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 One Piece - Kinofilme, Folge 6: One Piece - Baron Omatsuri und die geheimnisvolle Insel


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Gesamt ++---
Action
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Extras
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Spannung
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Nach vielen gefährlichen Abenteuern auf der Grand Line beschließen die Strohhutpiraten, mal so richtig auszuspannen und steuern zu diesem Zweck Omatsuri Island an ein Wellness-Eiland, das seine Gäste mit riesigen Bädern, zahlreichen Schönheitssalons, hübschen Frauen und köstlichen Fünf-Gänge-Menüs verwöhnen soll. Doch bevor sie in den Genuss des wohlverdienten Wellness-Programms gelangen können, müssen sich Ruffy und seine Crew erst einmal den "höllischen Prüfungen" stellen, die ihnen Baron Omatsuri, der Herr der Insel, auferlegt. Zwar bestreitet die Strohhutbande erfolgreich eine Prüfung nach der anderen, doch mit jedem dieser Wettkämpfe zerstreitet sich Ruffys Mannschaft immer mehr. Noch kann sie aber nicht erahnen, welch teuflischen Plan der zwielichtige Baron hinter der friedlichen Fassade des paradiesischen Eilands verfolgt

Bereits fünfmal schipperten Eiichiro Odas Anime-Freibeuter über Japans Kinoleinwände, zweimal davon in Spielfilmlänge. Beinahe passend zum Wellness-Flair von Omatsuri Island erhalten Ruffy und seine schräge Crew in ihrem sechsten Kinoabenteuer nun ein Lifting, das sowohl Story als auch Zeichenstil betrifft und an dem sich die Geister der Fans scheiden werden wie an keinem anderen "One Piece"-Film zuvor und auch danach.

Für "Omatsuri danshaku to himitsu no shima" oder "Baron Omatsuri und die geheimnisvolle Insel" so der deutsche Titel wurde Mamoru Hosoda als Regisseur verpflichtet, der später mit "Summer Wars" und "Das Mädchen, das durch die Zeit sprang" zwei herausragende Stücke anspruchsvoller Anime-Poesie, die gleichermaßen unterhalten wie auch zum Nachdenken anregen, inszeniert hat. Seinem (einzigen) Beitrag zum "One Piece"-Universum haftet jedoch ein schaler Beigeschmack an, da sich der Film sichtlich nicht entscheiden kann, was genau er nun eigentlich sein möchte. Der Film beginnt als luftig-lockeres Abenteuer mit einer gehörigen Portion Klamauk, wie es der eingefleischte "One Piece"-Fan nicht anders kennt. In der zweiten Hälfte wechselt "Baron Omatsuri und die geheimnisvolle Insel" jedoch zum düsteren Konflikt gegen einen unheimlichen Feind, der eher in einem Horroranime statt in Odas Freibeuter-Saga Platz hat. Diesen atmosphärischen wie inhaltlichen Sprung repräsentiert die farbliche Abmischung, die mit fortschreitender Laufzeit dunkle Farben bevorzugt und die gerade im letzten Drittel kaum noch Ähnlichkeiten zum fröhlich-bunten Anfang aufweist.

Prinzipiell ist nichts gegen einen düster-bedrohlichen Touch einzuwenden, ein dunkles Intermezzo in der ansonsten überwiegend heiteren Anime-Serie (selbst die Abenteuer der Strohhutbande auf der Thriller Bark sind allenfalls für die ganz Kleinen gruselig) brächte durchaus willkommene Abwechslung mit sich. Doch dem Film will es dabei nicht so recht gelingen, dem Original die Treue zu halten: Die Atmosphäre des Showdowns steht in krassem Gegensatz zur Anime-Serie und lässt sich mit den "üblichen" boss fights in der Anime-Vorlage nicht vergleichen. Ähnlich sieht es bei den Strohhutpiraten aus: Zwar pflegen sie ihre altbekannten liebenswerten Macken (Zorro und Sanji kriegen sich wieder einmal in die Wolle), aber nicht in jenem Maße, das dem Fan aus der Anime-Serie oder den vorangegangenen Kinofilmen bekannt ist (Lysops Hang zum Maulheldentum wird beispielsweise fast völlig ausgespart). Irgendwie fehlt Ruffys schräger Crew in diesem Film einfach etwas

