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 Alice - Madness Returns


Cover
Gesamt +++++
Action
Anspruch
Bedienung
Bildqualität
Brutalität
Extras
Glück
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Ton
Alice, wohin des Weges?

Alice Liddell ist als Kind Zeuge eines unfassbaren Unglücks geworden. Ihre Eltern sind in einem Feuer umgekommen, das sie selbst als einzige in der Familie mit schweren physischen und psychische Schäden sowie Schuldgefühlen zurückgelassen hat. Das Mädchen flüchtete sich zu ihrem Schutz in eine Traumwelt, die sie Wunderland nennt.
Das ist nun über zehn Jahre her und noch immer leidet Alice, nun bereits eine junge Frau, unter den albtraumhaften Ereignissen. Eigentlich wollte sie nur ihre Tabletten aus der Apotheke holen, als sie von ihrer eigenen Fantasie eingeholt wird. Alice folgt einer kleinen Katze durch die düsteren Straßen Londons – und wird von ihr mitten unter Monster geführt. Oder war doch alles nur ein Traum? Um das Geheimnis ihrer Vergangenheit zu ergründen, bleibt Alice nichts weiter übrig, als erneut tief ins Wunderland einzutauchen. Und so fällt sie erneut tief, tief, tief hinab, um sich in einer fantastischen Welt wiederzufinden. Doch das Wunderland ist keine strahlend bunte Welt voller Freunde, sondern ein düsterer und gefährlicher Ort voller bizarrer Kreaturen, die sie töten wollen. Alice, rette dich selbst und deine Fantasie!

Alte und neue Verrücktheiten

"Alice – Madness Returns" ist der direkte Nachfolger des Computerspiels "American McGee’s Alice", der im Jahr 2000 erschien. In der Zwischenzeit hat sich einiges getan in Sachen Computerspieletechnik und das merkt man dem neuen Spiel auch an. Selbstverständlich ist es zum Beispiel, dass es nicht ausschließlich für den PC, sondern ebenso als Konsolenspiel auch für die Xbox 360 und die Playstation 3 erhältlich ist. Bewertet wurde hier letzteres. Wer den Vorgänger noch nicht kennt oder in aktueller Qualität spielen will, bekommt beim Neukauf von "Alice – Madness Returns" übrigens gleich einen Code mitgeliefert, mit dem er sich den Klassiker in neuer HD-Technik und für die entsprechende Plattform kostenlos herunterladen kann.

Alice meets Gothic meets Steampunk

Die Computerspiel-Version von Lewis Carrolls Klassiker "Alice im Wunderland" ist keine harmlose Geschichte, in der ein paar lustige Gestalten sich mit Alice ein Wortgefecht liefern und anschließend ist alles wieder gut, nein, hier geht es richtig zur Sache. Ganz zu Anfang mag es zwar noch so scheinen, als sei das Wunderland immer noch voll von üppigem Grün und bunten Schmetterlingen, doch der erste Eindruck täuscht. Innerhalb von wenigen Minuten wird es immer düsterer, selbst Alice' klassisches, blau-weißes Kleid zeigt hinten auf der Schleife einen Totenkopf oder wird gegen ein schwarzes Gothic-Outfit inklusive Schnürstiefel und Korsage ausgetauscht. Die Umgebungen, die Alice nach und nach durchstreifen muss, werden immer bizarrer und grotesker.
Die Welt des Hutmachers ist ein echter Steampunk-Augenschmaus. Hier ist alles voller riesiger Zahnräder, es gibt Teekannen auf steampunkigen Metall-Beinen, Alice muss auf Dampf gleiten und sogar der Hutmacher selbst setzt sich aus verschiedenen mechanischen Einzelteilen zusammen.
Im Wunderland ist alles irgendwie kurios, seltsam und makaber. Man erkennt Figuren aus dem Original wieder, aber sie sind auf das Gruseligste verzerrt und verändert worden. Die Grinsekatze ist abgemagert, hat Tattoos und Piercings, die Spielkarten sind zombieartige Ungeheuer und die Herzogin würde das Mädchen am liebsten verspeisen. Blut spritzt, Schleim trieft und Alice hat ihre liebe Not, sich in Sicherheit zu bringen und das Wunderland zu durchqueren.
Man steuert Alice in der 3rd Person-Perspektive, die Kameraführung ist angenehm gut gelungen.


