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 Brigid Quinn-Reihe, Band 1: Der stille Sammler

Serie: Brigid Quinn-Reihe, Band 1
Autoren: Becky Masterman
Übersetzer: Axel Merz
Verlag: Bastei Lübbe

Cover
Gesamt +++++
Anspruch
Aufmachung
Brutalität
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Brigid Quinn ist 59 Jahre alt und im Ruhestand. Vor wenigen Jahren war sie eine erfolgreiche FBI-Agentin, nur einen einzigen Fall konnte sie nicht lösen. Der Route-66-Killer, der eine ihrer Kolleginnen auf dem Gewissen hat, wurde nie gefasst. Doch dann erhält Brigid die Nachricht, dass ein Mann festgenommen wurde, der alle Morde gestanden hat. Die junge FBI-Agentin Laura Colemann hat jedoch erhebliche Zweifel an dem Geständnis von Floyd Lynch und bittet Brigid um ihre Hilfe. Die ahnt, dass sie auf der richtigen Spur sind, als jemand versucht, sie zu töten.

"Der stille Sammler" ist der Auftakt zu einer amerikanischen Thrillerreihe, in deren Mittelpunkt die ehemalige FBI-Agentin Brigid Quinn steht. Brigid lediglich als rüstige Seniorin zu bezeichnen, würde ihr nicht gerecht werden, denn sie hat kaum etwas von ihrer körperlichen Schlagkraft und geistigen Wendigkeit eingebüßt. Obwohl sie Probleme damit hat, Menschen wirklich an sich herankommen zu lassen, ist Brigid seit einem Jahr verheiratet. Doch ihr Ehemann Carlo weiß nicht alles über ihre Vergangenheit, denn die Ex-Agentin hat mit einer früheren Beziehung schmerzhafte Erfahrungen gemacht. Dieses doppelte Spiel führt dazu, dass Brigid eine Reihe von Entscheidungen trifft, die später fatale Folgen haben.

Trotz ihrer resoluten, aber auch distanzierten Art kann sich der Leser mit der Ruheständlerin identifizieren und verzeiht ihr so manche kopflose Aktion, die zumindest gemäß ihrer Logik Sinn macht. Am Ende steht Brigid jedoch vor einer unklaren Zukunft. Wie wird es mit ihrer Ehe weitergehen? Welche Konsequenzen werden ihre Alleingänge haben? All dies wird hoffentlich im zweiten Teil der Reihe geklärt.

Becky Masterman hält die Spannung von der ersten bis zur letzten Seite hoch. Bereits das erste Kapitel bietet Nervenkitzel und Action sowie einige Überraschungen, sofort darf sich der Leser von dem Bild einer hilflosen Seniorin verabschieden und Bekanntschaft mit der resoluten Brigid machen.

Die Autorin bleibt strikt bei einer Erzählperspektive, nur mit Ausnahme des Prologs taucht sie nie, wie ansonsten als häufiges Stilmittel gewählt, in die Gedankenwelt des Mörders ein. Dies tut der Spannung keinen Abbruch, sorgt aber dafür, dass sich der Leser sich nicht allzu sehr mit den Abgründen der menschlichen Seele auseinandersetzen muss. Dennoch wird bei der Schilderung der Greueltaten nicht vor einer deutlichen Sprache zurückgeschreckt. Der Route-66-Killer spielt mit seinen Opfern und verhöhnt deren Angehörigen, der geständige Floyd Lynch hat seinen Spaß mit Frauenleichen. Die Auflösung des Falls ist logisch nachvollziehbar und wirkt nicht wie plötzlich aus dem Hut gezaubert.

Fazit: "Der stille Sammler" ist ein Thriller, der von der ersten bis zur letzten Seite Nervenkitzel bietet. Dank seiner ungewöhnlichen Protagonistin hebt sich dieses Buch von der Masse der Spannungsliteratur ab.

Eine Leseprobe ist auf der Verlagsseite zu finden.

Annika Schukies



| Erschienen: 15. Januar 2015 | Originaltitel: Rage Against the Dying | Preis: 9,99 Euro

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