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 Silent Hill: Silent Hill - Downpour


Cover
Gesamt ++++-
Action
Anspruch
Aufmachung
Bedienung
Bildqualität
Brutalität
Extras
Glück
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Spielregel
Strategie
Ton
Auf ein Neues!

"Endlich, das lange Warten hat ein Ende" - So oder so ähnlich hört es sich meistens an, wenn neue Spiele für die Konsole oder den PC veröffentlicht werden. Besonders ausgeprägt ist diese Vorfreude bei den Fortsetzungen erfolgreicher Serien. Bereits Wochen und Monate vorher beginnt der Countdown bis zum Erscheinungstag, nur langsam vergehen die letzten Tage. Der Start von "Silent Hill" beziehungsweise dieser erfolgreichen Serie liegt bereits im letzten Jahrtausend und erschien für den PC und die Playstation im Jahr 1999. In den folgenden Jahren wurden die Nachfolger, die nun auch für die Xbox 360 und andere Formate produziert wurden, auf den Markt gebracht. Möchte man Silent Hill in ein Genre einordnen, kann es als Survival-Horror bezeichnet werden.

Inhaltlich haben alle bisher erschienenen Teile (und so auch dieser) eines gemeinsam: Sie spielen in der Kleinstadt Silent Hill, die namensgebend für das Spiel ist. Auch in ihren Geschichten sind die einzelnen Teile über mehr oder weniger ausgeprägte Handlungsstränge miteinander verknüpft. So werden Hintergründe zu bekannten Personen aufgeklärt oder neue Details geliefert. Insgesamt ist aber jeder Teil der Serie eigenständig und kann ohne große Vorkenntnis in Angriff genommen werden. Und das ist auch gut so, jedenfalls für Einsteiger.

Mason allein im Wald - und in Silent Hill

Die Hauptfigur in "Silent Hill Downpour" ist Mason Pendleton, der in einer Gefängniszelle inhaftiert ist. Er und einer seiner Gefängniswärter machen gemeinsame Sache, als sie einen anderen Häftling ins Visier nehmen. Der Wärter hält Mason den Rücken frei, damit dieser den Job erledigen kann. Anschließend wird Mason in eine andere Anstalt verlegt. Auf dem Weg dorthin verunglückt der Gefangenentransport. Die übrigen Häftlinge sind spurlos verschwunden, als Mason außerhalb des Busses erwacht. Auf sich allein gestellt heißt es nun zu überleben und einen Ausweg aus der Misere zu finden ...

Der erste Eindruck: düstere Atmosphäre, hoher Gruselfaktor

Bereits auf den ersten Blick wirkt "Silent Hill Downpour" sehr düster und etwas gruselig. Glücklicherweise kann die Bildschirmhelligkeit noch etwas reguliert werden. Und nach einer Minute Spielzeit wird dann auch die Einstufung als FSK 18 klar. Danach verflacht das Spiel etwas, was aber der Eingewöhnung geschuldet ist.

Videosequenzen: die Seele des Spiels

Schnell fallen auch die für das Genre der Survival-Horror-Videospiele typischen Videosequenzen auf. Die Umsetzung dieser kurzen Ausschnitte ist rundum gelungen. Dabei sind sowohl die gewählten Zeitpunkte, die entsprechenden Überraschungsmomente als auch die atmosphärische Wirkung besonders positiv zu erwähnen

Abwechslung durch unterschiedlich aufgebaute Rätsel

Ebenfalls positiv fallen die sehr unterschiedlichen Anforderungen an den Spieler auf, die eine große Vielschichtigkeit im weiteren Verlauf erkennen lassen. Dabei müssen unterschiedlich aufgebaute Rätsel gelöst und diverse Tasten und Tastenkombinationen genutzt werden. Mit vielen unterschiedlichen Gegenständen kann interagiert werden.

