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 Batman: Batman: Der Dunkle Ritter schlägt zurück

Serie: Batman
Autoren: Frank Miller
Illustratoren: Frank Miller, Lynn Varley
Übersetzer: Steve Kups
Verlag: Panini Comics

Cover
Gesamt +++--
Anspruch
Aufmachung
Brutalität
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung


15 Jahre nach Frank Millers Erfolgscomic "Batman. Die Rückkehr des dunklen Ritters" ist nun die von Fans lang und sehnsüchtig erwartete Fortsetzung erschienen: "Der dunkle Ritter schlägt zurück". Auch dieses Mal übernahm Miller, bekannt durch "Sin City" und "300", Story und Zeichnungen, die Farbgebung wurde allerdings Lynn Varley überlassen.
Batman, Superman, Flash. Die Helden sind alt geworden. Feine Lienen durchziehen die kantigen Gesichter, die Kostüme sind abgewetzt, die Haltung der muskulösen Körper nicht mehr so jugendlich aufrecht wie einst. Sie leben in einer Gesellschaft, die zwar von außen betrachtet friedlich und harmonisch wirkt, sich auf den zweiten Blick hin jedoch als durch Korruption und Unterdrückung beherrscht offenbart, in einem Amerika, dessen Präsident nur ein manchmal flackerndes Hologramm ist (möglicherweise in einer Anspielung auf aktuelle Machtverhältnisse?).
Während der gealterte Superman zu einem Werkzeug der Regierung geworden ist, kämpft Batman, der drei Jahre im Untergrund verschwunden war, nun von Neuem gegen die Mächtigen im Staat, überzeugt, dass die Menschheit nur so wieder zur Freiheit zurückfinden kann. Die Drecksarbeit überlässt er dabei jedoch zunächst meist seinen Batboys, seinen Zöglingen, die von Catgirl, dem blutjungen Mädchen, das Robin ersetzt hat, angeführt werden. Bruce Waynes Gegner ist das Macht habende Mafia-Syndikat L.E.X., angeführt von Lex Luthor und Brainiac, das auch verschiedene andere Superhelden, die Batman nach und nach befreit, kontrolliert oder gefangen hält: Zunächst Professor Palmer, das Atom, der sich selbst auf die Größe von Elektronen schrumpfen kann - über die naturwissenschaftliche Erklärung sollte man vermutlich gar nicht erst anfangen nachzudenken. Dann Barry Allen, der Flash, der schnellste Mann der Welt, der gefangen gehalten und zur Stromerzeugung verwendet wurde.
So tritt nach und nach eine ganze Riege von Superhelden in den Ring der "Terroristen" ein, jeder mit seinen individuellen Fähigkeiten. Sie vereint daneben das vermutlich für Superhelden vorgeschrieben kantige Kinn, die stechenden Augen und dieselben markigen Sprüche. Das bedeutet für nicht unbedingt im Genre erfahrenen Leser eine Vielzahl von Typen, die sich alle sehr, sehr ähnlich zu sein scheinen - abgesehen von der jeweiligen Fähigkeit, die sie auszeichnet. Mit charakterlicher Tiefe ist bis hierhin kaum zu rechnen, doch in welchem Comic gibt es die schon noch?
Superman tritt Batman und seinen Freunden als Verteidiger des Systems gegenüber und es kommt zum Kampf, bei dem Superman vernichtend geschlagen wird. Erst seine Geliebte Diana, Anführerin der Amazonen, holt in aus seinem Exil im ewigen Eis zurück. Beide werden jedoch vom Mafiaoberboss Lex Luthor und Brainiac weiterhin kontrolliert.

Die Geschichte scheint zunächst einen gesellschaftskritischen Ansatz zu haben: Die kaputte Gesellschaft, sensationsgierige Medien, die Nachrichten von nackten Models präsentiert. Am Rande werden immer wieder kleine Ausschnitte von Bürgern und ihren Kommentaren zu den Ereignissen eingestreut. Seltsamerweise jedoch wird dies in der eigentlichen Story überhaupt nicht vertieft. Nein, die Geschichte wird mehr oder weniger auf prächtige Kämpfe zwischen den Helden reduziert. Der Handlung ist dabei recht schwer zu folgen, da Miller nicht viel Zeit auf ausführliche Dialoge verschwendet, die die jeweilige Sachlage erklären und dem Leser etwas näher bringen würden. Stattdessen folgt eine Actionszene der anderen, spektakulär, aber auf Dauer ein wenig flach wirkend. Dabei bleibt kaum Zeit, die Charaktere, die dort gegeneinander antreten, und ihre jeweiligen Situationen und Hintergründe zu verstehen. Erst gegen Ende hin wird das Ganze etwas dichter, nachvollziehbarer und in den Charakteren ist wenigstens ein wenig an Entwicklung festzustellen.
Insbesondere der unversöhnliche Bruce Wayne alias Batman sticht düster, knurrig und nichts desto trotz ungeschlagen hervor
Passend dazu sind Frank Millers Zeichnungen: scharfe Kontraste, eckige Formen, dabei kaum Schattierungen oder Detailreichtum. Diese Zeichnungen sind durchaus interessant und vor allem sehr dynamisch, wirken jedoch zum Teil als hätte Miller sie in fünf Minuten mit ein paar Strichen aufs Papier geworfen. Dazu stört, dass sich insbesondere die Gesichter der verschiedenen Charaktere teilweise unglaublich ähnlich sehen. Das betrifft nicht nur die verschiedenen Superhelden in schon erwähnter Weise, sondern gerade auch unter den weiblichen Figuren scheint nur eine einzige Gesichtsform vertreten zu sein. Die Farbgebung von Lynn Varley dazu ist knallig und abwechslungsreich und haucht der Sache etwas mehr Leben ein, wirkt teilweise jedoch, als hätte Varley sich etwas arg in der Effektschublade ausgetobt. Nur wenige der Zeichnungen stechen wirklich als hervorragend heraus.
Je weiter die Story fortschreitet, desto schwerer ist es, ihr zu folgen. Kaum meint man, die Ereignisse zu überblicken, tritt irgendein neuer, gemeiner Gegner auf den Plan. Und das nervt auf Dauer ziemlich.
Wett gemacht wird das nur dadurch, dass man alles in allem Frank Miller einen gewissen Stil nicht ganz abstreiten kann und einige Szenen dann doch recht spektakulär und unterhaltsam gestaltet sind. Insgesamt ist DK2 als Comic jedoch nur wirklichen Fans, die sich in diesem Superheldenuniversum mit all seinen schillernden Figuren zurecht finden werden, zu empfehlen. Für alle anderen wird sich der Einstieg an dieser Stelle vermutlich eher schwierig gestalten.

Kathi Wenz



Softcover | Erschienen: 1. April 2007 | ISBN: 9783866074187 | Originaltitel: Batman: The Dark Knight Strikes Again | Preis: 19,95 Euro | 78 Seiten | Sprache: Deutsch

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