Einmal Wunderland-Geschnetzeltes bitte, schön blutig

"Alice – Madness Returns" ist nichts für schwache Nerven. Hier spritzt das Blut am laufenden Band. Hat Alice einen Gegner besiegt, liegt der in einer riesigen roten Pfütze, manchmal rollen auch Köpfe. Es wird mit allen Klischees gespielt, die man jemals als gruselig empfunden hat. Schleimige Tiere, Krabbelwesen, Puppen, riesige Augen, Schleim, Knochenmänner, leere Augenhöhlen, explodierende Köpfe, Feuer - nichts, was es nicht gibt. Auch wenn das Spiel bereits ab sechzehn Jahren freigegeben ist, sorgen gerade die Filmsequenzen (und das schon ganz zu Anfang) für jede Menge Gruselmomente.


Ab mit dem Koooooooopf!!!

Bei ihren Kämpfen kann Alice auf unterschiedlichste Fähigkeiten und Waffen zurückgreifen. Sie ist nicht nur in der Lage zu springen, mit ihrem aufgeplusterten Rock kann sie sogar schweben. Außerdem kann sie schrumpfen und als Mini-Alice Dinge sehen, die der großen Variante ihrer selbst verborgen bleiben würden. Es zeigen sich leuchtende Richtungs-Hinweise oder unsichtbare Wege werden sichtbar. Später kann sie natürlich auch ins Riesenhafte wachsen.

Ebenso originell wie effektiv sind Alice' Waffen. Recht klassisch ist die Grundbewaffnung, die Vorpal-Klinge, ein wirksames Messer, mit dem sie kraftvoll zusticht. Dazu kommt dann eine Pfeffermühle, sie wie eine Handkanone einsetzt. Später erhält Alice einen Regenschirm, mit dem sie Angriffe blocken kann, und einen Stab mit Pferdekopf, der noch mächtiger im Kampf ist und vieles mehr. Außerdem kann sie Bomben in Form von einem Hasenspielzeug legen, das nachhaltig Hindernisse aus dem Weg räumt.
Waffen und Fähigkeiten sind über die üblichen Knöpfe zu bedienen und ihre Funktion schnell gelernt. Man setzt sie fast intuitiv ein und muss nicht lange überlegen, was man machen muss, ein klarer Pluspunkt.


Zähne und Blumen, Flaschen und Erinnerungen

Im Laufe des Abenteuers sammelt Alice viele verschiedene Gegenstände ein. Das Wichtigste dürften die Zähne sein, die man fast überall findet. Sie liegen einfach herum, befinden sich in Muscheln, Truhen oder ähnlichem und werden von Gegnern zurückgelassen. Sie sind die Währung in diesem Spiel, mit der man Alice' Waffen laufend verbessern hat. Hat man genügend gesammelt, kann man die nächstbessere Version freischalten. Blumen sammelt man ein, um Gesundheit zurückzugewinnen.
Außerdem gibt es leuchtende Gegenstände, die besondere Extras freischalten. So kann man zum Beispiel Alice' Erinnerungen finden, bei denen sie immer mehr über ihre Familie und nahe Freunde aus ihrer Vergangenheit erfährt. Die Flaschen schalten Hintergrundinformationen zum Spiel frei.

