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 Candice Renoir

Mörderjagd mit Chic und Charme


Cover
Gesamt +++++
Anspruch
Aufmachung
Bildqualität
Brutalität
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Es war ein hartes Stück Arbeit, doch letztlich hat Candice Renoir es geschafft: Nach etwa einem Jahr hat sie ihre neue Kollegen in der Polizeistation von Sète von sich überzeugt, und auch ihre Familie hat sie einigermaßen im Griff. Klar läuft nicht alles reibungslos, vor allem wenn die Tochter nun deutlich in der Rebellion des Teenager Zeitalters angekommen ist, und sowohl die Liebe, als auch die Politik für sich entdeckt. Die Zwillinge wurden in der Schule getrennt, und in unterschiedliche Klassen gesteckt, was wiederum ganz neue Probleme hervorruft, mit denen die Mutter sich auseinandersetzen muss. Doch insgesamt funktioniert die Abstimmung zwischen Kindern und Beruf mittlerweile ganz gut. Was vielleicht nicht zuletzt daran liegt, dass Candice Ehemann Laurent beschlossen hat, seine Familie zurückzuerobern und in die Nachbarschaft gezogen ist. Er hilft aus und kümmert sich. Die Schattenseite ist, dass er im Haus der Familie bald wieder ein und ausgeht, als wäre es sein Heim. Candice gerät mehr und mehr ins Schwanken, was ihren Exmann betrifft, während sie eigentlich immer noch eine lose Affäre zu Hervé unterhält. Mit dem etwas rüpelhaften Kollegen David Canovas von der Spezialeinheit BRI (Brigades de Recherche et d´Intervention) kommt bald ein dritter Bewerber hinzu, was wiederum Kollege Antoine gar nicht gerne sieht, denn auch er wirft ab und an begehrliche Blicke auf seine Chefin. Und als wäre dieses Chaos im eigenen Leben nicht ausreichend, mischt sich Candice weiterhin fröhlich in die Privatangelegenheiten ihrer Kollegen ein.



Nach einer sehr guten ersten Staffel folgt eine noch bessere zweite Staffel von "Candice Renoir". Die Charaktere gewinnen alle an Farbe, ebenso das Verhältnis der Personen zueinander. Das Privatleben von Candice (Cécile Bois) steht zwar weiterhin klar im Mittelpunkt, doch werden nun auch die Kollegen von verschiedenen Seiten besser beleuchtet. So klärt sich die in der ersten Staffel noch recht stereotyp wirkende Trotzigkeit von Christelle (Gaya Verneuil) langsam auf, und auch Chefin Yasmine (Samira Lachhab) bekommt nach und nach eine menschlichere Seite. Antoine (Raphael Lenglet) rückt noch weiter ins Zentrum und gewinnt besonders in Folge 3 an Charme, als er gegen seine "übermächtige" und Candice gar nicht unähnliche Mutter antreten muss, die als Anwältin einen Verdächtigen verteidigt. Auch Candice Leben wird etwas bunter, mit gleich einer ganzen Gruppe Männer, die sie umwerben, darunter auch anfangs skeptische Kollegen, die sie mit ihrem Charme und ihrer ungewöhnlichen Denkweise nicht nur überzeugt, sondern geradezu bezaubert hat. Und trotz all dieser an eine Soap erinnernden Handlungsstränge, geht der Krimi nicht unter. Auch die Fälle gewinnen an Spannung.

Hinzukommt der berufliche Konflikt zu den Kollegen aus einer Spezialeinheit, mit denen Candices Team zusammenarbeiten muss, und die daran abgearbeitete Frage der Moral und der priorisierten Werte: Ist es für einen Polizisten eigentlich zentral Verbrechen aufzuklären und zu verhindern, oder geht es letztlich darum Menschen zu helfen und sie zu schützen?

"Candice Renoir" überzeugt mit gut angelegten und toll gespielten Figuren, interessanten Fällen und einer perfekt getroffenen Mischung aus Soap und Krimi. Gekrönt wird dies von einer ebenso überzeugenden wie charmanten Cécile Bois in der Hauptrolle. Gut zu wissen, dass eine dritte Staffel in Frankreich bereits ausgestrahlt wurde und eine vierte bestellt ist.

Claudia Heinzelmann



DVD | Erschienen: 1. April 2016 | FSK: 12 | Laufzeit: 520 Minuten | Originaltitel: Candice Renoire | Preis: 33,95 Euro | Verfügbare Sprachen: Deutsch
Französisch

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