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 Low, Band 1: Low: Band 1

Serie: Low, Band 1
Autoren: Rick Remender
Illustratoren: Greg Tocchini
Übersetzer: Bernd Kronsbein
Verlag: Splitter Verlag

Cover
Gesamt +++++
Anspruch
Aufmachung
Bildqualität
Brutalität
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Die letzten Tage der Sonne sind gezählt. Um sich vor den letzten Strahlen des sterbenden Sterns in Sicherheit zu bringen, haben die Menschen sich auf den Meeresboden zurückgezogen, wo sie seit zehntausend Jahren versuchen, eine Rettung zu finden. Nun jedoch gibt es kaum noch saubere Luft und keine der Sonden, die sie ins All geschickt haben, kommt zurück. Das Gros der Menschen hat sich aufgegeben und verbringt die noch verbleibende Zeit mit Sex, Drogen und Feiern. Stel Caine jedoch hat die Hoffnung nicht aufgegeben. Seit jeher waren die Caines die Hüter der Glaskuppel und Stel will alles daran setzen, dass die Menschheit gerettet wird, selbst als ihre Töchter entführt und ihr Mann ermordet werden.

"Low", so heißt der neue Comic von Rick Remender und der Name bezieht sich natürlich auf das Leben am Meeresgrund. Doch das ist es nicht allein, was Remender mit dem Titel ausdrücken will, denn nicht nur geologisch ist die Menschheit an ihrem Tiefpunkt angekommen. Ohne Hoffnung vegetieren sie dahin, in dem Wissen, dass ihre letzten Tage gezählt sind. Hinter ihrer scheinbaren Feierlaune liegen Bitterkeit und Wut, so dass Stel mit ihrem unerschütterlichen Optimismus oftmals angefeindet wird.

In einem Interview gab der Autor an, dass er mit diesem Thema seine zurückliegende Drogensucht verarbeitet hat. In allen Dingen das Negative zu sehen, das sei seine Art, Dinge zu betrachten und so hat der Titel noch eine andere Bedeutung, nämlich am Boden, depressiv zu sein. Dieses Gefühl findet sich in dem Comic an jeder Ecke wieder. Umso erstaunlicher ist es, dass die Heldin, Stel, ihre Kraft aus der Hoffnung bezieht. In diesem ersten Teil der Reihe muss sie Schicksalsschlag um Schicksalsschlag erleiden und doch gibt sie nie auf. Sie ist bereit, mit Zähnen und Klauen um ihr Leben und ihre Familie zu kämpfen und sie glaubt fest daran, dass sie sie retten kann.

Remender, hat hier eine Welt entworfen, der die Menschlichkeit in weiten Strecken fehlt. Zehntausend Jahre unter der Wasseroberfläche haben die Menschen verändert, psychisch und körperlich. Wunderbar in Szene gesetzt wird das von Zeichner Greg Tocchini mit einer erstaunlichen Ästhetik, welche diese neue Welt bizarr und geradezu verzaubert zum Leben erweckt. Oftmals verzichtet er in seinen Panels auf Ecken und Kanten und bevorzugt runde, weiche Formen und Lichtspiegelungen, um die Aufmerksamkeit der Betrachter einzufangen. Kräftige Schattierungen unterstreichen die jeweilige Stimmung. Kaum zu glauben, dass der Untergang so schön sein kann.

So sieht erfolgreiche Zusammenarbeit aus. Kein Zweifel, dass Rick Remender mit Greg Tocchini dem passenden Zeichner gefunden hat. Beide Männer ergänzen sich ideal und haben von dem Austausch ihrer Ideen profitiert. Den Comic so leicht aussehen zu lassen, muss harte Arbeit gewesen sein, die sich jedoch definitiv gelohnt hat. Dies war nur der erste Teil einer außergewöhnlichen Reihe, die hoffentlich noch lange läuft und ihre hohe Qualität beibehält.

Ein Blick auf die bemerkenswerte Geschichte ist hier möglich.

Iris Jockschat



Hardcover | Erschienen: 1. Oktober [Value3] | ISBN: 9783958390980 | Originaltitel: Low | Preis: 24,80 Euro | 176 Seiten | Sprache: Deutsch

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