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 Die Molekülchen-Küche

Experimente für Nachwuchs-Köche

Autoren: Thomas Vilgis
Illustratoren: Roland Wengenmayr
Verlag: Hirzel, Stuttgart

Cover
Gesamt ++++-
Anspruch
Aufmachung
Bildqualität
Preis - Leistungs - Verhältnis


Sage und schreibe zehn Publikationen des Autors Thomas Vilgis finden sich bei Amazon, die sämtlich zwei Themen miteinander verknüpfen: Wissenschaft und Kochleidenschaft. Der Physiker verbindet auch in dem vorliegenden Buch scheinbar simple Rezepte und Speisen mit der Frage, inwieweit Physik, Chemie und Biologie wichtig oder erfahrbar sind oder den leckeren Mahlzeiten zugrunde liegen.

Es fängt ganz einfach mit der Frage an, ob sich bei der Zubereitung oder dem Genuss eines Hamburgers wissenschaftliche Experimente anbieten, die Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen diese Speise näher bringen. Zunächst wird untersucht, woraus so ein handelsüblicher Burger besteht. Dann wird hinterfragt, warum die Brötchenhälften so matschig und wenig lecker sind. Dann werden Fleisch, Salatblatt und vor allem der Ketchup näher untersucht. Und endlich lernt man, warum der rote Tomaten-Zucker-Kräuter-Mix erst nicht aus der Flache will und dann möglichst der komplette Inhalt.
All das wird locker, in einfacher Sprache und so wenig wie möglich wissenschaftlich hinterfragt. Doch ganz nebenbei wird eben doch der übliche Aufbau eines Experimentes, die wissenschaftliche Methode, Falsifizierung oder Verifizierung, angebahnt. Im Vorbeigehen werden aus den kleinen Köchen - Kinder ab zehn Jahren haben sowohl kein Problem mit dem Nachkochen als auch mit dem Verständnis der kleinen Experimente - Gourmets und Wissenschaftler.
Der Leser und Koch lernt viel über Fleisch, Eiweiß, Vitamine und wichtige Inhaltsstoffe. Nach dem Hamburger werden farbige Speisen unter die Lupe genommen - ob Spinat, Karotten, Paprika oder Rotkohl - und die Ergebnisse sind so interessant, dass man kaum wieder vergessen kann, was im Spinat so wichtig ist, was ihn grün färbt und warum wir ihn frisch genießen sollten.
Überhaupt, der Leser lernt immer mehr die Frische und die persönliche Zubereitung seiner Mahlzeiten zu schätzen. Der Genuss ist bei jedem Experiment im Vordergrund, die Erkenntnis im Hintergrund. Nichtsdestotrotz spürt man die Leidenschaft des Autors für Lebensmittel und ihre kenntnisreiche Zubereitung.
Auch die restlichen Kapitel nehmen den Leser mit auf eine kulinarische Reise durch Küche und wissenschaftliche Nahrungsmittelkunde. Da werden Lieblingsspeisen wie Nudeln, Pfannkuchen, Pommes und Ravioli untersucht und bewertet, vor allem aber genossen.
Später beschäftigt sich Thomas Vilgis, der in seinem Hauptberuf Polymere am Max-Planck-Institut in Mainz untersucht, mit Leckerem aus dem Backofen, Joghurt, Hefeklößen, Dampfnudeln und Gummibärchen. Ganz am Schluss wird noch ein wenig über Eis geforscht.
Das alles geschieht in lockerem, verständlichem Ton. Der Leser hat riesigen Spaß, dem Autor zu folgen und möglichst selbst zu kosten, ob er mit seinen Thesen und Vorschlägen Recht hat.

Leider hat dieses fantastische, sehr unterhaltsame Buch zwei gravierende Makel: Erstens ist das Layout und die grafische Gestaltung hässlich und dem Inhalt nicht angemessen, zweitens ist der Preis mit fast zwanzig Euro für ein Paperback-Buch, das bis auf ein langweiliges Grün keinerlei Farben in seinem Inneren verwendet, extrem hoch.
So bleibt zwar zu hoffen, dass viele Kinder und Jugendliche dieses Buch lesen und ganz nebenbei auch noch etwas über ihre Mahlzeiten lernen, doch Layout und Preis stehen dem entgegen.

Stefan Erlemann



Softcover | Erschienen: 1. September 2007 | ISBN: 9783777615356 | Preis: 19,80 Euro | 167 Seiten | Sprache: Deutsch

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