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 Deepwater Prison, Band 2: Der Block

Serie: Deepwater Prison, Band 2
Autoren: Christophe Bec
Illustratoren: Stefano Raffaele
Übersetzer: Resel Rebiersch
Verlag: Splitter Verlag

Cover
Gesamt ++++-
Anspruch
Aufmachung
Bildqualität
Brutalität
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Wer ins Deepwater Prison gebracht wird, der kann mit seinem Leben abschließen. In neunhundert Meter Tiefe befindet sich das Gefängnis auf dem Meeresboden. Nicht nur Wasser, sondern auch eisige Kälte liegen außerhalb der Stahlwände und machen jede Flucht unmöglich. Im Gefängnis regieren Brutalität und Korruption und machen das Leben zur Hölle.
Als wäre das nicht schlimm genug, geschieht auf einer Bohrinsel in der Nähe ein Unglück und die Regierung schickt eine Frau, um die Unfallstelle zu untersuchen. Als diese auf der Gefängnisstation ankommt, liegen die Nerven der Männer blank. Liegt das aber nur an der ungewohnten Gesellschaft, oder birgt das Gefängnis etwa Geheimnisse?

Im zweiten Band der Reihe "Deepwater Prison" nimmt sich Christophe Bec die Zeit, seine Figuren weiter vorzustellen und die Handlung zu vertiefen. Noch lässt der Showdown, der sich bereits am Horizont abzeichnet, auf sich warten. Stattdessen verdichten sich die Hinweise auf drohendes Unheil, denn sowohl die Häftlinge als auch ihre Wärter stehen unter Druck. Pläne werden geschmiedet, in kleineren Aufständen wird die Geduld der Gefängnisführung getestet.
Außerhalb des Gefängnisses gefährden Tiefseekreaturen die Räum- und Bergungsarbeiten an der Bohrinsel, wenngleich es unklar ist, ob sie wirklich die wahren Monster dieser Geschichte sind, spinnen doch sowohl unter als auch über dem Meeresspiegel die verschiedensten Gruppen ihre Intrigen.

Das Leben im Gefängnis hat das Verhalten aller Protagonisten verändert. Die Menschen bewegen sich nicht nur auf engstem Raum, auch ihre Verstrickungen untereinander sind klaustrophobisch eng und all ihre Gedanken drehen sich um mögliche oder bereits geplante Intrigen. Sie anhand ihres Benehmens auseinanderzuhalten ist ein Ding der Unmöglichkeit, so sehr haben sich Insassen und Wärter einander angepasst. Sogar der Gefängnisdirektor ist eine im wahrsten Sinne des Wortes durchtriebene Gestalt. Hier braucht niemand auf hehre Motive oder gar Moral hoffen, denn die bleiben beim Überlebenskampf auf der Strecke. Die Leser können die bedrückende Stimmung beinahe mit den Händen greifen.
Langsam fügen sich die Handlungsstränge zusammen und ergeben ein interessantes, aber unbarmherziges Bild.

Wie bereits im ersten Band ("Konstellation") setzt Stefano Raffaele diese Stimmung in seinen Panels grandios um. Seine Zeichnungen ergänzen die Idee von Christophe Bec fantastisch und erschaffen die ideale Umgebung für die Handlung. In gedeckten Farben und gewollt zurückhaltend spiegeln sie den Verfall dieses abgewrackten Ortes und den seiner Bewohner wieder. Damit verschaffen die Darstellungen dem Leser einen nahezu plastischen Eindruck von der explosiven Stimmung der Figuren, die einen brutalen Kontrast zu der Kälte und Dumpfheit des Gefängnisses bietet.
"Der Block" hält das Niveau seines Vorgängers mühelos und weckt damit die Vorfreude auf den dritten und letzten Band, der hoffentlich bald erscheint.


Der Splitter-Verlag bietet wie immer eine Leseprobe an.

Iris Jockschat



Hardcover | Erschienen: 1. Mai 2015 | ISBN: 9783958390188 | Originaltitel: Le Bloc | Preis: 14,80 Euro | 48 Seiten | Sprache: Deutsch

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