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 Rawindra - Im Bann der Todesechsen


Cover
Gesamt ++++-
Anspruch
Rawindra liegt im Süden des Kontinents Sirao. Auf Midgard ist dieses Land enorm groß, aber kein einheitliches Staatsgefüge. So findet man verschiedene, rivalisierende Staatswesen, aber dennoch eine gemeinsame Kultur und Religion.

Dieser Quellenband beginnt mit einen kleinen Überblick über das Land. Auf elf Seiten werden Land, Klima und Menschen vorgestellt. Das nächste Kapitel beschäftigt sich auf vierzehn Seiten mit der Religion in Rawindra. Die Hauptreligion wird ausführlich vorgestellt. Ein paar Informationen über weitere Religionen sind ebenfalls enthalten. An manchen Stellen muss man als Spielleiter selbst Hand anlegen oder auf die Rawindraabenteuer zurückgreifen, um die Informationen zu vervollständigen, aber für den Einstieg reichen die hier gegebenen Informationen aus.

Magie und Wissenschaft, beziehungsweise auch Bildung, werden dann in einem eigenen Kapitel kurz gestreift. Ebenso Wirtschaft, Handel, Recht und Gebräuche. Bei diesen Kapiteln hätte man gerne an einigen Stellen mehr Informationen erhofft. Wie Ausländer konkret in das Kastensystem einbezogen werden, ist leider zu spärlich beschrieben.

Kampf und Krieg hat ebenfalls ein eigenes Kapitel, in dem auch die Srikumara beschrieben werden. Die Srikumara sind eine besondere Form von Kriegern, die auf Kriegsechsen reiten. Passenderweise geht es weiter mit den Sritra, einer intelligenten Echsenart, die gewisse Ähnlichkeiten gegenüber den Menschen haben und im Krieg der Magier nach Rawindra kamen. Nun sitzen sie dort fest und suchen eine Möglichkeit, zurück in ihre Heimat zu kommen. In früherer Zeit hatten sie Rawindra fest in ihren Klauen und die Menschen versklavt. Heute jedoch haben die Menschen wieder die Oberhand und die Sritas leben zurückgezogen im ausgedehnten Dschungel Rawindras.
Die Informationen über die Sritas sind sehr umfangreich und gut gelungen. Natürlich gibt es auch hier, wie an allen Stellen, viele Freiräume, die durch den Spielleiter gefüllt werden müssen beziehungsweise können.

"Rawindra heute" ist dann das letzte beschreibende Kapitel zum eigentlichen Rawindra. Dort wird auf die aktuelle Lage Rawindras eingegangen. Welches Fürstentum steht mit wem im Krieg und welche Beziehungen gibt es zu den Nachbarn?
Auf nicht einmal zwei Seiten, wird hier auch die Geschichte Rawindras erzählt. Leider ist die Beschreibung zu kurz, auch wenn es zu Rawindra passt, da es in dem Land keine Geschichtsaufzeichnungen gibt. Dennoch sind weitere Informationen wünschenswert.

Westlich vor Rawindra liegt die Insel Serendib mit ihren Ureinwohnern, den Akimbas. Die Insel wird aber auch von scharidischen und rawindrischen Siedlern bewohnt. Bei drei verschiedenen Religionen und Kulturen ist das Konfliktpotenzial sehr hoch. Die Beschreibung Serendibs umfasst sieben Seiten, in denen auch die Akimbas erklärt werden.
Die nun folgenden Seiten beschäftigen sich mit Abenteurern aus und in Rawindra sowie mit neuen Zaubersprüchen. Es werden neue Fertigkeiten vorgestellt, dazu auch zwei neue Charakterklassen (Srikumara und Saddhu), sowie rawindrische Waffen und Rüstungen. Abgerundet wird das Ganze durch eine Namensliste und die Vorstellung einiger Persönlichkeiten aus Rawindra.
Unter Zauberwerk finden sich neben magischen Artefakten auch einige Drogen des Landes.

Ein schönes Bestiarium und eine Liste mit rawindrischen Preisen schließen dann dieses Buch ab.

Leider ist das Quellenbuch noch nach den alten "Midgard 3"-Regeln geschrieben worden, so dass man den Regelteil nur begrenzt verwenden kann oder ihn mit etwas Aufwand aktualisieren muss.

Ludger Fischer und Thomas Kreutz haben hier ein schönes Quellenbuch zu dieser exotischen Kultur vorgelegt. Hervozuheben sind die Illustrationen, die gut zum Landeshintergrund passen und das Buch dahingehend plastischer gestalten. Es gibt im Buch auch drei Karten des Landes, die sehr schön das behandelte Gebiet zeigen. Dennoch fehlen einige Informationen. Zum Beispiel wird die Architektur nicht tiefgehend genug behandelt, so dass die Gestaltung von Städten und Gebäuden schwer fällt. Zu einzelnen Städten findet man auch nicht viel Material. Es bleibt zu hoffen, dass wenn es zu einer Neuauflage dieses Quellenbuchs kommt, es dann auch eine ausführlichere Beschreibung zumindest einer Stadt enthält.

Ansonsten ist das Quellenbuch sehr gut und der Kauf lohnt sich vor allem wegen der Abenteuer, die in Rawindra spielen. Rawindra ist ein wirklich interessantes Land, das man als Spielleiter wunderbar einbringen kann und das durch ein sehr gutes Quellenbuch unterstützt wird.
Sehr gut ist auch, dass sich hier Informationen zu Ulwar und den Ghurriern finden lassen. Leider sind die Informationen nur spärlich, aber besser als gar keine.

Jens Fleischhauer



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