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 Ein Sohn der Sonne

Nach dem Roman von Jack London

Autoren: Fabien Nury
Illustratoren: Eric Henninot
Übersetzer: Marcel Le Comte
Verlag: Splitter Verlag

Cover
Gesamt ++++-
Anspruch
Aufmachung
Bildqualität
Gefühl
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
David Grief ist erfolgreich, jung, attraktiv, reich - und trotzdem scheint er nie satt zu werden, nie genug zu bekommen. Fast verliert er sein Leben, als er Schulden bei einem Mitstreiter eintreiben möchte, der ihn partout nicht auszahlen will. Aber Grief weiß, dass Jacobson das Geld haben müsste. Gerade erst hat er Teile seiner Besitztümer hier in der Südsee veräußert. Nur warum sträubt er sich derart und nimmt sogar einen möglichen Mord auf sich?

Nachdem David Grief von der Kugel, die Jacobson ihm unerwartet verpasst hat, befreit wurde und auf dem Wege der Genesung ist, macht er sich auf, das Geheimnis aufzulösen. Weitere Kaufmänner, Abenteurer und Geschäftsleute, die auf den Inseln der Südsee gute Umsätze machen, scheinen ebenfalls ihre Güter in Bares umzutauschen. Aber was geht dort vor und warum ist David Grief der einzige, der nicht informiert zu sein scheint? Dabei kann Grief es nicht belassen und stellt gefährliche Nachforschungen an. Die Spur führt zur Insel Hikihoho und damit auch in Davids Vergangenheit. Auf der Insel lebt der alte Parlay dessen Perlensammlung geradezu sagenumwoben ist ...

Mit "Ein Sohn der Sonne" widmen sich Fabien Nury und Éric Henninot der eher unbekannten Kurzgeschichtensammlung gleichen Namens von Jack London. Er veröffentlichte die Geschichten aus der Südsee im Jahre 1912. Nurys Szenario umfasst dabei mehrere der enthaltenen Geschichten und macht daraus eine fortlaufende Story. Der Untertitel "Nach dem Roman von Jack London" ist daher nicht ganz richtig. Vielmehr ist hier ein Comic-Roman aus den einzelnen Storys entstanden. Und dieser wirkt wie aus einem Guss und keineswegs gestückelt. Wer also von den Vorlagen nichts weiß, wird die kleine Ungenauigkeit gar nicht bemerken.

Nurys Bearbeitung des Stoffs ist sehr gut gelungen und überraschenderweise gar nicht angestaubt. Auffallend gut ist die Übersetzung dieses recht anspruchsvollen Textes von Marcel Le Comte. Die gewählte Ausdrucksweise passt nicht nur hervorragend zur Geschichte, sondern auch zu den klassischen und detailreichen Zeichnungen. Henninot überzeugt mit seiner Vorliebe für pastellig getuschte Panels und feinen Strichen, die an frankobelgische Comic-Klassiker aus den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts erinnern.

Und auch die Erzählung bleibt klassisch. Neben dem offensichtlichen Abenteuer-Plot in der von Europäern geradezu heimgesuchten Südsee trägt eine tragische Liebesgeschichte den gesamten Band. Trotzdem ist dieser Comic nicht nur für Fans Jack London-typischer Abenteuer-Literatur interessant, denn dafür kann er einfach zu gut zeitlos und mit teils opulenten Bildern unterhalten.

Hineinschauen ist möglich auf der Webseite des Splitter Verlags: zur Leseprobe.

Sandra Wiegratz



Hardcover | Erschienen: 1. Januar 2016 | ISBN: 978-3958392373 | Originaltitel: Fils du soleil | Preis: 17,80 Euro | 80 Seiten | Sprache: Deutsch

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