des Action-Adventures sind die Kämpfe. Das Kampfsystem deckt mit dem des Vorgängers. So macht es das so genannte V.A.T.S. System dem ungeübten Schützen leicht, indem per Knopfdruck das Kampfgeschehen pausiert werden kann. Anschließend können auf Kosten von Aktionspunkten Körperteile des Gegners als Ziel ausgewählt werden, die mit unterschiedlicher Trefferwahrscheinlichkeit behaftet sind. Es folgt eine grandios inszenierte Action-Sequenz, die immer wieder schön anzuschauen ist. Wer seine Trefferquote nicht vom Glück abhängig machen will und auf seine eigenen Fähigkeiten als Schütze vertraut, der kann wie in einem Ego-Shooter ordentlich draufhalten. Die Waffenauswahl in Fallout erstreckt sich über Nahkampfwaffen, verschiedenste Schusswaffen, Energiewaffen und Sprengstoffe. So ist für jeden etwas dabei und genügend Spielraum für Taktik, die in mancher Situation erforderlich ist. Die einzelnen Waffen lassen sich sogar modifizieren und für einige gibt es mehrere Munitionstypen zur Auswahl, die je nach Gegner Vor- und Nachteile mit sich bringen. Welche Waffen am effektivsten sind, bestimmen die Fertigkeitspunkte des Spielers, die mit jedem Level individuell aufgebaut werden können. Ab jedem zweiten Level-Aufstieg lässt sich ebenso ein Extra wählen, welches den Spieler beispielsweise befähigt, mehr Sachen zu tragen oder aber aus Leichen Lebensenergie zu gewinnen. Auch hier kommt es zu der Situation, dass diese Vielfalt und Freiheit im Spiel sehr viel Experimentierfreude bereitet. Jedoch sind einige Möglichkeiten aufgrund fehlender Balance teilweise überflüssig.

Unterstützung gefällig?

Um einem beim Kampf und anderen Dingen zu unterstützen, helfen dem Spieler in "Fallout: New Vegas" seiner Begleiter. Bis zu acht dieser potentiellen Gefährten gibt es und man erhält sie meistens, indem man eine bestimmte Mission erledigt. Jeder Gefährte hat einen individuellen Charakter, eine eigene Geschichte und entsprechende Fähigkeiten, vom RNK-Scharfschützen bis zum Nahkampfmonster mit Großmutterkomplexen. Insgesamt kann man bis zu zwei dieser Begleiter mit sich schleppen, was völlig ausreicht. Denn oft ist es so, dass sie eine komplette Etage stürmen und alle Feinde erledigen, ohne dass man selbst zum Zug kommt. Selten passiert es mal, dass die Begleiter sogar ohne Grund auf befreundete Charaktere losgehen, aber sonst gibt es wenige Schwierigkeiten mit der eigenen Leibgarde. Dank eines Interaktionsrads ist es möglich, den Begleitern Anweisungen zu geben oder auf ihnen Gepäck abzuladen, was durchaus nützlich sein kann. Insgesamt machen die acht Weggenossen die Reise durch das Ödland noch abwechslungsreicher.

Moderne Technik vergangener Jahre

Die Grafik des Spiels ist aufgrund der gleichen verwendeten Engine dieselbe wie im Vorgänger: Mit Sicherheit wird sie der Optik vieler aktueller Spiele nicht mehr gerecht. Jedoch ist die Engine enorm ressourcensparsam und erzeugt dennoch eine akzeptable Optik mit beeindruckender Weitsicht. Viele detaillierte Texturen retten die optische Fassade von "Fallout: New Vegas". Die meisten Animationen, wie die der Charaktere, sind teilweise veraltet, das V.A.T.S. lässt Kämpfe jedoch optisch ansprechend wirken. Im Gegensatz zur englischen Version gibt es keine abgeplatzten Körperteile bei menschlichen Feinden, was den Spielspaß jedoch kaum mindern sollte. Die Hintergrundmusik des Spiels fügt sich wunderbar in die Atmosphäre ein und könnte nicht besser sein. Wie in "Fallout 3" darf man wieder das Radio einschalten, was amüsant ist, jedoch kein großes Highlight darstellt. Kaum zu glauben, ist, dass wirklich alle Dialoge des Spiels auf Deutsch vertont sind, wenn man deren Anzahl berücksichtigt. Sonstige Soundeffekte sind gelungen und tragen oft auch in brenzligen Situationen zur Spannung bei.

Der Kopierschutz des Spiels ist technisch über Steam realisiert. Dabei muss man das Spiel einmalig über einen Steam-Account registrieren. Das reine Spielen erfordert jedoch keine Internetverbindung. Allerdings ist es damit nicht möglich, das Spiel einzeln weiterzuverkaufen oder zu verschenken.

So viele Spielstunden gibt es selten zu verbuchen

Zusammenfassend ist "Fallout: New Vegas" eine Art Fortsetzung der "Fallout 3"-Spielwelt mit derselben Engine und einigen neuen Features. Das Spiel erfordert dennoch keine Vorkenntnisse, ist einsteigerfreundlich und bietet zudem genügend Anforderung für erfahrene Spieler. Der Held des Spiels lässt sich individuell weiterentwickeln und die Freiheit des Spiels umfasst sogar die Möglichkeit, Missionen auf Verschiedene Art und Weise zu bewältigen, wodurch Aufgaben nicht nur durch Schusswechsel, sondern auch durch Diplomatie gelöst werden können. Wenige Makel und Bugs erscheinen marginal im Vergleich zu der unendlichen Freiheit und Komplexität dieses gewaltigen Fallout-Universums.

Screenshots, Videos und vieles mehr zu "Fallout: New Vegas" gibt es auf der offiziellen Website zum Game unter http://fallout.bethsoft.com/ger/home/home.php

Sebastian Mußlick



DVD | Disc-Anzahl: 1 | Erschienen: 22. Oktober 2010 | FSK: 18 | Originaltitel: Fallout: New Vegas | PC | Preis: 45,98 Euro | Sprache: Deutsch | Systemanforderungen: - Prozessor: Pentium IV 2,4 GHz oder vergleichbarer AMD
- Arbeitsspeicher: 1 GB RAM
- 6 GB freier Festplattenspeicher
- 3D Grafikkarte: DirectX 9.0c kompatibel, mind. NVIDIA GeForce 6800, ATI X850 mit den aktuellen Treiber
- Soundkarte: DirectX 9.0c kompatibel
- Betriebssystem: Windows XP / Vista | Untertitel verfügbar in: Deutsch

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