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 Die drei ???, Band 173: Die drei ??? und das Tuch der Toten

Serie: Die drei ???, Band 173
Autoren: Marco Sonnleitner
Verlag: Kosmos

Cover
Gesamt ++---
Anspruch
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Justus, Peter und Bob treffen bei einem gemeinsamen Ausflug auf die Wissenschaftlerin Grace, die mit ihrem Team auf der Suche nach Spuren von Schmalkopfmenschen ist. Diese, eigentlich bereits vor geraumer Zeit ausgestorben Urmenschen, wurden mehrfach in diesem Waldgebiet gesichtet - unter anderem auch von Grace selbst. Die drei Fragezeichen schließen sich dem Team an, um diesen Erscheinungen auf den Grund zu gehen. Gibt es wirklich in der heutigen Zeit noch Schmalkopfmenschen, die sich vor der Zivilisation verstecken?

Schema F, zusammengewürfelt und völlig übertrieben. So lässt sich die Geschichte "Die drei ??? und das Tuch der Toten" punktgenau zusammenfassen. Marco Sonnleitner bietet seinen üblichen Aufbau mit einer übertriebenen Einleitung ("Dort lag leblos ein Mann. Und neben ihm auf dem Waldboden ein langes, scharfes Messer."), mischt anschließend zwei Fälle so, dass keiner der beiden überzeugt, und löst diese nach einem harten Schnitt im Showdown bei Kaffee und Kuchen. Absolut ernüchternd und weitestgehend ohne Lesespaß.

Doch von vorne: Der Titel des Werkes spiegelt sich nicht im Inhalt wieder, aber, das ist ja bei den ??? nichts Neues. Immerhin bieten die ersten Seiten noch einen interessanten Aufbau der Geschichte, allerdings breitet sich dann die Ernüchterung aus. Die Schmalkopfmenschen sind in diesem Fall ein Einstieg, aber letztendlich kümmern sich die Detektive in einem Fall um Schmuggel und im anderen Fall um ein altes Rätsel.
Der Handlungsstrang mit den Schmugglern ist überladen und abwegig. Nicht nur der ganze Aufwand, der betrieben wird, um den hier so wichtigen Protagonisten Leo in die Finger zu bekommen, lässt die Haare zu Berge stehen, nein, auch die Ereignisse mit Tieren, die Raubkopien erschnüffeln können, Justus Ausflug in die Rockerwelt oder wieder einmal der sinnfreie Einsatz von Schusswaffen machen diesen Fall nicht besser. Letztendlich stehen Leser und Ganoven mit leeren Händen da - völlig ohne Not.

Ebenso verhält es sich mit dem eingestreuten klassischen Rätsel, welches gleich aus zwei Gründen ungenießbar ist: Zum einen nimmt es keinen Platz in dieser Handlung ein. Es wird kurz vorgestellt, die anwesenden Personen rätseln wenige Zeilen darüber und vergessen es bis zum Schluss, wo es dann mal eben aufgelöst wird. Völlig unspektakulär und fade. Zum anderen ist die Lösung des Rätsels nicht interaktiv. Justus führt den Hörer nicht durch seine Gedankenwelt, seine Beobachtungen, sondern präsentiert nur knapp das Ergebnis. Unheimlich langweilig. Von knisternder Spannung oder packender Atmosphäre ist dieser Band meilenweit entfernt.

Kurzum: Das war wohl nichts. Es ist immer dasselbe Schema bei Sonnleitner und wieder ist eine derbe Enttäuschung. Mehrere Handlungsstränge, die übertrieben oder nur am Rand schnell eingeschoben werden, sorgen für Kopfschütteln, aber nicht für fesselnde Leseabende.

Kosmos bietet auf der Webseite einen Blick ins Buch an.

Nicolas Gehling



Hardcover | Erschienen: 2. August 2013 | ISBN: 9783440135822 | Preis: 8,99 Euro | 142 Seiten | Sprache: Deutsch

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