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 Poppy Shakespeare

Autoren: Clare Allan
Übersetzer: Thomas Stegers
Verlag: Blessing

Cover
Gesamt +++--
Anspruch
Aufmachung
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung


Einmal aus dem Alltag des Berufslebens draußen, ist es nicht einfach, wieder eine neue Stelle zu finden. Poppy Shakespeare sucht verzweifelt einen Job. Da sie alleinerziehend ist, muss sie bald eine Stelle finden, da sie für ihre kleine Tochter Saffra sorgen muss, nachdem sie sich von Dud getrennt hat. Für die neue Arbeit muss sie allerdings einen Einstellungstest machen. Als das Ergebnis ausgewertet wird, bescheinigt man ihr jedoch eine psychische Störung und weist sie in die Tagesklinik Dorothy Fish ein.

N ist seit dreizehn Jahren Patient in Dorothy Fish. Davor war sie bei Pflegeeltern und in verschiedenen Kinderheimen. Schon mit der Muttermilch hat sie den Wahnsinn in sich eingesogen, denn auch ihre Mutter litt unter schweren Störungen, weshalb sie sich auch eines Tages vor einen Zug geworfen hat. Zufrieden mit ihrem Leben versucht N, wie alle anderen Patienten auch, zu verhindern aus der Psychiatrieklinik entlassen zu werden. Doch dann kommt eine Neue und N soll ihre Betreuerin werden.

Eigentlich verstehen sich N und Poppy schon aufs erste Mal recht gut. Auch wenn die eine nicht einsehen will, dass die andere sich für normal hält und die andere nicht verstehen kann, dass N ihren Platz in Dorothy Fish mit Händen und Füßen verteidigt. Gemeinsam stellen sie sich gegen das System, um Poppy wieder aus der Klinik zu bekommen. Doch um juristische Unterstützung zu erlangen muss Poppy beweisen, dass sie irre ist.

Wie verrückt die Welt inner- oder außerhalb einer psychiatrischen Klinik ist, muss der Leser dieses Buches nicht entscheiden. "Poppy Shakespeare" beleuchtet lediglich die Sichtweise der Gesellschaft in Bezug darauf, wer verrückt ist und wer nicht. Die junge geistig gesunde Geschäftsfrau Poppy gerät in das Räderwerk der psychiatrischen Bürokratie und muss bald bemerken, dass der Weg nach draußen weitaus schwerer ist, wenn man alle Sinne beisammen hat.

Erzählt wird die Geschichte von N, einer glücklichen Patientin der Klinik. Ihre Sichtweise ist bewusst verschroben und wirr, so dass sich tatsächlich Ereignetes mit fantastischen Berichten abwechselt. Anhand ihrer Eindrücke erlebt der Leser die Veränderungen, die Poppy durchlebt. Durch diesen verschrobenen Blickwinkel bleibt jedoch der Leser distanziert zum Geschehen. Hierdurch verschenkt die Autorin viel vom Potential des Romans. Statt den Leser zu fesseln oder betroffen zu machen, wirkt das Geschehen zu weit entfernt um seine komplette Wirkung zu entfalten.

Dennoch stimmt dieser Roman nachdenklich und lässt den Leser mit vorsichtigem Lachen zurück, da die Geschichte an sich eher traurig stimmt. "Poppy Shakespeare" ist ein interessant erzählter Roman, dem es jedoch etwas an Schwung fehlt.

Daniela Hanisch



Hardcover | Erschienen: 01. März 2007 | ISBN: 9783896672957 | Originaltitel: Poppy Shakespeare | Preis: 19,95 Euro | 345 Seiten | Sprache: Deutsch

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