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 Chroniken der Weltensucher: Der gläserne Fluch


Cover
Gesamt +++++
Anspruch
Aufmachung
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Carl Friedrich Donhauser möchte eigentlich gar nicht die Einladung zu einem Vortrag an der Universität annehmen. Doch schließlich stimmt ihn die Frau seines alten Freundes Richard Bellheim doch noch um. Was Carl Friedrich aber dort erleben muss, verschlägt ihm die Sprache. Sein alter Studienkollege ist nicht wiederzuerkennen. Zunächst schieben alle das merkwürdige Verhalten des Forschers auf die strapaziöse Reise ins ferne Westafrika, von der er gerade wieder zurück gekehrt ist.
Doch zum Silvesterabend geschieht etwas völlig Unfassbares: Vor den Augen der versammelten Festgesellschaft löst sich der Gastgeber Bellheim nach einem Handgemenge mit Donhausers Sohn Oskar auf. Nachforschungen ergeben, dass dem Experten für Völkerkunde auf seiner letzten Reise etwas Schreckliches zugestoßen sein muß. So macht sich also Donhauser, der sich selber Humboldt nennt, mit seinen engsten Gefährten auf die Reise nach Afrika. Neben ihm und seinem Sohn kommen auch Eliza, Charlotte und Wilma mit an Bord der Pachacutec, Humboldts Luftschiff. Nahezu gleichzeitig stellt in London Sir Wilson eine Expedition zusammen. Noch ahnen beide Gruppen nicht, dass sie dasselbe Ziel haben, wenn auch auf Grund äußerst unterschiedlicher Motivation.
Umso erstaunlicher wird es für alle Teilnehmer, als sie erfahren müssen, dass sie bereits von den Dogon erwartet wurden. Ausgerechnet dieser stolze Stamm steht noch zwischen dem Ziel ihrer Reise und dem Rest der Welt. Als die Pachacutec nur noch ein Haufen Schrott ist und auch das Wilsons Dynamit nicht die erwartete Wirkung zeigt, ist es fast zu spät, das Unheil aufzuhalten, welches die Welt zu vernichten droht.

Anfänglich wird die Geschichte aus den Blickwinkeln der unterschiedlichen Gruppen geschildert. Als Leser hat man damit einen guten Überlick, kennt aber bereits einige Geheimnisse, welche einzelne Personen mit sich tragen. Später treffen die Gruppen aufeinander und damit wird auch die Erzählperspektive einheitlicher. Die Rollenverteilung zwischen Gut und Böse ist damit recht zeitig festgelegt. Charakterliche Grauzonen eröffnen sich zwar bei einigen Figuren im Laufe der Geschichte, an der grundlegenden Haltung der Hauptcharaktere ändert sich aber nicht viel.
Der Autor baut auf einem Mythos des alten Westafrikas auf der Meteor, der die Sahara zu einer Wüste gemacht hat. Im Stile alter Abenteuergeschichten wie zum Beispiel Quatermain entführt er den Leser auf den Schwarzen Kontinent im ausgehenden 19. Jahrhundert. Die Handlung schreitet flott voran und an actionreichen Szenen herrscht kein Mangel. Wenn auch mit phantastischen Elementen versetzt, ist die Handlung logisch und mit rationalem Denken durchaus erklärbar. Einzig das Auftauchen einer Gruppe Beduinen spielt zwar zunächst eine wichtige Rolle. Später ist die Gruppe dann aber plötzlich verschwunden und wird nicht weiter erwähnt, was einige Fragen beim Leser hinterlässt.

Neben dem Abenteuer gelingt es Thiemeyer aber auch, einige physikalisch-chemische Gedankenspielereien (kann Leben auch auf anderen Elementen als auf Kohlenstoff basieren?) und sogar philosophische Gedanken zu Freiheit und Gemeinschaft sinnvoll in die Geschichte einzubinden. Dabei schildert er nicht nur den Schauplatz, sondern auch die Charaktere äußerst plastisch. Man identifiziert sich gerne mit den handelnden Personen, leidet mit ihnen und freut sich. Die Kapitel vergehen so wie im Fluge. Man mag das Buch nicht aus der Hand legen, da man nur noch einen weiteren kleinen Abschnitt lesen möchte, um zu wissen, wie es weitergeht. Und ehe man es sich versieht, ist man am Ende des Romans angelangt und fragt sich, wohin wohl die nächste Reise gehen wird.

Fazit: Eine abenteuerliche Geschichte vor toller Kulisse mit einer Prise phantastischem Realismus. Die Mischung aus Quatermain und Jule Verne ist perfekt gelungen!

Mehr Infos rund ums Buch unter: www.weltensucher-chroniken.de

Lars Perner

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Hardcover | Erschienen: 6. Juni 2011 | ISBN: 9783785565773 | Preis: 17,90 Euro | 478 Seiten | Sprache: Deutsch

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