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 Geschichte der Welt 1350-1750

Weltreiche und Weltmeere


Cover
Gesamt ++++-
Anspruch
Aufmachung
Preis - Leistungs - Verhältnis
Das große Global-History-Projekt des Beck Verlages ging Ende 2014 in die nächste Runde. Nach den beiden Bänden, die das späte 19. und das 20. Jahrhundert globalgeschichtlich darstellen, erschien nun der erste Band, der sich mit vormodernen Jahrhunderten beschäftigt.

Das gut 1000-seitige Werk "Weltreiche und Weltmeere" behandelt den Zeitraum von 1350 bis 1750. Herausgegeben wird der Band von Wolfgang Reinhard, der auch die Einleitung und das Kapitel zur atlantischen Welt beigesteuert hat. Die anderen Abschnitte bekannter internationaler Historiker behandeln die Großregionen Kontinentaleurasien, die islamische Welt, Südasien und den indischen Ozean sowie Südostasien und Ozeanien. Der recht umfangreiche Anhang bietet einen Anmerkungsapparat, eine Bibliographie und ein Register.

Wolfgang Reinhards "Weltmeere und Weltreiche" versucht ein Bild von der Geschichte der Welt zwischen 1350 und 1750 zu vermitteln, indem es die Geschichte einzelner Großregionen darstellt. Damit weicht dieses Buch konzeptionell von den bisher erschienenden Bänden der Reihe "Geschichte der Welt" ab. Diese Bücher versuchten durch eine thematisch-systematische Gliederung eine Perspektive auf die gesamte Welt einzunehmen, also die Welt als eine Entität aufzufassen und ihre Geschichte als Einheit bei aller Differenz.

Dieser Anspruch der Global History ist sicherlich auch einfacher zu verwirklichen in Werken, die sich mit dem 19. und 20. Jahrhundert beschäftigen, also in Zeitaltern, in denen der globale Charakter der Weltgeschichte offen zutage tritt. Gerade deswegen wäre es aber spannend gewesen, diesen Ansatz auch für präglobale Epochen, wie Reinhard diese in der Einleitung nennt, zu wählen. Durch die gewählte regionale Strukturierung, die sich oftmals bis in die Unterkapitel hineinzieht, erscheint Weltgeschichte in diesem Band wieder stärker als Zusammensetzung regionaler und lokaler Geschichten. Das Experiment, auch in älteren Zeitaltern nach globalen Strukturmerkmalen zu suchen, wäre vielleicht spekulativer, aber dafür spannender gewesen.

Das heißt aber nicht, dass dieser Band schlecht wäre. Im Gegenteil: Die Autoren haben allesamt spannende und ausführliche Überblickdarstellungen ihrer jeweiligen Regionen geliefert, die reich an Informationen und Anregungen sind. Auch wird in den Texten häufig auf überregionale Kontakte und Wechselbeziehungen eingegangen, wenn eben auch immer aus der jeweiligen regionalen Perspektive. Durch gelegentliche eingestreute Abbildungen werden die Texte auch visuell unterstützt. Der umfangreiche Anmerkungsapparat und die Bibliographie geben reichliche Anregungen für weitere Studien und durch das Register lässt sich der Band auch gut zum Nachschlagen benutzen.

Insgesamt führt dieser Band also wie auch seine Vorgänger auf umfangreiche Weise in die Epoche ein, die er behandelt. Der Leser erfährt, was weltweit zwischen dem 14. und 18. Jahrhundert geschehen ist, und bekommt ein Bild vermittelt, das weit über die eurozentrisch geprägte Geschichtsvermittlung hinausgeht, auch wenn das Werk aus einer Global-History-Perspektive konzeptionell hinter den bisherigen Bänden der Reihe zurückbleibt. Daher ist auch dieser Band der "Geschichte der Welt" absolut zu empfehlen.

Eine Leseprobe und das Inhaltsverzeichnis gibt es hier auf der Verlags-Website.

Andreas Schmidt



Hardcover | Erschienen: 17. Oktober 2014 | ISBN: 978-3406641039 | Preis: 48,00 Euro | 1008 Seiten | Sprache: Deutsch

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