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 Dieb der Diebe: Ich steige aus


Cover
Gesamt ++++-
Anspruch
Aufmachung
Bildqualität
Brutalität
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Conrad Paulsen alias Redmond ist als Dieb ein absoluter Meister seines Faches. Wer den richtigen Mann für einen gewagten Coup sucht, wendet sich an Redmond, denn es gibt nichts, was er nicht stehlen kann. Doch nun hat die Legende zur Bestürzung seiner Partner verkündet, dass sie aussteigen will aus dem Geschäft. Der Grund: Das FBI ist nicht nur Conrad Paulsen auf den Fersen, sondern hat auch seinen Sohn Augustus bei kriminellen Machenschaften geschnappt. Um Augustus freizubekommen, bietet der Meisterdieb der ermittelnden Agentin nun einen besonderen Deal an und begibt sich damit selbst in allergrößte Gefahr.

Cool, smart, lässig diese Adjektive kommen einem beim Lesen von "Dieb der Diebe: Ich steige aus" als erstes in den Sinn. Robert Kirkman und Nick Spencer haben mit diesem Comic einen cleveren und spannenden Auftakt zu einer vielversprechenden Serie geschrieben. Das Artwork kommt von Shawn Martinbrough (Farben: Felix Serrano). "Dieb der Diebe" spielt auf unterschiedlichen Zeitebenen, wechselt rasch und nahtlos zwischen mehreren Schauplätzen und bedient sich sehr geschickt zahlreicher Stilmittel, die der Leser eigentlich eher aus Filmen kennt. Nicht alles ist hier, wie es scheint, vieles wird erst durch eine oder mehrere Rückblenden klar. Tatsächlich ist man nach dem Umblättern der letzten Seiten direkt in Versuchung, die Story noch mal von vorne zu lesen. Die Assoziation zum Film passt übrigens auch sonst sehr gut: "Ich steige aus" weckt starke Erinnerungen an unterhaltsame Streifen wie "Ocean's Eleven" oder "Verlockende Falle", streckenweise liest die Handlung sich wie ein Drehbuch von Guy Ritchie. Zwar könnte man den Autoren des Comics in dieser Beziehung durchaus vorwerfen, sich großzügig an verschiedenen Vorlagen bedient zu haben, dennoch ist das Erlebnis ein ganz anderes, wenn die Stilmittel des Films auf das Medium Comic übertragen werden.

Der smarte Meisterdieb Redmond erhält von den Autoren ein durchgängig sehr sympathisches Gesicht. Zwar stiehlt er für das große Geld und weitestgehend ohne Skrupel, doch beherrscht wird sein Leben durch andere Themen: der anhaltende Streit mit seiner Ex-Frau, die Sorge um seinen Sohn, die ihn letztendlich dazu bewegt, einen gewagten Deal mit dem FBI einzugehen. So beginnt ein packendes geistiges Duell zwischen einer Agentin, die für den Erfolg alles tun würde, und dem brillanten Meisterdieb, der noch das eine oder andere Ass im Ärmel hat.
Passend zur Story sind auch die Zeichnungen ziemlich cool ausgefallen: Shawn Martinbrough arbeitet mit kräftigen Linien, klaren Flächen und starken Kontrasten; seine Charakterzeichnungen passen ausgezeichnet zur Atmosphäre und verstärken den Eindruck, einen Film voller schneller Schnitte und unerwarteter Wendungen zu betrachten.

"Dieb der Diebe: Ich steige aus" ist ein guter Einstieg in eine clever erzählte neue Serie. Wer in den Seiten versinkt, fühlt sich wie beim Betrachten eines lässigen Gangster-Streifens. Aber Achtung, bei den raschen Szenenwechseln muss man richtig aufpassen, um den Anschluss nicht zu verlieren.

Eine Leseprobe gibt es hier bei Panini Comics.

Christina Liebeck



Softcover | Erschienen: 18. Februar 2013 | ISBN: 978-3862015030 | Originaltitel: Thief of Thieves Vol. 1 - 7 | Preis: 16,95 Euro | 152 Seiten | Sprache: Deutsch

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