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 Eulogy

Letzte Worte


Cover
Gesamt +++--
Anspruch
Gefühl
Humor


2004 entstand die Mischung aus Drama und Komödie, die schon allein wegen der bekannten Darsteller neugierig macht. Seit November 2006 ist dieser Film auch auf DVD in Deutschland erhältlich, allerdings nur als Leihmedium. Zu kaufen ist er ab Januar 2007.

Edmund Collins ist verstorben und anlässlich seiner Beerdigung treffen im Haus der Witwe die vier hinterbliebenen Kinder sowie deren Partner und Kinder ein. Schnell zeigt sich, dass von Familienidylle keinerlei Rede sein kann, und außer Enkeltochter Kate und Witwe Charlotte scheint der Tod Edmunds für alle anderen auch völlig im Hintergrund zu stehen.
Lucy ist mit ihrer Lebensgefährtin Judy zu den Feierlichkeiten erschienen, und beide müssen sich immens gegen die meisten Familienmitglieder behaupten, die - allen voran die älteste Tochter Alice - keinerlei Verständnis für Homosexualität haben und Lucy sowie Judy daher wiederholt und immens verbal angreifen.
Daniel hat Kate im Schlepptau, die ernsthaft um den Großvater trauert, er selbst hängt jedoch noch immer seiner verpassten TV-Karriere nach und wird von der eigenen Tochter beim Kiffen erwischt.
Skip hingegen scheint wenig im Kopf zu haben außer Sex und derben Worten. Diese Neigung hat er seinen beiden elfjährigen Söhnen vererbt, die ungeachtet jeder sozialen Regel sogar die Mutter so barsch behandelt hatten, dass diese die Familie verlassen hat.
Alice hingegen wirkt völlig steif. Sie ist unglaublich dominant und redet pausenlos, zeigt für niemanden außer sich selbst Verständnis und auffallend sind auch Alice? Ehemann und die drei Kinder, die alle quasi nicht (mehr) sprechen können.
In diesem Chaos, das beim Aufeinandertreffen der Charaktere entsteht, wendet sich die Witwe an ihre Enkelin Kate und bittet sie, die Grabrede für den Großvater zu halten. Kate ist mit dieser Aufgabe überfordert, zumal ihr niemand aus der Familie mit Anekdoten weiterhelfen kann oder will - und dann steht auch noch Ryan in der Tür, Kates Sandkastenfreund, bester Freund und - so gesteht sie sich noch nicht ein - ihre große Liebe.

Es ist wahnsinnig viel, was in 91 Minuten Laufzeit gepackt wurde. Ein jeder Baustein der Familie für sich gesehen würde im Grunde schon einen ganzen Film füllen können. Aus diesem Umstand ergibt sich, dass die einzelnen Geschichten am Ende ein wenig unbefriedigt beendet wirken aus Sicht des Zuschauers. "Eulogy" (zu deutsch: Grabrede) setzt darauf, dass bei der Geschwindigkeit des Films und den wenigen eingebauten Überraschungseffekten gar nicht auffällt, dass solche Mängel gegeben sind. Tatsächlich jedoch ist es das Tempo selbst, das genau diese Überraschungsmomente gar nicht erst wirken lässt, zumal der Film von diesen wenigen Elementen abgesehen durchweg enorm vorhersehbar ist.

Lustig ist "Eulogy" dennoch. Auch, wenn man meist abschätzen kann, was als Nächstes kommt, so sind Charaktere und Geschehnisse zumeist so überspitzt, dass man dennoch darüber lachen kann. Neues bietet der Film dabei nicht; er setzt größtenteils auf bereits als funktionierend bekannten Humor.

Auf Grund der klaren Mängel des Films ist erstaunlich, welche Schauspieler zum Dreh dieses Films zusammengetroffen sind: Piper Laurie ("Carrie") mimt die Witwe, Hank Azaria ("Heat") Kates Vater, Kelly Preston ("Jerry Maguire") die lesbische Tochter und Famke Janssen ("X-Men") ihre Lebensgefährtin. Die überkandidelte Alice wird von Debra Winger ("Ein Offizier und Gentleman") verkörpert, Zooey Deschanel ("Per Anhalter durch die Galaxis") tüftelt als Kate über der Grabrede und Jesse Bradford ("Hackers") mimt ihren Jugendfreund Ryan. Als verstorbener Edmund schließlich ist Rip Tom ("Men in Black") zu sehen. Eine erstaunliche Riege bekannter Schauspieler also, die in diesem Film auftritt. Vor allem Debra Winger und Zooey Deschanel bleiben dem Zuschauer wohl in Erinnerung, doch insgesamt betrachtet bleibt auch die mögliche Betrachtung der schauspielerischen Leistung bei diesem Film und seinem Tempo ein wenig auf der Strecke.

"Eulogy" zeigt großes Potenzial, schöpft dieses jedoch leider nicht wirklich aus. An "Der Frühstücksclub" erinnert die Mischung aus Drama und Komödie, bei der herzzerreißende Momente gegen Ende des Films den Klamauk zuvor zu großen Teilen zeitweise ersetzen. Ein netter Film zur Unterhaltung, mehr allerdings nicht.

Bild- und Tonqualität sowie Extras können nicht beurteilt werden, da es sich um eine Presse-DVD handelt, die von der Kaufversion abweichen kann.

Tanja Elskamp



DVD | Disc-Anzahl: 1 | Erschienen: 01. November 2006 | FSK: 16 | Laufzeit: 91 Minuten | Originaltitel: Eulogy | Untertitel verfügbar in: Deutsch | Verfügbare Sprachen: Deutsch, Englisch

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