Darüber hinaus präsentiert sich die Story über weite Strecken spannungsarm und stolpert öfters mal in den Leerlauf, außerdem schneidet er einige interessante Punkte an, ohne sie aber weiter zu vertiefen, sodass man sich fragt, wozu sie überhaupt angesprochen worden sind. So behauptet ein Gefolgsmann des Barons, dass dieser es problemlos mit dem einstigen Piratenkönig Gol D. Roger habe aufnehmen können und ihm sogar einst begegnet sei. Wer aber nun mehr Infos erwartet, wird jäh enttäuscht, sodass der Film im Hinblick auf die Hintergrundstory der Serie keinen Mehrwert verbuchen kann.

Woran sich der Fan möglicherweise ebenfalls stoßen könnte, ist der neue Zeichenstil, der im sechsten "One Piece"-Kinoableger Einzug hält. Zwar lassen sich sämtliche Figuren eindeutig Eiichiro Odas Freibeuter-Universum zuordnen, doch Änderungen im Detail (z.B. keine abgerundeten Kanten) und ungewohnte, teils steril wirkende Computeranimationen lassen die Bilder stellenweise fast wie Karikaturen von Odas Manga-Zeichnungen wirken. Hosodas Stil lässt sich einfach nicht ohne Abzüge mit dem altbekannten "One Piece"-Universum verbinden. Auch die Musik unterscheidet sich vollständig von den früheren Abenteuern der Strohhutpiraten: Sie untermalt die düsteren Bilder der zweiten Filmhälfte zwar durchaus treffend, schraubt damit aber den Kontrast des Films zur Serie zusätzlich in die Höhe.

Zur Blu-ray Disc: Das AVC-kodierte Bild liegt in 16:9-Vollbild vor und brilliert mit kräftigen Farben und glänzenden Animationen, nur gelegentliche leichte Blockbildung, die die Figurenlinien etwas stufig erscheinen lässt, verwehrt der Blu-ray die Höchstnote. Sowohl der deutsche wie auch der Originalton liegen jeweils in Dolby Digital Stereo und in DTS-HD MA 5.1 vor, wobei sich die HD-Tonspuren deutlich dynamischer präsentieren. Ein ärgerliches Manko früherer Veröffentlichungen hat Kazé leider auch hier übernommen: Während des laufenden Films kann man weder die Tonspur wechseln noch die deutschen Untertitel zu- oder ausschalten; hierfür muss man den Film abbrechen und ins Hauptmenü zurückkehren. Das Bonusmaterial fällt ausgesprochen dürftig aus: Trailershow, Filmcredits, Wendecover das war's auch schon.

Fazit:
Visuell wie inhaltlich ist der sechste "One Piece"-Kinofilm gewiss der gewöhnungsbedürftigste Ausflug der Strohhutbande in die Gewässer der Lichtspielhäuser. Eingefleischte Fans von Ruffy und seiner schrillen Crew werden sich auch "Baron Omatsuri und die geheimnisvolle Insel" nicht entgehen lassen, doch mehr als jedes andere Leinwandabenteuer der Strohhutbande wird der sechste Kinoableger die Fangemeinde spalten und nicht gerade auf wenig Ablehnung stoßen.

Michael Höfel



Blu-ray Disc | Disc-Anzahl: 1 | EAN: 7640105238811 | Erschienen: 28. Oktober 2011 | FSK: 12 | Laufzeit: 92 Minuten | Originaltitel: Wan Pisu: Omatsuri danshaku to himitsu no shima | Preis: 22,99 Euro | Untertitel verfügbar in: Deutsch | Verfügbare Sprachen: Deutsch (DTS-HD Master Audio 5.1), Deutsch (Dolby Digital 2.0), Japanisch (DTS-HD Master Audio 5.1), Japanisch (Dolby Digital 2.0)

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