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 Wenn die ganze Welt sich um uns dreht

Eine Liebeserklärung an das Tanzen

Autoren: Beate Berger
Verlag: Droemer

Cover
Gesamt ++++-
Anspruch
Aufmachung
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung


Die ganze Welt dreht sich um Beate Berger und sie fordert uns auf, teilzuhaben an diesem berauschenden Glücksgefühl, das sich einstellt, wenn man die Schwerkraft besiegt und zur Musik durchs Leben swingt.

Tanzen ist ihre Passion, die sich durch ihr Leben zieht, leider auch der Mangel an männlichen Tanzpartnern. "Wenn Männer Ball hören, denken sie ans Stadion, Frauen an Champagner", stellt sie sehr schnell fest.
Das erste Mal betritt sie das Tanzparkett mit Onkel Heinz, der sie in seinen Armen zu der Musik von "Zwei kleine Italiener" durch das elterliche Wohnzimmer wirbelt. Schon ist sie vom Virus infiziert und tanzt fortan durchs Leben in Standard und Freestyle durch die 70er, 80er und 90er Jahre. Während ihrer Jugend und Abiturzeit tut sie dies als Dancing Queen unter der Disco-Kugel in K?town - amerikanischer Slang für Kaiserslautern. Später dann, während Studium und Job, in Köln zu Rama lam dingdong. Dort lässt sie sich selbst zu Punk und Pogo hinreißen und außerdem ist Köln die Stadt des Karneval. Aber nicht nur den rheinischen Frohsinn lernt sie kennen, nein, es bietet sich die Gelegenheit in Rio mitzutun in einem Samba-Umzug. Andere Abstecher führen sie in die Wiener Hofburg und zu "Dancing in the Moonlight" im New Yorker Central Park. Aus einer tiefen persönlichen Krise rettet sie, natürlich, ein Tanz. Nicht verraten wird, ob die Autorin denn nun den einen tanzbegeisterten Mann unter den Hundert Tanzunwilligen für sich gefunden hat, der nun mit ihr in den Himmel tanzt.

Locker erzählt die Journalistin von ihren persönlichen Erlebnissen und Gedanken. Humorvoll und sehr persönlich plaudert sie aus dem Nähkästchen, oder vielleicht sollte man besser sagen aus dem Tanzstübchen. Köstlich sind die Beschreibungen der Personen, die sie trifft. Ihr Porträt der 70er Jahre, in denen man sich für Hattric, Creme 21 und die großgemusterten Kleider á la Vivi Bach interessierte, ist einfach erheiternd. Beate Berger hat den Zeitgeist und die Symbole der Nachkriegsjahre gut erfasst und es gelingt ihr, den Leser mitzunehmen und in die entsprechende Stimmung zu versetzen. Wer im Alter der Autorin würde sich da nicht wieder erkennen? Abwechslungsreich teilt sie ihre Erfolge und Misserfolge und ihre philosophischen Intermezzi geben dem Buch Tiefe. Beate Berger genießt es, ihre Runden in den Tanzsälen und im Leben zu drehen, und beherrscht die Kunst sowie die Philosophie des Tanzens und Erzählens meisterhaft. "Wer tanzt, will Freiheit", sagt sie. "Tanze mit mir und ich sage dir, wer du bist." Die langjährige Journalistin vermittelt eine gute Darstellung der Kultur rund ums Tanzen und liegt damit voll im Trend. Die Situation des Tanzes in der Gesellschaft in Deutschland - so sieht sie aus.

Das Buch umfasst 256 Seiten, ist in Erstauflage und gebundener Form im Herbst 2007 erschienen und wird sicher für erheiternde und kurzweilige Stunden, nicht nur bei Tanzbegeisterten, sorgen. In Kür und Pflicht punktet Beate Berger mit diesem Buch, welches in jeder Beziehung gelungen ist.
Zur Zeit schiebt sie zu Tangomusik in Köln und erfüllt sich ihren sehnsüchtigen Kindheitswunsch: Unterrichtsstunden in Ballett! Bleibt, ihr zu wünschen, dass dies noch lange nicht ihr last Dance ist und sie noch oft eine kesse Sohle auf?s Parkett legen wird.

Sabine Seip



Hardcover | Erschienen: 1. Oktober 2007 | ISBN: 9783426274286 | Preis: 14,90 Euro | 240 Seiten | Sprache: Deutsch

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