Eine scheinbar offene Welt

Die große Linearität im Spiel, ohne die diese Survival-Horror-Spiele gar nicht auskommen können, wird sehr gelungen verschleiert. Auf den ersten Blick erscheint die "Spielwelt" sehr groß, umfangreich und weitläufig. Wurde aber der richtige Weg eingeschlagen, gibt es kein Zurück mehr Barrieren versperren den Weg. Dadurch wird ein ständiges Verlaufen und Umherirren erfolgreich verhindert. Trotzdem laufen mehrere Aufgaben parallel und es fällt im Prinzip gar nicht auf, dass Mason in eine bestimme Richtung gelenkt wird. Viele aufgedeckte Details lassen sich im ersten Moment gar nicht zuordnen, eine klare Linie ist nicht direkt zu erkennen. Die zu erledigenden Aufgaben und Anforderungen können im Tagebuch nachgeschlagen werden, detaillierte Hilfestellungen durch auffällige Markierungen oder Wegweiser sucht man allerdings vergeblich. Der Spieler bekommt dadurch die Einsamkeit in fremdem Gebiet und die Unklarheit über das eigene Schicksal, welche der Protagonist Mason durchleben muss, eindrucksvoll vermittelt.

Wenig Contra, viel Pro

Sehr angenehm ist das automatische Speichern im Spiel, das ohne zeitliche Verzögerung und in kurzen Abständen erfolgt. Dadurch wird einerseits verhindert, dass zu lange Passagen oder Rätsel erneut gelöst werden müssen. Andererseits bekommt der Spieler indirekt den Hinweis, auf dem richtigen Weg zu sein.

Graphisch macht "Silent Hill Downpour" vieles richtig. Die bereits erwähnten Zwischensequenzen schaffen eine außergewöhnliche Atmosphäre, geprägt von Unsicherheit, Furcht und Neugier. Die dargestellten Charaktere, Gegner und Landschaften sind wirklich gelungen, die natürliche Barrieren sind hervorragend in das Spiel integriert. Leider sind aber auch einige Ruckler im Spiel und in den Videosequenzen zu vermerken.
Auch der Sound liefert einen nicht zu vernachlässigen Beitrag zur insgesamt gelungen Umsetzung des Spiels. Die Schockmomente verfehlen ihre Wirkung nicht, auch die musikalische Umsetzung passt. Teilweise ist diese düstere Atmosphäre nahezu greifbar, so dass dunkle Gegenden und Räume am liebsten umgangen werden möchten. An diesen Stellen möchte man wirklich nicht im Masons Schuhen stecken!

Die Wartezeit nach dem unerwünschten Ableben, was allerdings auf dem Einsteiger-Level zum Glück nicht so häufig passiert, ist etwas zu lang. Da das Spiel häufig speichert, muss der Spieler sich gegebenenfalls in sehr kurzen Abständen mit dem gleichen Problem auseinandersetzen, unterbrochen von den langen Wartezeiten. Das birgt Frust-Potenzial. Die Bewegungen sind etwas unrund, speziell was die Kameraführung beim Laufen angeht. Die Kämpfe wirken etwas hölzern und eintönig, besonders im Nahkampf hat die Beschränkung auf lediglich zwei Knöpfe Luft nach oben. Auch das Handling mit herumliegenden Gegenständen hat so seine Tücken, besonders wenn mehrere Utensilien in unmittelbarer Nähe liegen.

Fazit

Insgesamt kann "Silent Hill - Downpour" durchaus als gelungen bezeichnet werden. Speziell die gelungene Atmosphäre im Spiel sowie die Geschichte machen Lust auf mehr. Abzüge bekommt Silent Hill aber für die graphischen Aussetzer und die etwas eintönigen Kampfszenen.
Für den hoffentlich erscheinenden Nachfolger heißt es dann wieder das gespannte Warten in den Wochen und Monaten zuvor irgendwie zu überbrücken, bevor es wieder in die düstere Welt von Silent Hill gehen kann.

Einen Trailer zu "Silent Hill: Downpour" gibt es hier auf Youtube.

Jan Schrübbers



Konsolenspiel | Erschienen: 29. März 2012 | FSK: 18 | Originaltitel: Silent Hill - Downpour | XBOX360 | Preis: 62,95 Euro | für 1 - 1 Spieler | Untertitel verfügbar in: Deutsch | Verfügbare Sprachen: Englisch

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