Schau hin, hör zu

Die Grafik erfüllt stellenweise nicht die Anforderungen von Spielern, die nur das Modernste und Beste haben wollen, man hätte sie sich noch etwas flüssiger und noch etwas genauer gezeichnet wünschen können. Aber wenn man ganz ehrlich ist, muss man sagen, dass die gesamte Spielwelt so großartig erdacht und liebevoll umgesetzt wurde, dass man da gerne drüber hinweg sieht. Und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn wenn man einmal vom Spiel und seinem Detailreichtum gefesselt ist, fallen kleinere Einbußen in dem Bereich nicht mehr auf.
Der Ton ist komplett auf Deutsch verfügbar und wirklich gut gelungen. Die Synchronisationsstimmen sind passend gewählt, obwohl sie teilweise gerne noch etwas verrückter hätten angelegt sein können. Großartig ist die Hintergrundmusik, die die Szenen gut unterstützt, aber nicht so aufdringlich ist, um abzulenken.

Und nochmal

Nicht immer gelingen alle Aktionen und Alice stürzt auch schon mal ins Bodenlose, wenn ihr ein waghalsiger Sprung nicht gelingt, oder sie wird von einer großen Anzahl an Monstern getötet. Aber natürlich gibt es immer wieder Speicherpunkte, an die man zurückversetzt wird. Die sind bei misslungenen Sprüngen auch absolut fair gesetzt, man startet genau da nochmal, wo man gerade gescheitert ist. Bei einem Tod durch Monster sieht das aber schon ganz anders aus, hier muss man oft einen ganzen Abschnitt des Spiels nochmals absolvieren, um es erneut probieren zu können. Ungeduldigen Spielern dürfte das den einen oder anderen genervten Seufzer entlocken.

Nach links, nach rechts und rundherum

Das Wunderland wäre nicht das Wunderland, wenn es nicht immer wieder neue Überraschungen parat halten würde. Und so wundert es nicht, dass Alice nicht nur Monster töten, sondern auch Rätsel lösen muss. Das reicht von dem einfachen Aktivieren von zum Beispiel Luftströmen, um ein bestimmtes Hindernis überwinden zu können, bis hin zu richtigen kleinen Puzzles, die gelöst werden müssen. Grundsätzlich ist hier der Schwierigkeitsgrad aber überschaubar und eher im unteren bis mittleren Level anzusiedeln. Da ist so mancher Gegner schwerer platt zu machen.
Außerdem gibt es Unmengen an versteckten Räumen, kaum sichtbaren Nischen und verborgenen Geheimnissen. Besonders die Items, die Erinnerungen und Extra-Infos freischalten, sind nicht immer ganz leicht zu finden und beim ersten Durchgang entgeht einem sicherlich noch so einiges. Erhöht wird dadurch allerdings die Motivation, das Spiel auch mehr als einmal zu spielen.

Und immer geradeaus

So originell viele der Extras auch sind, muss man doch sagen, dass das Spiel selbst sehr geradlinig verläuft. Der Weg ist vorgegeben und man bekommt viele Hinweise auf das, was zu tun ist, so dass quasi nichts schief gehen kann. Für ein Spiel, das sich deutlich an ältere Spieler richtet, hätte es gerne etwas mehr Komplexität und deutlich mehr herausfordernd sein dürfen. Wer aber sowieso viel mehr Wert auf das großartige Ambiente legt, wird sich davon nicht abhalten lassen, das Wunderland bis in seinen letzten Winkel zu erforschen.

Das ist Alice, Alice im Wunderland

Die Verschmelzung von der klassischen Kindergeschichte um Alice und moderner Gothic-Welt ist perfekt gelungen. Wer dem Kaninchen nicht in diesen düster-grotesten Spiele-Bau folgt, verpasst ein Wunderland, welches es so noch nie gab.

Bine Endruteit

Probe



Konsolenspiel | Erschienen: 16. Juni 2011 | FSK: 16 | PS3 | Preis: 54,99 Euro | für 1 - 1 Spieler | Verfügbare Sprachen: Deutsch

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