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 Die ganze nackte Wahrheit

Autoren: Mark Lowery
Übersetzer: Thomas Gunkel
Verlag: Scherz

Cover
Gesamt ++++-
Anspruch
Aufmachung
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Nach den Ereignissen des letzten Jahres hatte Michael Swarbrick eigentlich gedacht, dass es für ihn nicht noch schlimmer kommen könnte aber es kann!
Was mit einer harmlosen Planscherei im Meer beginnt, endet mit einer Festnahme, einem Haufen Sozialstunden, die Michael ausgerechnet mit dem Alt-Hippie Chas ableisten muss, und einem unglaublichen Strom verrückter Ereignisse, in die der Vierzehnjährige erneut völlig gegen seinen Willen hinein gezogen wird.
Dabei spielen ein extrem leichtentzündliches Halloween-Kostüm, ein heruntergekommener VW-Bus, eine nackte französische Seniorin im Kleiderschrank und eine schreckliche Facebookseite eine nicht unerhebliche Rolle. Und während Michael versucht, die Welt davon zu überzeugen, dass er kein Exhibitionist oder Krimineller oder beides ist, sonnt sich sein fieser Bruder Ste erneut in seiner unfassbaren Beliebtheit. Michael ist sich ziemlich sicher, dass Ste wie üblich ein falsches Spiel treibt und etwas Gemeines plant, aber niemand glaubt ihm kein Wunder, wenn man selbst als durchgeknallter Nudist und Sonderling gilt, während der eigene Bruder plötzlich sein Faible für soziale Projekte und verwaiste Affenbabys entdeckt hat ...

Mit "Die ganze nackte Wahrheit" setzt Mark Lowery noch einen auf die Ereignisse aus "Das peinlichste Jahr meines Lebens" drauf und lässt den Leser erneut mit Michael Swarbrick leiden aber vor allem auch lachen. Denn was Michael alles zustößt, ist mit Worten kaum zu beschreiben und sehr komisch, jedenfalls solange man nicht selbst betroffen ist.
Aus der Sicht seines eigenwilligen Protagonisten gibt Lowery einen schrägen Einblick in die Welt eines Vierzehnjährigen, dem nach und nach alles aus dem Ruder läuft. Dabei setzt der Autor mehr noch als in Teil eins auf überzeichnete und alberne Szenen: die erste Party, der erste Kuss, alles endet in haarsträubendem Chaos. Die Handlung knüpft nahtlos an die Ereignisse aus dem ersten Roman an und beginnt mit dem Bad im Meer, mit dem dieser endete. Zwar ist das, was Michael infolgedessen alles an Peinlichkeiten zustößt, zumeist extrem unwahrscheinlich und teils schon jenseits von Gut und Böse vor allem Michaels Mutter benimmt sich sehr grenzwertig -, aber es macht trotzdem großen Spaß, seinen tagebuchartigen Aufzeichnungen und seinen trocken vorgetragenen Katastrophenmeldungen zu folgen.
Trotz oder gerade wegen seiner nerdigen Art ist Michael Swarbrick ein sehr sympathischer Charakter, der sich auf liebenswerte Weise pausenlos im Weg steht und der nicht versteht, wie das Leben läuft tatsächlich wirkt neben ihm Sheldon aus The Big Bang Theory geradezu normal. Irrwitzige Entwicklungen und die skurrilen Nebencharaktere lassen keine Langeweile aufkommen und machen den Roman zu einem kurzweiligen Vergnügen auch für ältere Leser, auch wenn vieles arg weit hergeholt ist. So ist "Die ganze nackte Wahrheit" ein lustiges Jugendbuch mit hohem Unterhaltungsfaktor, das die Probleme des Erwachsenwerdens in sehr amüsanter Form schildert. Wenn der Leser dann nochmal die eigenen erlebten Peinlichkeiten vor dem inneren Auge vorbeiziehen lässt, wird er wahrscheinlich erleichtert aufatmen: So schlimm wie bei Michael Swarbrick wird es schon nicht gewesen sein!

Eine Leseprobe gibt es hier auf der Verlagswebsite. Der Roman macht definitiv mehr Spaß, wenn man vorher Teil 1 gelesen hat!

Christina Liebeck



Taschenbuch | Erschienen: 26. März 2015 | ISBN: 978-3-651-00024-7 | Originaltitel: Pants are everything (when you're definitely not a nudist) | Preis: 14,99 Euro | 287 Seiten | Sprache: Deutsch

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