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 Fight Club 2 Bd. 2

Serie: Fight Club 2, Band 2
Autoren: Chuck Palahniuk
Illustratoren: Cameron Stewart
Übersetzer: Gerlinde Althoff
Verlag: Splitter Verlag

Cover
Gesamt ++++-
Anspruch
Aufmachung
Bildqualität
Brutalität
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Tyler Durden lebt in der Tat, da kann sich der Protagonist sicher sein. Immerhin ist sein Alter Ego bereits erschienen und hat den Sohn, den er mit Marla hat, entführt. Und tatsächlich, wessen Sohn ist der eigentlich; schließlich hat Marla mit ihrem Ehemann geschlafen, als dieser Tyler war. Verwirrend? Ganz sicher sogar, aber es kommt noch besser. Nach wie vor gibt es viele Leute, die ein ureigenes Interesse daran haben, Durden am Leben zu halten und diese spielen ihr ganz eigenes Spiel. Sind es also seine Widersacher oder seine Handlanger, die mehr oder weniger ahnungslos seine Pläne unterstützen? Wem kann der Protagonist noch trauen, wenn seine Freunde, seine Frau und sogar sein Sohn Teile dieser Pläne sind?

Wie ist das eigentlich, entwickelt der Mensch eine Idee, oder bringt eine Idee den Menschen dazu, etwas zu tun, damit sie verwirklicht wird? Letzteres ist eine Theorie, die der Psychiater des Protagonisten verfolgt, fest davon überzeugt, das Tyler mehr ist als ein Hirngespinst. Vielmehr glaubt er, dass Tyler Durden in der Lage ist, von einer Generation auf die andere überzuspringen und den Wahnsinn quasi zu vererben. Was für eine Theorie! Da muss sich der Protagonist, der hier übrigens wieder keinen Namen hat, doch fragen, wie und wovor er seinen Sohn retten will. Immerhin, dieser wartet auf seinen Vater und hofft, gerettet zu werden, wenn er auch nicht weiß, vor wem.

Marla dagegen, die Frau des Protagonisten und Mutter des gemeinsamen Sohnes, macht sich auf eigene Faust auf den Weg, den Sohn zu retten. Dabei vertraut sie auf ihre Freundin Chloe und deren Gruppe todkranker Freunde, die zu allem bereit sind, um Marlas Sohn zu finden und zu befreien. So läuft alles auf einen großen Showdown hin, als der Protagonist, seine Familie, Tyler und dessen Anhänger und Widersacher sich, so wie es geplant war, in einem alten Herrenhaus treffen, um Tylers großen Plan zu verwirklichen. Als wäre das nicht genug, schaltet sich auch noch der Autor Chuck Palahniuk ein und versucht, seines Geistes Kind wieder einzufangen.

Richtig gelesen, Palahniuk selber schaltet sich ein, versucht sich von Tyler Durden zu lösen und schafft es nicht, hat seine Figur doch schon vor Jahren ein Eigenleben entwickelt. Und so nimmt der Autor ironisch seine Fans aufs Korn, schildert die mit ihnen geführten Diskussionen und sein Befremden über die Fans, die der von ihm geschaffene Soziopath Durden hat. Um auf die anfangs gestellte Frage zurück zu kommen, scheint sich Palahniuk nicht sicher zu sein, wer hier wen geschaffen hat. Immerhin konnte nicht mal ein Selbstmord Tyler Durden aus dem Weg schaffen. Wer kann da sicher sein, dass die Zerstörung der Welt ausreichen wird, ihn endlich zu beseitigen. Was, wenn es wieder ein Schlupfloch gibt, oder seine Anhänger keine Ruhe geben?

Wie dem auch sein, Tylers Geschichte ist auserzählt und damit natürlich auch die des Protagonisten. Die Comics bieten einen schrägen, lebhaften Abschluss mit unerwarteten Wendungen, die der Figur des Tyler Durden würdig sind.

Eine Leseprobe ist auf der Verlagsseite erhältlich.

Iris Jockschat



Hardcover | Erschienen: 1. August 2016 | ISBN: 9783958391727 | Originaltitel: Fight Club 2 | Preis: 22,80 Euro | 144 Seiten | Sprache: Englisch

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