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 Thorgal, Band 2: Die Insel des ewigen Frosts

Serie: Thorgal, Band 2
Autoren: Jean van Hamme
Illustratoren: Grzegorz Rosinski
Übersetzer: Peter Daibenzieher
Verlag: Splitter Verlag

Cover
Gesamt +++--
Anspruch
Aufmachung
Bildqualität
Brutalität
Gefühl
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Der zweite Thorgal-Band beginnt mit den Feierlichkeiten zur Hochzeit des Titelhelden und seiner Geliebten, der Wikingerprinzessin Aaricia. Thorgal hat sich inzwischen mit ihrem Vater ausgesöhnt, doch den beiden jungen Liebenden ist klar, dass sie nach der Hochzeitsfeier das Dorf für immer verlassen müssen: Aaricias Bruder Björn verspürt noch immer Hass auf Thorgal, der zwar von den Wikingern aufgezogen wurde, aber immer ein Fremder für sie bleiben wird.
Kurz vor der Vermählung jedoch wird Aaricia von einem Riesenadler ergriffen und entführt. Ausgerechnet mit Björn an seiner Seite macht Thorgal sich zur Verfolgung auf. Es erwartet sie eine beschwerliche Schiffsreise, die sie hinein in das Eismeer des hohen Nordens führt. Der sanfte Krieger ahnt schnell, dass keine Unbekannte hinter Aaricias Entführung steckt ...

Mit "Die Insel des ewigen Frosts" setzen der Texter Jean van Hamme und der Zeichner Grzegorz Rosinski die Abenteuer des Wikingerzöglins Thorgal fort, die in Band 1 mit "Die Rache der Zauberin" begannen. Zwar ist die Geschichte dieses zweiten Albums in sich abgeschlossen und kann für sich gelesen werden, sie baut jedoch deutlich auf die Ereignisse des vorhergehenden Bandes auf. Die Geschichte selbst ist erneut sehr klassische Heroic Fantasy, wobei van Hamme und Rosinski einen Helden in den Mittelpunkt ihrer Saga stellen, der viel sanfter ist als die grobschlächtigen Wikinger, bei denen er lebt.

Visuell bewegen sich die Bleistiftzeichnungen auf dem gleichen Niveau des ersten Bandes. Sie sind heutzutage keine Offenbarung mehr und haben wenig mit dem gemein, was man mittlerweile von frankobelgischen Comics gewohnt ist. Wesentlich besser gelungen als in "Die Rache der Zauberin" ist allerdings die Koloration: Die Farbgebung ist nicht mehr so schreiend kräftig und flächendeckend, sondern deutlich blasser und etwas akzentuierter, was den Bildern sichtlich gut tut. Nicht zuletzt dadurch kommen auch die Details in den Zeichnungen von Rosinski erst zur Geltung.

Inhaltlich bietet die Geschichte heute, über dreißig Jahre nach ihrer Erstveröffentlichung, Phantastik-versierten Lesern nichts Neues. Sie erinnert ein wenig an die Abenteuer des amerikanischen Conan und an die der Helden des deutschen Comic-Veteranen Hansrudi Wäscher. Innerhalb der Chronologie der Reihe dürfte der Band jedoch eine Schlüsselposition einnehmen, denn Thorgal erfährt hier, woher er eigentlich stammt. Hier warten die Macher mit einer überraschenden Wendung auf, die der Comicserie einen Science Fiction-Touch verleiht und den Storybogen um die Zauberin Slive aus dem ersten Band erfreulich unerwartet beschließt. Zudem eröffnet sich van Hamme hierdurch eine Reihe neuer inhaltlicher Möglichkeiten, von denen abzuwarten bleibt, ob er diese in Folgebänden ausschöpft oder nicht.

Insgesamt erweist sich "Die Insel des ewigen Frosts" sowohl erzähltechnisch als auch zeichnerisch als leichte Steigerung zum Auftaktband. Wer heroische Phantastik im Stil der 70er und 80er Jahre mag, kommt bei Thorgals frühen Abenteuer auf seine Kosten.

Eine Leseprobe gibt es hier!

Christian Handel



Hardcover | Erschienen: 23. November 2011 | ISBN: 9783868693393 | Originaltitel: Thorgal 2: L'ile des mers gelées | Preis: 13,80 Euro | 47 Seiten | Sprache: Deutsch

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