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 Stolz und Demut

Autoren: Sophie Weiss
Verlag: Piper

Cover
Gesamt ++---
Anspruch
Aufmachung
Brutalität
Gefühl
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Sophie ist eine Mittzwanzigerin, die sexuell schon so allerlei erlebt hat und auf der Suche nach etwas Neuem ist. Ihre Suche führt sie in das SM-Establishment, wo man sich freiwillig als Sklave oder Sklavin versteigern lassen kann. Da Sophie jedoch noch gänzlich unerfahren ist, ist ihr Angebot geradezu lächerlich. Ihr Erwerber darf ihr einige Schläge auf ihren Hintern geben.
Trotzdem gelingt es Sophie, die Aufmerksamkeit von Richard zu erregen. Er ist ein Endvierziger, der schon seit Jahren im Geheimen in der SM-Welt unterwegs ist. Ihre jungfräuliche Unterwerfung mit diesem Hauch von Rebellion, hat es Richard angetan und so ersteigert er sie.

Doch Richard ist nicht irgendwer, er ist im realen Leben ein prominenter Wirtschaftsboss und führt Sophie in die exklusivere Schicht der BDSM-Praktizierenden ein, die alle einen Ruf zu verlieren haben, sollte ihre verbotene Leidenschaft ans Licht geraten. Zudem ist Richard glücklich verheiratet und so macht er von Anfang kann keinen Hehl daraus, dass er mit Sophie nur eine unverfängliche Affäre will. Auch Sophie hat zu Anfang keinerlei Neigungen etwas Ernsthaftes mit ihm anzufangen, doch gegen die Liebe ist man machtlos, wenn sie einen erst einmal erwischt hat

Mit ihrem Roman "Stolz und Demut" begibt sich die Autorin Sophie Weiss in das Genre der autobiografischen Romane, ihr Thema: BDSM und was dabei so schief gehen kann ...
Sophie Weiss ist hierbei nur ein Pseudonym einer deutschen Romanautorin, die mit diesem Buch ihre persönlichen Erfahrungen mit einer missglückten BDSM-Beziehung schildert. Die Autorin begibt sich dabei in die Niederungen von sexueller Abhängigkeit und thematisiert die Gratwanderung zwischen Schmerz und Lust, Dominanz und Liebe.

Um dieses tragische Beziehungsdrama zu schildern, wählt die Autorin eine sehr ungewöhnliche Erzählperspektive. Sie schreibt das Buch sowohl aus der Sicht der Sklavin Sophie als auch der Schicht des Doms Richard. Jede Begebenheit wird also sehr zeitnah zweifach reflektiert und gibt so einen sehr plastischen Eindruck der Lage, auch wenn durch die gewählten Ich-Perspektiven natürlich ein jeweils sehr subjektiver Eindruck der Situation geschildert wird.

Da die autobiografische Intention nur am Rande erwähnt wird, kann es bei diesem Buch leicht zu einer etwas anderen Erwartungshaltung kommen. BDSM wird hier nur sehr am Rande erwähnt, auch wenn man es als die Wurzel allen Übels bezeichnen könnte. Vielmehr erzählt die Autorin über eine Beziehung, die als Affäre begann und plötzlich ernst wurde, wie beide Parteien die Kontrolle verloren und wie alles in einer Tragödie endete.

Die Rezensentin ging schon mit falschen Erwartungen an das Buch heran und wurde dementsprechend enttäuscht. Die Aufmachung und auch die Klappentexte suggerieren mehr einen erotischen Roman denn eine autobiografische Story.
Sicherlich ist es gut und richtig, dass manche Menschen eine dramatische Beziehung auf diese Art aufarbeiten und verarbeiten. Aber trotz BDSM ist es nur ein Beziehungsdrama, allerdings mit einem spektakulären Finale in Form eines Prozesses.

Wer also gern autobiografische Romane liest, ist hier auf jeden Fall richtig. Durch BDSM bekommt das Buch eine zusätzlich verruchte Note, aber es bleibt letztens Endes doch nur ein Beziehungsdrama mit sehr unschönem Ende.

Eine Leseprobe ist auf der Verlagsseite zu finden.

Sandra Seckler



Hardcover | Erschienen: 26. Februar 2013 | ISBN: 978-3492055871 | Preis: 15,99 Euro | 160 Seiten | Sprache: Deutsch

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