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 Das Jungfrauenspiel

Autoren: Sandra Lessmann
Verlag: Droemer

Cover
Gesamt ++---
Anspruch
Aufmachung
Brutalität
Gefühl
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung


Sandra Lessmann nimmt ihre Leser wieder einmal mit ins mittelalterliche England, diesmal ins Jahr 1583.
Sir Frances Walsingham versucht seit Jahren, einen der gewieftesten Spione überhaupt zu enttarnen: Der Greif, wie dieser genannt wird, scheint aus keiner wirklichen politischen Überzeugung heraus zu handeln, was es sehr schwer macht, seine Auftraggeber oder sogar ihn selbst zu fassen. Dies soll sich nun ändern.
Walsingham zwingt Marianna Ashton, ihre eigenen Verwandten auszuspionieren, unter diesen könnte sich nämlich der Greif befinden. Falls sie Erfolg hat, bekommt sie dafür das Sorgerecht für ihren Sohn zurück, das Einzige, was ihr noch etwas bedeutet, seit ihr Mann unter der Folter starb.

Doch wo soll sie anfangen, wenn schon die geübtesten Spitzel Walsinghams nie über den Greif triumphierten? Unerwartete Hilfe erhält sie von James Danvers, einem reichen jungen Adeligen, der zudem ein guter Freund ihres Cousins ist. Dennoch tappt Marianna lange im Dunkeln und als auch noch Morde geschehen, scheint es, als müsste sie jede Hoffnung auf ein Leben mit ihrem Sohn aufgeben.

Nach "Die Sündentochter" und "Die Richter des Königs" hofften ihre Fans auf einen weiteren gelungenen Roman der Autorin, doch diese Hoffnung wird leider enttäuscht. "Das Jungfrauenspiel" - dieser Titel macht absolut keinen Sinn - kann sich nicht mit den Vorgängern messen, weder handlungstechnisch noch sprachlich.
Zunächst fängt alles ganz viel versprechend an, die Leiden der jungen Mutter, die Folter des Ehemanns, ein düsterer Mörder und Spion, das verspricht am Anfang doch eine gewisse Spannung. Doch schnell flacht der Spannungsbogen ab, Marianna verfolgt immer wieder irgendwelche Spuren, die sich als Sackgasse erweisen. Dazu kommt auch noch das vorsichtige Werben James?, das sie auch willkommen heißt, obwohl sie doch sehr viel Wert darauf legt, als anständige und trauernde Witwe bezeichnet zu werden. Abgesehen von dieser Beteuerung, um ihren Mann zu trauern und sich auf keinen Fall einem anderen Mann zu nähern, bleibt Mariannas Charakter sehr im Dunkeln. Sie würde alles für ihren Sohn tun, so weit, so gut, doch mehr als diese Mutterliebe zeichnet sie nicht aus. Wenn wenigstens die Krimihandlung spannend wäre, könnte man über dieses Manko hinweg sehen, doch leider ist dies nicht der Fall. Viele kleine Ungereimtheiten stören den Lesefluss, unter anderem, dass Marianne sich so schnell James anvertraut, obwohl doch ausdrücklich jeder, der mit dem Haushalt zu tun hat, verdächtig ist. Aber hier setzen die Gefühle wohl alle Vorsicht außer Kraft, auch wenn dies Marianna das Wiedersehen mit ihrem Sohn kosten könnte.

Fans der Autorin werden dieses Buch bestimmt lesen wollen, aber sie sollten nicht zuviel erwarten, es ist langweilig. Immer wieder wird man auf eine Spur gesetzt, die doch wieder im Nichts verläuft - kein Wunder, schließlich ist Marianna nicht wirklich die begabteste Spionin.

Anja Thiemé



Hardcover | Erschienen: 1. September 2007 | ISBN: 9783426197660 | Preis: 16,90 Euro | 427 Seiten | Sprache: Deutsch

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