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 Sherlock Holmes & die Vampire von London

Autoren: Sylvain Cordurié
Illustratoren: Vladimir Laci
Übersetzer: Swantje Baumgart
Verlag: Splitter Verlag

Cover
Gesamt +++--
Anspruch
Aufmachung
Bildqualität
Brutalität
Gefühl
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Für die Welt ist Sherlock Holmes gestorben. Bei einem tragischen Unfall im Kampf gegen seinen Erzfeind Moriaty stürzte er in die Reichenbachfälle und sein Körper wurde nie gefunden. So zumindest hat Holmes es aussehen lassen. In Wahrheit lebt der Meisterdetektiv nun im Verborgenen, zufrieden damit, seinem eigenen Mythos entkommen zu sein. Nur seinen Bruder Mycroft hat er wissen lassen, dass er noch lebt. Umso erschütterter ist Holmes, als die beiden Brüder bei einem Treffen überfallen werden. Offensichtlich gibt es noch jemanden, der den Detektiv am Leben weiß und dieser jemand ist kein Mensch.

Vampire also sind die diabolischen Kreaturen, auf die Sherlock Holmes in diesem Band trifft und was ihnen an analytischem Talent fehlt, gleichen sie mit Skrupellosigkeit und Macht aus. Der Meisterdetektiv soll ein Problem für sie lösen und um ihn unter Druck zu setzen, schrecken sie vor nichts zurück. Eigentlich macht das Sinn, immerhin sind Vampire ja nicht für ihr zartes Gemüt bekannt. Alldieweil, so ganz gelingt die Geschichte nicht.

Bereits 2011 veröffentlichte Autor Sylvain Cordurié, damals in zwei Bänden, die Geschichte um die Vampire von London. Im Splitter-Verlag erscheint sie nun als Gesamtausgabe, was der Geschichte sehr gut tut. Zu Beginn fällt es recht schwer, den Meisterdetektiv zu erkennen, was nicht nur an den tatsächlich sehr holzschnittartigen Zeichnungen von Vladimir Laci liegt, sondern auch daran, dass die Vampire ihn nach Belieben unter Druck setzen und manipulieren können. Von der fantastischen Auffassungsgabe des Ermittlers ist hier nichts zu merken. Es braucht seine Zeit, bis Holmes aufholt, seinen Feind richtig einschätzen kann und einen Plan schmiedet, ihn zu besiegen. Langsam rollt die Handlung an und kann nicht wirklich überzeugen, auch wenn Corduriés Vampire an Grausamkeit und schierer Kraft nicht zu überbieten sind.

Dennoch fehlt der Geschichte eine entscheidende Komponente, um den Comic mit Leben zu füllen. Es sind die Zeichnungen, welche eine Schwachstelle bilden. Nur selten drückt die Mimik der Figuren wirklich Gefühle aus, zumeist bleiben Holmes und Konsorten einfach unnahbar und ein bisschen hochnäsig. Dem Leser bietet sich somit keine Möglichkeit, mit den Protagonisten zu fühlen und diese näher an sich heranzulassen. Da fehlt dann auch die Lust, sich mit den verschiedenen Haken zu befassen, welche die Geschichte schlägt. Dabei hätte Corduriés Idee einiges zu bieten, hat er sich doch eine komplette Vampirgesellschaft samt aristokratischer Hierarchie ausgedacht. Bis hinauf zur Königin geht das Komplott und spätestens hier müsste die Handlung den Leser mitreißen, denn sonst sind die Logiklöcher nicht zu überbrücken.

"Sherlock Holmes und die Vampire von London" ist in Ordnung und passt in das vom Autor entworfene Holmes-Universum. Es ist aber nicht der beste Comic der Reihe und bringt es nur auf eine durchschnittliche Geschichte. Für Sammler und Fans der Geschichten ist das sicher kein Problem, ein Must-Have ist der Comic aber nicht.

Eine Leseprobe ist auf der Verlagsseite zu finden.

Iris Jockschat



Hardcover | Erschienen: 1. Mai 2016 | ISBN: 9783958391970 | Originaltitel: Sherlock Holmes les Vampires de Londres | Preis: 19,80 Euro | 96 Seiten | Sprache: Deutsch

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