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 Mario Party 9

Verlag: Nintendo

Cover
Gesamt ++++-
Action
Anspruch
Aufmachung
Bedienung
Bildqualität
Glück
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Spielregel
Strategie
Ton
Mario ist wieder da und bringt seine Freunde mit. Bei "Mario Party 9" stiehlt Bösewicht Bowser die Sterne vom Himmel und nur der Spieler kann sie wieder befreien. Wii-Remote hochgehoben und los geht es: Rettet die Sterne!

Auf den Wagen, fertig, äh?

Was ist denn das? Wer einen der älteren Vertreter dieser Reihe besitzt, wird zum Start des Spiels etwas verwirrt sein, denn Nintendo hat der neunten Ausgabe des Party-Klassikers ein neues Spielkonzept verpasst. Anstatt, dass jeder für sich das Spielfeld begeht, sitzen die mitspielenden Charaktere jederzeit in einem gemeinsamen Fahrzeug und bewegen sich in diesem durch die Welt. Jede Runde wechselt der sogenannte Spielführer, derjenige, der würfelt und die zahlreichen Ereignisse auf dem Spielbrett auslöst und somit die begehrten Sterne gewinnen oder verlieren kann. Hinzukommen neue Würfel, die dem Spiel einen Anflug von taktischen Möglichkeiten geben. Neben dem normalen Würfel gibt es einige Varianten: einen mit Null und Eins, einen mit Vier, Fünf und Sechs, einen zehnseitigen Würfel und den "langsamen" Würfel, bei dem der Spieler sich die gewünschte Augenzahl aussuchen darf. Änderungen verstanden? Dann ab in den Wagen!

Verspielt, aber ...

Ein Pilzkönigreich voller Spaß bietet Nintendo auf der Wii an. Eine verspielte, bunte und interaktive Welt lädt zum Spielen ein. Die beigelegte Anleitung mit gerade acht Seiten bezeugt schon einmal den einfachen Charakter dieses Spieles. Allein eine Remote-Bedienung pro Spieler reicht für alle Minispieler und Welten aus, die allesamt keine komplexen Steuerungen vorweisen. Jedermann ist nach einer Übungsrunde, die elegant integriert und mehrfach spielbar ist, in der Lage mitzuspielen. Schön anzusehen sind die Spielwelten auf jeden Fall. Thematisch werden alte Bekannte und Kontrahenten mit eingebunden, so gibt es den Besuch in Buu Huus Schloss ebenso wie den Affentanz bei Donkey Kong. Nicht selten bewegt sich etwas auf dem Spielbrett. Buu Huu verfolgt beispielsweise die Spieler und sorgt beim Erreichen der Gruppe für eine böse Überraschung, Lava steigt bedrohlich in der Mine oder Bowser höchstpersönlich verwandelt ein paar Felder vor dem Zieleinlauf.

... mehr Glück als Können

Einen ganz großen Haken hat dieses Spiel und das ist die Verteilung von Glück und Können in den Spielrunden. Im Spielverlauf können Sterne einfach während der Würfelphase aufgenommen werden, wer glücklich würfelt, zieht den gemeinsamen "Wagen" über Bonussterne und hat dadurch meist einen dicken Vorteil. Gerade im Party-Modus entscheiden diese Sterne viel zu oft das Spielgeschehen. Kombiniert mit der Möglichkeit kurz vor dem Ziel oft die Hälfte seiner Sterne zu verlieren, ergibt sich ein katastrophales Ungleichgewicht.

So gibt es beispielsweise im letzten Endkampf 15 Sterne für den Sieger und 7 für den zweiten Platz. Das letzte, entscheidende Gefecht ist somit meist spielerisch bedeutungslos, da die sechs Sterne Differenz kaum ins Gewicht fallen. Wer zuvor, durch pures Würfelglück, viele Sterne gesammelt hat, gewinnt die meisten Partien, selbst wenn derjenige in den Minispielen nichts leistet. Insbesondere ist das bei Computerspielern ärgerlich, wenn diese durch eigene, gute Leistungen in den Spielen nicht einzuholen sind. Auf der Strecke liegen auch des Öfteren zehn Sterne auf einem Feld, wer dort - mit etwas Glück - auf ein Zurückfeld kommt, verdient mehr Sterne als ein Spieler in vier(!) Minispielen, dort gibt es meist fünf Sterne für den Sieger. Allerdings muss er diese auch noch alle gewinnen.

Viel Abwechslung in den Minispielen

Achtzig verschiedene Minispiele sorgen für Abwechslung. Das macht Laune, das bringt die "Party" vor der Konsole in Gang und das ist der eigentliche Spaßfaktor in diesem Spiel. Der Spieler kann sich mit den anderen messen, die bessere Taktik oder das Quäntchen mehr an Glück entscheidet die Runde und sofort wird auf das nächste Minispiel gehofft. Im Party-Modus sind diese gar nicht so häufig eingestreut, sodass die obligatorischen Boss-Kämpfe durchaus gute Ansätze sind, damit die Spieler auch wirklich spielen und nicht nur würfeln.

Taktik und Langeweile

Geschicktes Spielen kann, muss aber nicht, von Erfolg begleitet sein. Durch die Spezialwürfel und das gemeinsame Durchlaufen der Spielbretter bieten sich den Spielern diverse Möglichkeiten. So kann es von Vorteil sein manchmal hoch und manchmal niedrig zu würfeln, um den nachfolgenden Spielführer in Unglückssterne laufen zu lassen oder dafür zu sorgen, dass ihm andere unschöne Dinge passieren. Allerdings ist dieser Effekt stark begrenzt und mitunter würfeln die Spieler gelangweilt vor sich hin, bis endlich wieder ein Minispiel erscheint. In schlechten Runden werden durch unglückliche Würfe kaum Minispiele gespielt, die Party verkümmert zum langweiligen Würfelspiel. Sammelt dann einer der Spieler auch noch währenddessen so viele Sterne, dass die anderen keine Chance mehr haben, siegen Langeweile und Frustration.

Alleine und mit Freunden, aber nicht online

Auch die neuste Ausgabe bietet zwei Spielmodi: die Partyspiele und den Single-Modus. Letzterer wirkt antiquiert und ist sterbenslangweilig. Ein Spieler, zwei bis drei Computer und kaum Spielzeit. Der Lohn dafür: Nach dem erfolgreichen Absolvieren werden ein neues Level und zwei weitere Charaktere freigeschaltet. Das war's.
Einkaufen ist in dem Spiel ebenfalls möglich: Die gesammelten "Erfahrungen" bringen Sternchen, die wiederum für allerlei sinnfreies Zubehör ausgegeben werden können. Neue Sternbilder am Himmel, andere Fahrzeuge für die Welten und Ähnliches. Onlinespaß gibt es bei der neunten Auflage der Party ebenfalls nicht, was wirklich ärgerlich ist.

Kurzum: "Mario Party 9" bereitet viel Spaß, solange man die passenden Mitspieler hat und eher die Minigames in den Vordergrund stellt. Solospielern vergeht schnell die Lust und auch der Party-Modus hat seine Macken, wenn die Würfel einfach das Spiel entscheiden.


Nicolas Gehling



Konsolenspiel | Erschienen: 2. März 2012 | FSK: 6 | Wii | Preis: 36,99 Euro | für 1 - 4 Spieler | Untertitel verfügbar in: Bildschirmtexte: Englisch, Französisch, Deutsch, Italienisch, Spanisch

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