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 Bilder einer Metropole

Die Impressionisten in Paris


Cover
Gesamt ++++-
Anspruch
Aufmachung
Bildqualität
Preis - Leistungs - Verhältnis
Es war ein radikaler Wandel, der über vierzig Jahre hinweg andauerte und das Bild von Paris prägt, das wir noch heute alle im Kopf haben, wenn wir an die französische Hauptstadt denken. Die von George-Eugène Haussmann im Auftrag von Napoleon III verfasste Neuplanung der Stadt veränderte nicht nur das Antlitz von Plätzen und Straßen, sondern beeinflusste auch die Künstler der Stadt. In zahlreichen Gemälden, besonders denen der aufkommenden Bewegung der Impressionisten, lässt sich der Wandel nachvollziehen. Aber auch eine zweite Kunstgattung, die damals noch gar nicht als solche wahrgenommen wurde, fing Paris in der Zeit der Veränderungen von 1860 bis 1900 ein die Fotografie.
Dieser Zeit und ihrer Kunst widmete das Museum Folkwang im Rahmen der Kulturhauptstadt Ruhr.2010 eine Ausstellung, die vom 2. Oktober 2010 bis zum 30. Januar 2011 lief. Der Katalog zur Ausstellung, den das Museum herausbrachte, erschien in Zusammenarbeit mit dem Steidl Verlag. Neben den Gemälden und Fotografien der Ausstellung werden hier auch Essays von zehn Wissenschaftlern abgedruckt, die die künstlerischen, gesellschaftlichen und städtebaulichen Zusammenhänge der Epoche darstellen sollen.

Neben der Einleitung "Eine Metropole der Bilder" beinhaltet das Buch die Kapitel:
Die moderne Stadt: Paris 1850 1900
Paris Hauptstadt der zivilisierten Welt?
Das impressionistische Stadtbild als Emblem der Moderne
Die Stadt im Spiegel des neuen Bildgrunds: Manet
Paris und die Geschichte der Fotografie zwischen 1839 1900
Eine Reise durch die fotografischen Sammlungen von Paris
Verkehr Die Stadt und ihre fließenden Elemente
Emile Zola und das Paris der Impressionisten
Paris Stadt der Maler
Paris leuchtet
Zusätzlich beinhaltet der Katalog noch einen Anhang mit dem Verzeichnis der ausgestellten Werke, einem Künstlerregister, ausgewählter Literatur sowie Kurzbiografien der Autoren.

Der eigentliche Ausstellungskatalog mit den Abbildungen der Gemälde und Fotos der Ausstellung findet sich zwischen den einzelnen Kapiteln und zwar nach "Eine Metropole der Bilder", "Paris Hauptstadt der zivilisierten Welt", "Die Stadt im Spiegel des neuen Bildgrunds: Manet", "Verkehr Die Stadt und ihre fließende Elemente" sowie "Paris leuchtet". Innerhalb der längeren Texte gibt es kleinere Abbildungen am oberen Bildrand in Schwarzweiß. Auch wenn es sich um wissenschaftliche Beiträge handelt, wäre es hier wünschenswert gewesen, wenn man die Gemälde in Farbe abgedruckt und etwas abwechslungsreicher über die Seiten verteilt hätte. Dies hätte verhindert, dass einige der Texte zu trocken geraten.
Überhaupt ist das Buch eher eine gelungene Abhandlung über Paris im Zeitalter des Wandels, besonders durch die zahlreichen Fotos. Als Ausstellungskatalog oder gar als Kunstbuch ist "Bilder einer Metropole" nur bedingt geeignet. Dazu sind die Bilder zu ungleichmäßig im Buch verteilt und die Texte zu eigenständig.

Wer sich für Stadtgeschichte im 19. Jahrhundert interessiert, der sollte "Bilder einer Metropole" in Betracht ziehen. Wem die Ausstellung beeindruckt hat und wer sich näher mit ihrem Thema beschäftigen möchte, der wird sich auch gerne den Katalog zulegen. Wer aber nur an den Fotos und Bildern der Zeit interessiert war, der könnte sich am Aufbau des Buches stören.

Susanne Fischer



Hardcover | Erschienen: 1. Oktober 2010 | ISBN: 9783869301839 | Preis: 38 Euro | 320 Seiten | Sprache: Deutsch

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