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 Sklaverei in Amerika


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Im Jahre 1865 wurde die Sklaverei in Amerika offiziell abgeschafft. Für viele schwarze Sklaven bedeutete dies die lang ersehnte Freiheit. Freilich hatten sie auch danach noch unter Diskriminierungen und Benachteiligungen zu leiden, doch sie waren nun zumindest frei. Gleichzeitig bedeutete die Abschaffung der Sklaverei auch das Ende eines Wirtschaftssystems, welches sich im 17. Jahrhundert in den damals noch zu England gehörigen Kolonien auf dem nordamerikanischen Kontinent etablierte.

Zwischen Etablierung und Abschaffung der Sklaverei liegt damit eine Zeitspanne von ungefähr zweihundert Jahren. Diese steht im Mittelpunkt des vorliegenden Buches, welches von Udo Sautter, emeritierter Professor für nordamerikanische Geschichte an der Universität Tübingen, verfasst wurde. Von ihm liegen bereits zahlreiche einschlägige Publikationen zur amerikanischen Geschichte vor, unter anderem der ebenfalls im Theiss Verlag erschienene Band "Der amerikanische Bürgerkrieg 1861 - 1865".

Seine aktuellste Monografie unter dem Titel "Sklaverei in Amerika" gliedert er in fünf Kapitel. Während er zunächst einführend die Anfänge der Sklaverei auf dem nordamerikanischen Kontinent im 17. Jahrhundert in den Blick nimmt, erläutert er anschließend die Situation während der englischen Kolonialzeit. Mit der "Ära der Revolution" (3. Kapitel), die Zeit der amerikanischen Unabhängigkeitsbewegung, begann die Institution der Sklaverei zu bröckeln, ohne gänzlich zu verschwinden. Denn insbesondere im "Alten Süden" lebte die Sklaverei auch in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts unvermindert fort und war ein wichtiger Bestandteil der Baumwollwirtschaft (4. Kapitel). Erst der amerikanische Bürgerkrieg leitete die endgültige formelle Abschaffung der Sklaverei ein, die wie eingangs erwähnt im Jahre 1865 ein offizielles Ende fand (5. Kapitel).

Ergänzt wird das Buch durch einen kurzen Literaturbericht ("Die Sklaverei in der Forschung") und durch kommentierte "Anregungen zu weiterer Lektüre". Hinzu kommt ein Glossar, eine Zeittafel sowie ein Register.

Der schmale Band überzeugt vor allem durch seine kompakte Darbietung, welche trotz der geringen Seitenzahl erstaunlich perspektivenreich ist. So legt Sautter nicht nur eine chronologische Geschichte der Sklaverei in Amerika vor, sondern hält immer wieder inne, um alltags- oder wirtschaftsgeschichtliche Perspektivierungen, z. B. "Das Leben der Sklaven" beziehungsweise "Der Dreieckshandel", zu entfalten. Stets schafft er es dabei, den Kern der Dinge zu benennen, sodass sich der Leser am Ende gut informiert fühlt. Bestärkt wird dies durch zahlreiches Zahlenmaterial, welches Sautter an vielen Stellen in seine Darlegung einflicht. Doch damit ist der Band keineswegs nur etwas für Zahlenfetischisten. Denn Sautter versteht es, auch durch zahlreiche kurze Fallbeispiele die nackten Zahlen zu veranschaulichen.

FAZIT: eine kompakte, gut lesbare Einführung, die weiterempfohlen werden kann.

Weitere Informationen zum Buch finden sich auf der Webseite des Verlags

Matthias Jakob Schmid



Taschenbuch, | Erschienen: 1. März 2014 | ISBN: 978-3806228960 | Preis: 19,95 Euro | 160 Seiten | Sprache: Deutsch

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