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 Im dunklen, dunklen Wald


Cover
Gesamt ++++-
Anspruch
Aufmachung
Brutalität
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Nora wacht schwer verletzt in einem Krankenhaus auf und kann sich nicht mehr an die letzten Minuten vor dem Unfall erinnern. Doch die junge Frau muss wissen, was an dem Wochenende, bei dem es zu einem Todesfall kam, passiert ist: Zehn Jahre war es her, als Nora ihre ehemals beste Freundin Clare zuletzt gesehen hatte, doch dann bekam sie ganz überraschend eine Einladung zu Clares Junggesellinnenabschied. Nur widerwillig sagte Nora zu, zu sehr belastete sie immer noch, was am Ende ihrer Schulzeit passiert ist und ihr ganzes Leben verändert hat. Das Partywochenende fand in kleiner Runde in einem einsamen Ferienhaus mitten im Wald statt, die Stimmung war angespannt, mehrmals drohte sie zu kippen. Was ist passiert, wie konnte die ganze Angelegenheit so aus dem Ruder laufen?

Vom Verlag als Thriller bezeichnet, könnte "Im dunklen, dunklen Wald" noch passender als Psychothriller eingeordnet werden, denn es sind die sogenannten Psychospielchen, die sich in dem einsamen Ferienhaus zwischen den Gäste eines Junggesellinnenabschieds abspielen. Im Mittelpunkt steht Nora, die sich nicht gerade durch ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein auszeichnet. Ihr hängt immer noch nach, was vor zehn Jahren während ihrer Schulzeit passiert ist und sie veranlasst hat, ihren Heimatort fluchtartig zu verlassen. Der Star des Wochenendes ist Noras ehemals beste Freundin Clara. Diese ist es gewohnt, im Mittelpunkt zu stehen, sie ist schön, charmant und sehr beliebt. Als Kind sonnte sich Nora in ihrem Glanz und war froh, ihre Freundin sein zu dürfen. Doch seit dem Ende der Schulzeit haben sich die beiden ehemaligen Freundinnen nicht mehr gesehen. Ein für Nora traumatisches Erlebnis hatte sie veranlasst, ihren Heimatort fluchtartig zu verlassen.

Organisiert wird die Party von Clares Freundin Flo, die einen psychisch wenig stabilen Eindruck macht. Ihre Fixierung auf Clare und ihre schwankenden Stimmungen sorgen für Momente, bei denen die Stimmung zu kippen droht. Hinzu kommen noch drei weitere Gäste, die mit ihren Launen, Provokationen und Hintergedanken ebenfalls einen Beitrag dazu leisten, dass es nicht zu einem unbeschwerten und fröhlichen Wochenende kommt.

Der Autorin Ruth Ware schafft es, eine Kulisse aufzubauen, die immer unheimlicher und bedrohlicher wirkt. Angefangen beim einsamen Haus mit großen Glasfenstern, durch die ein möglicher Beobachter im Wald die Bewohner in den beleuchteten Räume sehen kann, bis hin zu heimlichen Besuchern und Spuren im nächtlichen Schnee. Auch ohne die Kapitel, in denen Nora im Krankenhaus aufwacht und sich zu erinnern versucht, ist für den Leser klar, dass das in Rückblenden beschriebene Wochenende auf eine Katastrophe hinauslaufen wird. Nur ist lange nicht klar, wer und aus welchen Gründen im Hintergrund die Fäden zieht. Auch wenn sich später das Motiv herauskristallisiert, ist die Frage nach dem "Wie" immer noch spannend. Nur die finale Auflösung wirkt zu glatt und beruht auf zu vielen glücklichen Zufällen. Dank der glaubwürdigen Hauptfigur, mit der sich vermutlich viele Leser identifizieren können, lässt es sich aber gut über diese leichte Schwäche am Ende hinwegsehen. So ist dann "Im dunklen, dunklen Wald" ein fesselnder Psychothriller, der ohne viel Blut auskommt und vor allem durch die bedrohliche Atmosphäre und das Wissen, dass alles auf eine Katastrophe hinauslaufen wird, besticht.

Fazit: Ruth Wares erster Roman ist ein Psychothriller, der durch seine passende Kulisse und gut dargestellte Psychospielchen fesselt. Das Finale kann zwar nicht hundertprozentig überzeugen, aber dies ist in Anbetracht der geschickt aufgebauten Spannung nur ein kleiner Kritikpunkt.

Weitere Informationen zum Buch sowie eine Leseprobe sind auf der Verlagsseite beziehungsweise auf der Webseite zum Buch zu finden.

Annika Schukies



Taschenbuch | Erschienen: 23. September 2016 | ISBN: 9783423261234 | Originaltitel: In A Dark, Dark Wood | Preis: 15,90 Euro | 384 Seiten | Sprache: Deutsch

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