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 Zwei an einem Tag

Der Roman zum Film

Autoren: David Nicholls
Übersetzer: Simone Jakob
Verlag: Heyne

Cover
Gesamt ++++-
Anspruch
Aufmachung
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
1988, Emma und Dexter haben eben ihr Examen bestanden und werden nun in die Welt entlassen. Emma mit einem überragenden Doppelabschluss, Dexter hingegen eher schlecht als recht. Aber dennoch ist er davon überzeugt, seinen Weg schon finden zu können. Lange reden die beiden in der Nacht nach der Examensfeier, auf der sie sich kennen gelernt haben, über ihre Zukunft. Keiner der beiden kann zu diesem Zeitpunkt ahnen, dass sie die nächsten Jahrzehnte immer miteinander verbunden sein werden, als beste Freunde.
Dexter ist ein verwöhnter Sohn aus wohlhabendem Elternhaus, sein einziger Plan im Leben ist zunächst Spaß haben. Und so reist er durch die Welt, wird mehr oder weniger zufällig TV-Moderator und hat eine Freundin nach der nächsten. Emma hingegen kann ihren Traum, Schriftstellerin zu werden, nicht verwirklichen und wird nach frustrierenden Jahren als Kellnerin schließlich Lehrerin. Trotz aller Unterschiede, lange währt die Freundschaft zwischen den beiden, bis Dexter abhebt und nicht mehr der Mann ist, den Emma mag.

"Zwei an einem Tag" erzählt die Freundschaft (und Liebe) zwischen Emma und Dexter immer ausgehend von einem Datum. Die erste gemeinsame Nacht war die nach ihrer Examensfeier. Und so nimmt der Autor den Leser an diesem Jahrestag immer wieder mit in Emmas und Dexters Leben.
So kann er die Geschichte, das Erwachsen werden der Protagonisten und ihr Leben, quasi im Zeitraffer erzählen. Ebenso im Zeitraffer verändern sie sich über die Jahre grundlegend, Emma zum Besseren - sie wird selbstbewusster, hübscher, zweifelt weniger an sich selbst -, während Dexter durch seine Fernsehkarriere abhebt und vor lauter Drogen, Alkohol und Frauen das wirklich wichtige aus den Augen verliert. Doch auch das ist nur eine Phase in den Jahren, die begleitet werden. Von Anfang zwanzig bis etwas über vierzig darf der Leser immer wieder in das Leben der beiden eintauchen und quasi eine Stippvisite im Alltag machen, bevor wieder ein Jahr rum ist.

Die Handlung wirkt realistisch und so, als könnte sie tatsächlich so, oder so ähnlich, geschehen sein. Das liegt vor allem an den Charakteren. Nicholls hat glaubwürdige Protagonisten geschaffen, die der Leser zwar mag, die aber auch in manchen Momenten unsympathisch und unklug handeln. So hat auch diese Freundschaft ihre Tiefpunkte, an denen es so scheint, als könnten Emma und Dexter sich nie wieder zusammen raufen. Und auch wenn beide abwechselnd dem Tagtraum einer gemeinsamen Zukunft nachgeben, geschieht das ohne Kitsch und so realitätsnah, dass es fast schmerzt. Als Leser sieht man genau, wie gut die beiden zusammen passen würden. Als Autor, der das wahre Leben nicht aus seiner Handlung ausschließt, scheitert das aber an unglücklichen Ehen, Missverständnissen, Verletzungen und falschem Stolz.

Bis zum Schluss bleibt unklar, ob sie ein gutes Paar wären oder nicht, ob sie sich kriegen oder nicht. Dass dieser Schluss nicht von vornherein vorgezeichnet ist, lässt die Geschichte spannend bleiben und neuartig wirken. Sie ist ganz anders als die klassischen Liebesgeschichten, bei denen von Anfang an klar ist, dass das Paar am Ende zusammen findet. Hier ist gar nichts klar, weder den Protagonisten, noch dem Leser.

"Zwei an einem Tag" hat durch die Verfilmung mit Anne Hathaway und Jim Sturgess viel Aufmerksamkeit bekommen. Es ist dem Buch nur zu gönnen, denn eine so berührende, romantische und doch nicht im mindesten verkitschte Story gibt es nur selten.

Anja Thiemé

Probe


Taschenbuch | Erschienen: 11. Oktober 2011 | ISBN: 978-3453503908 | Originaltitel: One Day | Preis: 9,99 Euro | 544 Seiten | Sprache: Deutsch

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