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 Dantès, Band 1: Der Sturz eines Traders


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Gesamt ++++-
Anspruch
Aufmachung
Bildqualität
Brutalität
Gefühl
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Das Jahr 2000: Auf der Millennium-Gala der Finanzwelt in Paris tritt erstmals der mysteriöse Geschäftsmann Christopher Dantès ins Licht der Öffentlichkeit.

Zwölf Jahre zuvor: Der aufstrebende Börsenhändler Alexandre erhält von seinem Chef die Chance seines Lebens, als dieser ihm anbietet, an der französischen Terminbörse zu arbeiten. Zusammen mit seinem alten Freund Thierry Minez steigt Alexandre in die Welt der Spekulationen ein. Doch der mysteriöse Mr. Bonnefond sowie die Disziplinlosigkeit Thierrys bringen Alexandre in Kontakt mit illegalen Transaktionen, die nicht nur seine Karriere bedrohen ...

"Der Sturz eines Traders" heißt der erste Band der neuen Reihe "Dantès" von den französischen Comic-Künstlern Pierre Boisserie, Philippe Guillaume und Erik Juszezak. Was auf den ersten Blick als Reaktion auf die Finanzkrisen der letzten Jahre erscheint, entpuppt sich bei näherem Blick als interessante Mischung aus Finanzkrimi und einem Motiv aus der Weltliteratur. Obwohl im Vorwort von den Schaffern der Geschichte nur als freie Inspiration bezeichnet, stammt die Rahmenhandlung doch ziemlich eindeutig von Alexandre Dumas' Roman "Der Graf von Monte Christo". Auch der Name "Dantès" findet sich in der Vorlage in der Gestalt des Hauptcharakters wieder.

Band 1 beschreibt den Aufstieg und Niedergang der Hauptfigur Alexandre im schmutzigen Börsengeschäft unserer Zeit. Schnell stellt der Leser fest, dass düstere Pläne hinter Alexandres Karriere stecken, von denen der Protagonist jedoch nichts ahnt. Doch trotz seines Erfolges sieht er sich ständig dem Druck des Geschäfts ausgesetzt, zumal er sehr bald der Versuchung erliegt, auf illegale Methoden zurückzugreifen, um seine Probleme zu lösen - alles im Namen der Karriere.

Der Zeichenstil von Erik Juszezak ist sehr realistisch, was der Aktualität einer solchen Geschichte durchaus entgegen kommt. Die Kolorierung wechselt vom anonymen Ocker der Banken zum trüben Grau der Börse bis hin zum verzweifelt lebendig wirken wollenden Rot in Alexandres Privatleben.

"Dantès" ist eine faszinierende Melange aus Börsenkrimi und Weltliteratur. Mit dem Finanzhintergrund ist die Geschichte einerseits brandaktuell, aber erst durch die Verwendung der Motive aus "Der Graf von Monte Christo" wird aus ihr ein Drama mit Größe. Der erste Band ist somit sehr vielversprechend, man darf sich freuen, was das Künstlerteam für die Fortsetzung auf Lager hat.

Markus Goedecke



Hardcover | Erschienen: 29. September 2010 | ISBN: 978-3-941815-52-0 | Originaltitel: Dantès 1 - La Chute d'un trader | Preis: 14,95 Euro | 56 Seiten | Sprache: Deutsch

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